Den BVB beschäftigt vor allem das Thema Dembélé

Von links: Michael Zorc, Peter Bosz und Hans-Joachim Watzke.
Von links: Michael Zorc, Peter Bosz und Hans-Joachim Watzke.
Foto: firo

Freiburg. Die Stimmung in der Kabine war offensichtlich ausgelassen, laute Bässe und heisere Jubelschreie waren zu hören, wann immer sich die Tür öffnete. „Heute wird ordentlich gefeiert“, gab einer der Männer des Spiels vor und lieferte gleich noch die Begründung nach: „Wir können stolz sein, dass es so glimpflich abgelaufen ist.“ Selten hat sich eine Mannschaft so über eine 0:4 (0:2)-Niederlage gefreut wie jene des 1. FC Rielasingen-Arlen. Aber das war nur allzu verständlich, schließlich war der Gegner in der ersten DFB-Pokalrunde der Titelverteidiger und Vizemeister, Borussia Dortmund – für einen Sechstligisten ein schier übermächtiger Gegner.

„Es gab ein paar Spekulationen vor dem Spiel, das es zweistellig auf die Fresse gibt“, sagte ein erleichterter Torhüter Dennis Klose. „Dem war dann doch nicht so.“ Und so freuten sich jene, die deutlich unterlegen waren, während die Sieger ihr weiterkommen eher geschäftsmäßig zur Kenntnis nahmen. „Es war kein Highlight-Spiel, wir hätten das Tempo höher halten müssen, um noch mehr Tore schießen zu müssen“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. „Aber wir haben gewonnen. Mund abputzen, nach Hause.“

Philipp: "Wir werden da rausgehalten“

„Wir sind weiter, das zählt“, meinte auch Neuzugang Maximilian Philipp. Der 23-Jährige kennt jeden Quadratmeter im Freiburger Schwarzwaldstadion, in das der Sechstligist für diese Partie ausgewichen war – viereinhalb Jahre hat er für den SC Freiburg gespielt. Doch auch als die Fragen der Journalisten ihn auf gefährliches Terrain führten, zog er sich sauber aus der Affäre. „Die Thematik betrifft uns nicht direkt“, sagte Philipp, als das Gespräch auf den suspendierten Ousmane Dembélé kam. „Das ist eine Thematik zwischen Ous und den Verantwortlichen, wir werden da rausgehalten.“

Denn der wechselwillige Dembélé fehlte ja in Freiburg, nachdem er mit einem Trainingsstreik seinen Wechsel zum FC Barcelona hatte erzwingen wollen und von den Klubbossen daraufhin suspendiert worden war. Wie es weitergeht, ist offen. „Das erfahrt ihr morgen“, sagte Zorc. Trainer Peter Bosz hatte zuvor verraten, dass er sich am Samstagabend mit Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zusammensetzen und über das weitere Vorgehen beraten werde. Am heutigen Sonntag will der Verein die Entscheidung bekannt geben. Mehr wollte auch Bosz nicht preisgeben, auf die vielen Nachfragen reagierte er zwar freundlich, aber doch irritiert: „Ich weiß, dass mein Deutsch noch nicht optimal ist, aber ich glaube, dass ich doch deutlich war“, sagte er.

Offensivspiel ohne Dembélé stottert noch gehörig

Die Pokalpartie in Freiburg hatte ihm zuvor vor Augen geführt, dass das Offensivspiel ohne Dembélé noch gehörig stottert. „Klar hätte vieles noch besser laufen können, vor allem die Chancenauswertung“, sagte Philipp. „Wir hätten das Spiel schneller machen müssen, dann wäre der Sieg auch höher ausgefallen.“ Der Neuzugang hatte den rechten Flügel besetzt, hatte sich viel bewegt, längst aber nicht die Durchschlagskraft Dembélés gezeigt. Noch schwächer allerdings agierte André Schürrle auf der anderen Seite.

Immerhin hatten Marc Bartra schon nach 12 Minuten mit seinem Tor die Weichen auf Sieg gestellt, Pierre-Emerick Aubameyang dann mit drei Treffern – darunter ein Elfmeter – für klare Verhältnisse gesorgt (41., 55., 80.). 32:7 Torschüsse und 82:18 Prozent Ballbesitz verzeichnete die Statistik. Doch viele der Schüsse wurden aus der Distanz abgegeben, der Sechstligist gestaltete die Partie wesentlich enger als erwartet – und hätte auch selbst treffen können, hätte er bei einigen Kontern die großen Lücken in der Dortmunder Defensive besser genutzt.

„Da müssen wir uns auf jeden Fall verbessern, die Fehler abstellen“, meinte auch Philipp. „Aber wir haben ja noch eine Woche Zeit bis zum Bundesliga-Auftakt.“

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