Ex-BVB-Präsident Gerd Niebaum kämpft in Dortmund um seine Existenz

Klaus Buske
Dr. Gerd Niebaum kämpft um seine berufliche Existenz und seine Reputation. Die Rechtsanwaltskammer Hamm hatte vor einiger Zeit Niebaums Anwaltszulassung widerrufen. Freitag verhandelt der Anwaltsgerichtshof NRW über den Widerspruch Niebaums.

Dortmund. Dr. Gerd Niebaum kämpft um seine berufliche Existenz und seine Reputation. Die Rechtsanwaltskammer Hamm hatte vor einiger Zeit Niebaums Anwaltszulassung widerrufen. Am Freitag verhandelt der Anwaltsgerichtshof NRW über den Widerspruch Niebaums gegen den Entzug der Anwaltszulassung.

Der ehemalige BVB-Präsident kämpft derzeit an vielen Fronten. Seine Zulassung als Notar hatte Niebaum bereits freiwillig zurückgegeben. Erst vor kurzem hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund die Eröffnung eines Verfahrens wegen Betrug und Untreue gegen ihn eingeleitet (die WAZ berichtete).

Rechtsanwalt Dr. Dieter Finzel, Präsident der Rechtsanwaltskammer Hamm, unterstrich auf Anfrage, dass die Kammer „ohne Ansehen der Person oder Berücksichtigung der Prominenz“ die Regelungen anwende, die in der Bundesrechtsanwaltsordnung BRAO präzisiert seien. Die Gründe für den Widerruf der Zulassung Niebaums nannte Finzler nicht. Die BRAO sieht beispielsweise vor, dass einem Anwalt die Zulassung entzogen werden kann, wenn er in „Vermögensverfall“ geraten ist. Dies kann durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder durch den Eintrag in die Schuldnerliste dokumentiert sein.

Es geht um Gehalt für mehrere Monate

Am heutigen Donnerstag steht auch ein Termin beim Dortmunder Arbeitsgericht auf dem Plan: Rechtsanwalt Rainer Sciborski, der in der Kanzlei von Niebaum angestellt war, versucht, ausstehende Gehälter von Niebaum zu erhalten. Es geht um Gehalt für mehrere Monate.

Wie das Arbeitsgericht im Vorfeld des anstehenden Gütetermins mitteilte, habe Sciborski seine Mitarbeit wegen des Zahlungsrückstands und des Widerrufs der Anwaltszulassung fristlos aufgekündigt. Der klagende Anwalt arbeitet bereits in einer anderen Bürogemeinschaft. Eine Stellungnahme zum Gütetermin vorm Arbeitsgericht wollte Sciborski gegenüber der WAZ gestern nicht abgeben. Er erklärte lediglich, dass er hoffe, seine Forderung würde noch vorm Arbeitsgerichts-Termin beglichen werden.