Dortmund mit Glück und Weidenfeller zum 5:4-Sieg bei Fortuna Düsseldorf

Die Notelf von Borussia Dortmund hat sich in Unterzahl ins Pokal-Viertelfinale gekämpft. Der deutsche Fußball-Meister gewann sein Achtelfinale beim Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf mit 5:4 (0:0, 0:0) nach Elfmeterschießen. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Ivan Perisic. Zuvor hatte Roman Weidenfeller gegen Thomas Bröker gehalten. Der BVB stand nach der Gelb-Roten Karte gegen Patrick Owomoyela in der 34. Minute fast neunzig Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz.

Düsseldorf.. Als Ivan Perisic den fünften Elfmeter für Borussia Dortmund im Netz versenkt hat, kommt Trainer Jürgen Klopp wieder ganz langsam auf den Rasen zurück. Der Trainer war in der Schlussphase des Pokal-Achtelfinales auf die Tribüne verbannt worden. Jetzt stand er mit seiner gelben Kappe mitten unter seinen Spielern und genoss den 5:4 (0:0)-Sieg der Dortmunder im Elfmeterschießen beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf.

Dass diese Partie überhaupt angepfiffen werden konnte, lag daran, dass Jürgen Klopp nach längerem Suchen doch noch elf Spieler für die Startelf gefunden hatte. Die Verletztenliste des BVB ist ja kurz vor dem Fest länger als die meisten Weihnachtswunschlisten. Die Namen Neven Subotic, Felipe Santana, Moritz Leitner, Sven Bender, Marcel Schmelzer und Mario Götze stehen darauf. Dortmunds Trainer musste also improvisieren. Besonderes Talent zeigte er dabei in der Mitte der Viererabwehrkette. Glied eins: wie gewohnt Mats Hummels. Glied zwei: sehr überraschend der Außenbahnspezialist Patrick Owomoyela.

Owomoyela fliegt raus

Allerdings nicht sehr lange. Erst bremste Owomoyela Fortuna-Angreifer Thomas Bröker regelwidrig und sah dafür die Gelbe Karte. Und in Minute 34 schon schickte Schiedsrichter Manuel Gräfe den Aushilfsinnenverteiger dann nach einem mehr als rustikalen Einsteigen gegen Sascha Rösler per Gelb-Roter-Karten-Kombination in die Kabine.

Dadurch entwickelte sich ein spannendes, offenes Spiel. Dank BVB-Torwart Roman Weidenfeller, der mehrfach glänzend rettete, stand es nach 90 Minuten und auch nach der Verlängerung 0:0. Das Elfmeterschießen musste entscheiden.

Während Klopp in den Katakomben stand und nicht eingreifen konnte, legte Fortuna-Coach Norbert Meier die Reihenfolge der Schützen fest, Torwarttrainer Manfred Gloger notierte alles auf einem Zettel, und Kapitän Andreas „Lumpi“ Lambertz gewann die Wahl. „Jens, fangen wir an?“ brüllte er über den Platz in Richtung Jens Langeneke. Langeneke, der in dieser Saison sieben von sieben Elfmeter verwandelt hatte, nickte: „Wir fangen an!“

Also lief zunächst Fortunas Angreifer Ranisav Jovanovic an. Sicher verwandelt, 1:0. Die Fans im ausverkauften Stadion waren begeistert. Als es 2:2 stand, gab es ein sportliches Drama. Fortuna-Kapitän Lambertz löffelte den Ball kläglich über die Latte. Er vergrub den Kopf in den Händen, doch Schiedsrichter Gräfe signalisierte: Wiederholung. Torwart Weidenfeller hatte vor dem Schuss die Torlinie verlassen. Weidenfeller bekam Kragenweite 64, marschierte zum Schiedsrichter und schimpfte.

Gräfe zeigte dem Keeper die Gelbe Karte. In dieser Pause hatte Lambertz sich erholt und wuchtete den Ball beim zweiten Versuch ins Netz. 3:2 für Fortuna. Sebastian Kehl glich zum 3:3 aus, dann kam das Ende für die Gastgeber. Thomas Bröker lief an, und schoss schwach. Weidenfeller hatte kaum Mühe, den Rollerball zu halten. der Rest war Formsache. Ilkay Gündogan und Ivan Perisic verwandelten noch für den BVB, die Dortmunder hatten 5:4 gewonnen und stehen im Viertelfinale.

Während sich die Spieler in den gelben Trikots jubelnd auf Weidenfeller stürzten, schlichen die Fortunen traurig in die Kabine.

„Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen“, sagte Trainer Norbert Meier. Ganz im Gegenteil. „Wir haben gegen den deutschen Meister mitgehalten und hätten mit etwas Glück auch gewinnen können. Kompliment an meine Jungs.“ Dem ist wenig hinzuzufügen.

Das Spiel im Schema:

Düsseldorf: Ratajczak - Levels, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Beister (79. Ranisav Jovanovic), Oliver Fink (63. Dum) - Bröker, Rösler. - Trainer: Meier

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Owomoyela, Hummels, Löwe (80. Kringe) - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski, Lewandowski, Großkreutz - Barrios (74. Perisic). - Trainer: Klopp

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Elfmeterschießen: 1:0 Jovanovic, 1:1 Hummels, 2:1 Langeneke, 2:2 Blaszczykowski, 3:2 Lambertz, 3:3 Kehl, Weidenfeller hält gegen Bröker, 3:4 Gündogan, 4:4 Rösler, 4:5 Perisic

Zuschauer: 54.000 (ausverkauft)

Gelb-Rote Karten: Owomoyela wegen wiederholten Foulspiels (34.)

Gelbe Karten: Rösler, Lambertz, Bodzek (2), Dum (2) - Weidenfeller, Kehl

 
 

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