Der BVB hadert mal wieder mit der Chancenverwertung

Henrikh Mkhitaryan hatte beim Revierderby die Führung auf dem Fuß - schoss den Ball aber links am Tor vorbei.
Henrikh Mkhitaryan hatte beim Revierderby die Führung auf dem Fuß - schoss den Ball aber links am Tor vorbei.
Foto: imago
0:0 trennten sich Borussia Dortmund und Schalke 04 – weil die Dortmunder allzu oft an S04-Torhüter Ralf Fährmann oder dem eigenen Zielvermögen scheiterten. Dennoch ließen sich aus BVB-Sicht viele positive Erkenntnisse aus dem 144. Revierderby ziehen.

Dortmund.. Nachdem sich Borussia Dortmund und Schalke 04 nach 90 Minuten auf eine Punkteteilung per 0:0 geeinigt hatten und nachdem auch die Fans beider Lager weitgehend friedlich geblieben waren, zeigten auch die Spieler und Verantwortlichen der beiden Vereine große Übereinstimmungen in der Nachbetrachtung.

Schalke-Manager Horst Heldt und sein Trainer Jens Keller etwa lobten Torhüter Ralf Fährmann in den höchsten Tönen und auch die BVB-Angehörigen zollten dem Keeper der Gegenseite ihren Respekt: „Es erinnerte mich ein wenig an das Derby vor zwei Jahren, als wir 0:0 gespielt haben und der Manuel Neuer alles gehalten hat“, sagte etwa BVB-Boss-Watzke. „Und dieses Mal hat eben der Ralf Fährmann alles gehalten, er hat eine Weltklasseleistung abgeliefert.“ Und Nuri Sahin gab zu: „Ja, wir haben im Spiel auch kurz daran gedacht, ehrlich gesagt. Damals hatten wir auch riesige Torchancen, Latte, Pfosten, Neuer. Und heute war es nicht anders. Bei aller Rivalität muss man natürlich den Fährmann loben, der hat ein gutes Spiel gemacht.“ Und auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc stimmte ein in den Lobgesang: „Wir sind an Fährmann gescheitert oder einem Bein, was noch dazwischen war.“

Hummels: "Es lag auch an uns"

Nur Mats Hummels wollte nicht so recht mittun: „Es lag an Ralf Fährmann“, sagte der Innenverteidiger. „Aber es lag natürlich auch an uns. Wir haben den Ball ja auch mal neben das Tor geschossen. Und Lewy hätte auf Marco spielen müssen, dann wäre es auch für Ralf schwer geworden.“ Der Abwehrchef meinte jene Szene in der 68. Minute, als sich Mittelstürmer Robert Lewandowski erst dynamisch durch die Schalker Abwehr tankte, dann aber im Dribbling an Fährmann hängen blieb – anstatt den mitgelaufenen Marco Reus anzuspielen. „Ich habe ihn nicht gesehen“, rechtfertigte sich der polnische Nationalstürmer.

Doch auch Reus war Ende der ersten Halbzeit einmal völlig frei vor dem Schalker Torwart aufgetaucht, ohne diesen überwinden zu können. Mkhitaryan legte den Ball völlig freistehend aus kurzer Distanz am Tor vorbei (73.) und schon nach sechs Minuten hatte Lewandowski völlig freistehend weit neben das Tor geköpft – nur die besten einer Reihe guter BVB-Gelegenheiten.

Und so stand beim BVB mal wieder das Thema Chancenverwertung auf der Diskussionsordnung, denn spielerisch hatten sich die Schwarz-Gelben wenig vorzuwerfen. Zwar brauchten die Dortmunder rund 20 Minuten, um sich die Hoheit über die Partie zu erobern, bis dahin wurden sie von den Schalkern meist in die eigene Hälfte gedrückt und schienen etwas überrascht von deren aggressiven Pressing. Doch nach und nach spielte sich der BVB frei und spätestens in der zweiten Halbzeit war es nur noch eine Schalker Abwehrschlacht gegen eine Dortmunder Mannschaft, die ihre Angriffe mit einer Mischung aus Wucht und spielerischer Raffinesse vortrug. Mit schnellen, variantenreichen Angriffen wurde die Schalker Mannschaft mehrfach aus den Angeln gehoben, besonders Reus tat sich in seinem ersten Startelf-Einsatz nach rund dreiwöchiger Verletzungspause als Kreativkraft hervor.

Wie in den beiden Meisterjahren

„Hätten wir einen Ball reingeschossen, würden wir von einem Spiel sprechen, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagte Hummels, der sich auch an jenes Spiel gegen einen unbezwingbaren Manuel Neuer aus der Meisterschaftssaison 2010/2011 erinnert fühlte – dem aber durchaus positives abgewinnen konnte: „Ich habe aber kein Problem damit, dass wir jedes Mal so spielen wie in den beiden Meisterjahren und dann ein oder zwei unnötige Unentschieden dabei haben.“

 
 

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