Evonik steigt für etwa 26,7 Millionen Euro bei Borussia Dortmund ein

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (li.) mit Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, freuen sich über den Deal.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (li.) mit Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, freuen sich über den Deal.
Schon seit einiger Zeit ist Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund auf der Suche nach einem Investor - nun ist dieser gefunden: Hauptsponsor Evonik übernimmt für etwa 26,7 Millionen Euro 9,06 Prozent an der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA.

Dortmund.. Geldregen für Borussia Dortmund: Evonik steigt beim Fußball-Bundesligisten ein und erwirbt nach einer Kapitalerhöhung etwa 9,06 Prozent der BVB-Aktien zu einem Kaufpreis von 4,37 Euro je Aktie - insgesamt erlöst der BVB also etwa 26,7 Millionen Euro. Zudem verlängert der Hautsponsor seinen Sponsoring-Vertrag beim BVB bis 2025, das jährliche Sponsoring steigt nach Informationen dieser Redaktion von zwölf auf 20 Millionen Euro."Ich glaube, dass das ein großartiger Vertrauensbeweis von Evonik ist", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Mit seinem Investmentsteigt der Essener Chemiekonzern zum zweitgrößten Aktionär bei der Borussia Dortmund GmbH & Co. KgaA auf - größter ist Bernd Geske, der 11,87 Prozent der Anteile hält. Der eingetragene Verein BV Borussia 09 e.V. Dortmund hält bislang 7,24 Prozent, rund 75 Prozent der Aktien sind aktuell in Streubesitz.

Der Investor werde keinerlei Auswirkungen auf den künftigen Kurs des Vereins haben, sagte Watzke: "Außer, dass wir über mehr finanzielle Schlagkraft verfügen, ändert sich nichts." Auch die Philosophie bleibe die gleiche. "Da sind wir uns mit Evonik auch vollkommen einig."

Keine Transferoffensive geplant

Man wolle das Geld nutzen, um das Wachstum des Klubs zu forcieren, und aus den Erlösen und dem Wachstum heraus mehr in die Mannschaft investieren zu können. Sprich: Der BVB will das frische Geld vor allem in seine Strukturen und den Abbau von Verbindlichkeiten stecken: "Es sollte niemand irgendwelche weiteren Transferoffensiven erwarten", hatte Watzke schon vor einigen Wochen der "Süddeutschen Zeitung" gesagt und angedeutet, unter anderem die Rest-Hypothek auf dem vereinseigenen Stadion ablösen zu wollen.

Watzke kündigte zudem eine weitere Kapitalerhöhung und damit den Einstieg weiterer Partner im Laufe des Jahres an: "Wir führen darüber Sondierungsgespräche", sagte er. Ideal seien zwei bis drei strategische Partner. Schon vor einigen Jahren hatte sich Watzke von der Aktionärsversammlung des einzigen börsennotierten deutschen Fußballklubs die Erlaubnis geben lassen, insgesamt 30 Millionen neue Aktien auszugeben.

Da nun knapp über sechs Millionen Aktien ausgegeben wurden, sind noch rund 24 Millionen übrig. Zuletzt waren auch Sondierungsgespräche mit der Deutschen Bank über einen möglichen Einstieg geführt worden, diese hatte aber schlussendlich abgesagt.

 
 

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