Dortmunder Spieler feiern Derbysieg auf dem Zaun

Thorsten Schabelon
Will „das Gespräch mit dem Trainer und Michael Zorc suchen“: Jakub Blaszczykowski.
Will „das Gespräch mit dem Trainer und Michael Zorc suchen“: Jakub Blaszczykowski.
Foto: Ina Fassbender/Reuters
Erstmals seit dem Gewinn der Meisterschaft stiegen die Borussen wieder auf den Zaun vor der Südtribüne. Dortmunds Jakub Blaszczykowski freute sich nach dem 2:0-Sieg über seinen Einsatz im Derby. Der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft hatte Schalkes Julian Draxler völlig abgemeldet.

Dortmund. Einen Derbysieg muss man gebührend feiern. Deshalb stiegen die Borussen nach dem 2:0 gegen Schalke 04 erstmals seit dem Gewinn der Meisterschaft wieder auf den Zaun vor ihrer jubelnden Südtribüne. Ganz vorne und mit Megafon, wie auch kaum anders zu erwarten: Kevin Großkreutz. Großkreutz war allerdings erst in der 88. Minute auf das Spielfeld gekommen. Der Name des Dortmunder Derbyliebhabers stand überraschend nicht in der BVB-Startelf. Auch ein anderer prominenter Derbyname fehlte: Shinji Kagawa, der in seinem ersten Derby auf Schalke gleich zwei Tore erzielt hatte, saß auf der Ersatzbank. Beide Borussen hatten am Mittwoch beim FC Arsenal und vor einer Woche beim Sieg in München noch in der Startelf gestanden und in beiden Spielen jeweils über 12 Kilometer gelaufen. Eine Monsterleistung.

Trainer Jürgen Klopp hatte stattdessen Jakub Blaszczykowski und Lucas Barrios für die Startelf nominiert. Für Barrios war es der erste Einsatz von Beginn an in der laufenden Saison. Während der Südamerikaner seine Muskelverletzung von der Copa America auskurierte, war Ersatz Robert Lewandowski, der im Derby das 1:0 erzielte, zu Höchstform aufgelaufen und glänzte als Torjäger. Barrios fand sich, als er wieder fit war, auf der Bank wieder. Eine ungewohnte Situation für ihn. Gegen Schalke war er Barrios wieder Sturmspitze, Lewandowski rückte auf den freien Kagawa-Platz im Mittelfeld.

Blaszczykowski wünscht sich mehr Praxis-Minuten

Und Jakub Blaszczykowski, der bislang in dieser Saison noch nicht richtig überzeugen konnte, spielte auf der rechten Seite. „Es hat mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass ich der Startelf bin. Ich habe mich im Training auch voll reingehängt“, sagte Blaszczykowski. In den letzten Wochen waren, bei Kubas Besuch bei der polnischen Nationalmannschaft, winterliche Abwanderungsgedanken des Mittelfeldspielers kolportiert worden. Der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft wünscht sich vor der EM im Heimatland mehr Praxis-Minuten. „Mein Einsatz im Derby war für mich wichtig. Ich werde das Gespräch mit dem Trainer und Michael Zorc suchen“, sagte Kuba dazu nur.

Im Duell mit Schalke hatte Jürgen Klopp einen besonderen Plan mit dem Polen. Der sollte dem nicht als Sprinter bekannten Christian Fuchs Probleme bereiten. Ein Ansatz, der zumindest in der ersten Hälfte aufging. Blaszczykowski brachte Fuchs mehrfach in die Bredouille. Viel wichtiger: Im Verbund mit seinem polnischen Nationalmannschaftskollegen Lukasz Piszczek machte er die rechte Seite völlig dicht. Schalkes Supertalent Julian Draxler war völlig abgemeldet. Fuchs kam nicht zum Flanken.

Barrios zog immer wieder den Kürzeren

An Lucas Barrios indes lief das Spiel vorbei. Die Bälle kamen bei ihm nicht an und in den Zweikämpfen zog er immer wieder den Kürzeren gegen die Schalker Innenverteidigung Papadopoulos/Matip. Barrios hatte trotzdem zwei Mal sein erstes Saisontor auf dem Fuß. Vor dem 2:0 (61.) spielte ihn Mats Hummels per Kopfball in der Strafraummitte an. Der Torjäger stand frei vor Unnerstall, brachte den Ball entgegen seiner sonstigen Kaltschnäuzigkeit aber nicht im Tor unter. Den Abpraller des Schalker Torwarts schob dann Felipe Santana ein. In der zweiten Aktion (73.) legte Sebastian Kehl den Ball schön auf den Südamerikaner ab. Der brachte ihn aber wieder nicht im Tor unter und haderte anschließend mit sich selbst.

Kurz danach war sein Arbeitstag beendet. Jürgen Klopp brachte in der 78. Minute Shinji Kagawa für Barrios und zehn Minuten Großkreutz für Blaszczykowski. Barrios ließ es sich nach dem Abpfiff natürlich nicht nehmen, auch auf den Zaun vor der Südtribüne zu klettern und mit den Fans zu feiern.