Der BVB entdeckt gegen Arsenal seine Kompaktheit wieder

Sven Bender (r.) stand nach langer Leidenszeit wieder 90 Minuten für den BVB auf dem Platz, überzeugte im Mittelfeld und hielt Arsenals Özil im Zaum.
Sven Bender (r.) stand nach langer Leidenszeit wieder 90 Minuten für den BVB auf dem Platz, überzeugte im Mittelfeld und hielt Arsenals Özil im Zaum.
Foto: imago
Beim 2:0-Sieg gegen den FC Arsenal überzeugte Borussia Dortmund durch eine überragende Defensivleistung, was in den Spielen zuvor selten gelungen war. Mit verantwortlich für die wiederentdeckte Kompaktheit war einer, der nach langer Leidenszeit endlich zurückkehrte.

Dortmund.. Erschöpft, aber glücklich trat Sebastian Kehl zu später Stunde vor die wartenden Journalisten. Erschöpft, weil das vorangegangene 2:0 gegen den FC Arsenal gehörigen Aufwand erfordert hatte, gerade auch vom ehemaligen Mannschaftskapitän Kehl. Und glücklich, weil in der Auftaktpartie der Champions League endlich einmal das gelungen war, was zuvor in drei Liga- und einem DFB-Pokalspiel nicht geklappt hatte: Der BVB war ohne Gegentor geblieben, mehr noch: Er hatte kaum Torchancen zugelassen gegen die offensivstarken Londoner. Gerade rechtzeitig hatten die Dortmunder zu jener Kompaktheit zurückgefunden, die ihnen zuletzt abgegangen war.

"Das war heute ein Schritt vorwärts", lobte Kehl, der im defensiven Mittelfeld mit seiner Präsenz, seiner Übersicht und seiner Laufstärke großen Anteil an der starken Defensivleistung hatte - aber bei weitem nicht der einzige war: "Die Jungs vorne haben wahnsinnig gut gearbeitet und es damit der ganzen Mannschaft leichter gemacht", sagte der 34-Jährige. "Es war heute ein sehr, sehr gutes Spiel und in vielen Bereichen schon nah am Optimum."

Klopp: "Das war heute ein Spiel, das hefte ich mir ab."

Tatsächlich hatten die beiden Stürmer Ciro Immobile und Pierre-Emerick Aubameyang sowie die offensiver ausgerichteten Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz und Henrikh Mkhitaryan die Gäste von Beginn an tief in deren Hälfte zurückgedrängt, hatten immer wieder die Abwehrspieler aggressiv angelaufen und so jegliches Arsenal-Aufbauspiel unterbunden. Kurz: Der BVB hatte Vorwärtsverteidigung wie aus dem Lehrbuch gezeigt - so sah es auch Trainer Jürgen Klopp: "Wir wollten heute eine Pressingmaschine auf den Platz stellen. Wir haben Pressing und Gegenpressing gespielt", freute der sich."Ich habe ein paar Szenen vor Augen, die werde ich ganz lange in Erinnerung behalten. Das war heute ein Spiel, das hefte ich mir ab."

Startelf-Rückkehrer Bender wird mit Kehl zum BVB-Prellbock

Nicht zuletzt hatte die wiederentdeckte Kompaktheit aber auch mit einem Spieler zu tun, der nach längerer Leidenszeit endlich wieder einmal über 90 Minuten auf dem Platz stand: Sven Bender kehrte nach verpasster Rückrunde, verpasster Weltmeisterschaft und einigen Kurzeinsätzen zuletzt wieder in die Startelf zurück - und bildete gemeinsam mit Kehl im Mittelfeld einen fast unüberwindbaren Prellbock für die Arsenal-Angriffe, die einigermaßen strukturiert an den BVB-Offensivleuten vorbeigekommen waren.

"Die beiden haben toll mitgearbeitet", lobte Abwehrmann Marcel Schmelzer, dem es immerhin gelungen war, Mesut Özil weitgehend zum Statisten zu degradieren. "Ich spiele natürlich auch sehr, sehr gerne mit Sven zusammen, weil wir uns sehr gut verstehen", sagte Kehl. "Jeder läuft für den anderen und wir denken beide defensiv."

 
 

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