Der BVB ist der gesellschaftlich wichtigste Fußballklub Deutschlands

Marco Rühmann ist Manager der 2012 gegründeten BVB-Stiftung "Leuchte auf".
Marco Rühmann ist Manager der 2012 gegründeten BVB-Stiftung "Leuchte auf".
Foto: Knut Vahlensieck/FUNKE Foto Services
Laut des ersten Gemeinwohlatlas bringt sich kein anderer deutscher Fußballklub in der Gesellschaft mehr ein als der Bundesligist Borussia Dortmund.

Dortmund/Gelsenkirchen.. Wenn in der Bundesliga Moral statt Punkte zählten, dann würde Borussia Dortmund den FC Bayern München klar hinter sich lassen und an der Spitze thronen. Das ist das Ergebnis des ersten deutschen Gemeinwohlatlas, den die HHL Leipzig Graduate School of Management und die Hochschule St. Gallen auf Grundlage einer Umfrage unter 7802 Bürgern erstellt haben.

Bei der ersten Studie dieser Art in Deutschland wurden 127 Unternehmen und Organisationen nach den vier Kriterien Lebensqualität, Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt und Moral auf einer Skala von 1 bis 6 (Bestnote) bewertet. Daraus leiteten die Wissenschaftler einen Mittelwert ab, der ausdrückt, wie wichtig die Kandidaten für die Gesellschaft sind. Die Befragten bewerteten den Einsatz der Feuerwehr (5,72), des Technischen Hilfswerks (5,45) und des Weißen Rings (5,22) für die Allgemeinheit am höchsten. Der BVB erhielt einen Mittelwert von 4,13, der dem einzigen börsennotierten Fußballverein Deutschlands den 38. Gesamtrang im Gemeinwohlatlas einbrachte. Der FC Schalke 04 (3,54) reiht sich beispielsweise erst auf Platz 88 ein.

Dortmund lässt Leverkusen und Bayern hinter sich

In der Rangliste der Unternehmen belegt der BVB den neunten Platz, die Tabelle der Fußballklubs führt er mit seinem Durchschnitswert von 4,13 unangefochten an. Bayer Leverkusen folgt mit deutlichem Abstand (3,73), Bayern München (3,60) ist Dritter. "Bemerkenswert ist, dass auch hier der FC Bayern am stärksten polarisiert. Im Kerngeschäft leistet der Klub die beste Arbeit von allen, wird aber in der Anstandsdimension sehr kritisch betrachtet", sagte Studienleiter Prof. Dr. Timo Meynhardt. "Fußball entfaltet für viele Menschen eine Kraft, die verbindet und tief in die Gesellschaft hineinwirkt. Fußballklubs tragen effektiv zum Gemeinwohl bei." Neben den drei West-Klubs und Bayern München wurden auch Werder Bremen (3,58/ Platz 84) und der Hamburger SV (3,01/ Platz 119) gelistet.

Borussia Dortmund erreichte seinen besten Einzelwert (4,48) in der Kategorie "Aufgabenerfüllung", die auf den "unmittelbaren Nutzen" im "Kerngeschäft" abzielt, wie es in der Studie heißt. Gegenüber dem FC Bayern wurde dem BVB in moralischer Hinsicht (4,30) ein ganzer Punkt mehr zugestanden. Im Vergleich zum eigentlichen Branchenprimus aus München bescheinigten die Studienteilnehmer den Dortmundern zudem, mehr zum Zusammenhalt (3,93) und zur Lebensqualität (3,82) beizutragen als der FCB.

BVB-Stiftung "Leuchte auf" 2012 gegründet

Der BVB hatte im November 2012 seine Stiftung "Leuchte auf" gegründet, deren erklärtes Ziel es ist, "gemeinnützige Projekte und Organisationen mit finanziellen Mitteln oder ideeller Arbeit zu unterstützen". Vor allem in Dortmund und im Ruhrgebiet wird die Stiftung in den Bereichen demografischer Wandel, Integration und Inklusion, bürgerschaftliches Engagement sowie Gesundheitsförderung und Sport aktiv.

Die Liste der geförderten Projekte ist lang. Die "Youngsters Akademie" am Borsigplatz, der Wiege des Vereins, stellt etwa die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Dortmunder Norden in den Mittelpunkt. Im Kampf gegen den Rechtsradikalismus, der den BVB und die Stadt immer wieder in negative Schlagzeilen bringt, unterstützt die Stiftung das Projekt "90 Minuten gegen Rechts" des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Zudem hilft Borussia Dortmund der Kinderklinik. Die Stiftung orientiert sich in ihrem Handeln an einem Zitat des Vereinsgründers Franz Jacobi: "Die Qualität eines Fußballvereins zeigt sich darin, wie er seinen sozialen Aufgaben gerecht wird."

Schalke 04 fördert Gemeinwohl im Ruhrgebiet

Auch Reviernachbar Schalke 04 fühlt sich mit seiner Stiftung "Schalke hilft!" dem Gemeinwohl in der Region verpflichtet. Talentförderung und Bildung, Einsatz für sozial Schwächere sowie gesellschaftliches Engagement sind die erklärten Ziele. Berufsvorbereitende Programme gehören genauso wie ermäßigte Stadiontickets für in Not geratene Fans oder Benefizveranstaltungen zu den Projekten.

 
 

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