Der BVB erleidet in Sinsheim Rückschlag im Kampf um Europa

Sebastian Weßling
Sieht nach Rückschlag aus: Sebastian Kehl und Pierre-Emerick Aubameyang nach dem Abpfiff in Sinsheim.
Sieht nach Rückschlag aus: Sebastian Kehl und Pierre-Emerick Aubameyang nach dem Abpfiff in Sinsheim.
Foto: Imago
Durch das 1:1 in Hoffenheim kann der BVB die Europa League nicht mehr aus eigener Kraft erreichen - und Revierrivale Schalke gerät außer Reichweite.

Sinsheim. Am Ende wussten sie bei Borussia Dortmund nicht so ganz genau, was sie mit diesem Spiel anfangen sollten, mit dem 1:1 bei der TSG 1899 Hoffenheim. Lange war man im Kraichgau der Musik hinterhergelaufen, gegen Ende aber hatte man maßgeblich den Takt der Partie bestimmt - und doch nur einen Punkt mitgenommen.

Und so entscheiden sich die meisten BVB-Akteure für einen rhetorischen Spagat: Über das Spiel selbst äußerten sie sich eher enttäuscht - Beispiel Mats Hummels: "Es geht eine leichte Tendenz zur Unzufriedenheit, weil wir am Ende noch Riesenchancen hatten, das Spiel zu gewinnen", sagte er. "Wir hatten etliche Möglichkeiten, das Spiel am Ende zu gewinnen, deswegen ist es schon ein bisschen schade", ergänzte Sebastian Kehl.

Kehl: "Es ist nicht viel passiert"

Die tabellarischen Folgen dieses Unentschiedens dagegen versuchte man auf Dortmunder Seite möglichst positiv darzustellen. "Der Punkteabstand zu Hoffenheim ist gleich geblieben", sagte Kehl. "Am Ende ist nicht viel passiert in der Tabelle, wir haben immer noch die Möglichkeit, das Ding mit eigenen Mitteln vielleicht in den beiden Heimspielen zu regeln."

Tatsächlich kann es dem BVB alles andere als recht sein, dass sich der Abstand zur TSG Hoffenheim nicht verändert hat - liegt man doch einen Punkt hinter den Kraichgauern. Da Bremen durch den 1:0-Sieg über Eintracht Frankfurt vorbeigezogen ist, ist man auf Rang neun abgerutscht. Der Rückstand auf den FC Augsburg (0:0 gegen den 1. FC Köln) liegt unverändert bei drei Punkten, der auf Schalke 04 (3:2 gegen den VfB Stuttgart) ist auf fünf Zähler angewachsen - bei noch drei Spielen eine Menge Holz.

Nur noch Rang acht ist in Schlagdistanz

Im Kampf um die Europa League war dieser 31. Spieltag also ein nicht zu unterschätzender Rückschlag für die Dortmunder: Bis zum 1:1 in Hoffenheim hatte man die Möglichkeit, sich Platz sieben aus eigener Kraft zu sichern - und der würde für das internationale Geschäft reichen, sollte sich der BVB nicht durch einen Pokalsieg ohnehin qualifizieren. Nun aber hat man von den Mannschaften in Reichweite nur noch Bremen als Gegner und kann nur noch Rang acht aus eigener Kraft erreichen. Selbst bei drei Siegen aus drei Spielen ist man auf Patzer der Konkurrenz aus Augsburg oder Hoffenheim angewiesen. Und da eine der drei Partien auswärts in Wolfsburg stattfindet, sind die drei BVB-Siege alles andere als selbstverständlich.

"Wir haben in den Heimspielen gegen Berlin und Bremen natürlich die Pflicht, die drei Punkte zu holen", sagt Kapitän Hummels. "In Wolfsburg wäre es für uns auch sehr wichtig, da etwas mitzunehmen. Dann schauen wir, was passiert." Von dem Traum, den FC Schalke noch abzufangen, muss man sich wohl verabschieden. "Wenn es am Ende der sechste Platz hinter Schalke wird, ist es für die Fans natürlich nicht so toll", meint Hummels. "Aber für uns wäre das noch sehr zufriedenstellend, wenn man sieht, wo wir herkommen." Mindestens Platz sieben wolle man in jedem Fall erreichen.

Auch Trainer Jürgen Klopp verabschiedete sich kampflustig aus Hoffenheim: "Idealerweise schnappen wir euch noch", sagte er in Richtung des Hoffenheimer Trainer Marcus Gisdol. "Dass wir das vorhaben ist ja klar. Aber dass es nicht so leicht wird, haben wir heute gesehen."