Das Warten auf BVB-Taktgeber Ilkay Gündogan geht weiter

Immer noch nicht ganz fit: BVB-Taktgeber Ilkay Gündogan.
Immer noch nicht ganz fit: BVB-Taktgeber Ilkay Gündogan.
Foto: sid
Er ist der kreative Kopf von Borussia Dortmund, der Organisator des schwarz-gelben Tempofußballs kloppscher Prägung. Doch in diesem Jahr wird Ilkay Gündogan wohl kein Spiel mehr machen für den BVB. Er muss sich weiter in Geduld üben. Dabei ist er doch „sehr, sehr ungeduldig“.

Dortmund. „Wenn Ilkay Gündogan fehlt“, das schrieb vor einiger Zeit Borussia Dortmunds Stadionmagazin „Echt“, „dann schlägt das Herz der Borussia langsamer.“ Er, dieser herausragende Mittelfeldspieler mit der Begabung, ein Spiel lesen und entscheidend beeinflussen zu können, sollte das heißen, ist der Schrittmacher des BVB. Der Regisseur des schwarz-gelben Spektakels. Er ist der kreative Kopf, der dem Dortmunder Spiel Struktur und eine Richtung gibt. Oder, wie es Jürgen Klopp sagt: „Er ist unsere Schaltzentrale.“

Wenn in dieser Spielzeit noch nicht alles rund lief beim BVB, wenn das Spiel mitunter stockte, dann lag das auch zu einem großen Teil daran, dass eben jener Ilkay Gündogan so schmerzlich vermisst wurde. In der Bundesliga brachte er es gerade einmal auf 54 Einsatzminuten am ersten Spieltag gegen Augsburg, den Rest der bisherigen Saison verpasste er aufgrund seiner Wirbelsäulen-Verletzung, die er sich beim Länderspiel gegen Paraguay im August zugezogen hatte und die ihm täglich zu schaffen macht. „Die Schmerzen“, erklärt er, „strahlen immer noch von der Hüfte ins Bein.“

Er spricht nicht gerne über Sorgen

In den Momenten, in denen Gündogan über seine Verletzung spricht, wird er spürbar leiser. Man merkt: Er ist keiner, der gerne über seine Probleme und Sorgen spricht. „Ich mache das mit mir selbst aus. Ich bin da eher introvertiert. Meine Familie sagt immer: Ruf uns doch mal an! Ich fresse das lieber in mich hinein“, hat er einmal verraten. Und auch jetzt ist ihm anzumerken, dass ihn das Thema so nervt wie das ewige Rundendrehen auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel. Er will zurück. Endlich wieder Fußball spielen. Für seinen BVB und für die Nationalmannschaft, deren Trainer Joachim Löw genauso Mitglied im Ilkay-Gündogan-Fanklub ist, wie Jürgen Klopp. Bis es so weit ist, wird es aber noch dauern. Zu Beginn der Rückrundenvorbereitung könnte es so weit sein. Sicher ist das aber nicht, was Gündogan nervt. Verrät der doch: „Ich bin ein sehr, sehr ungeduldiger Mensch.“

Allerdings auch ein optimistischer und positivdenkender. Einer, der an sich und seine Qualitäten glaubt. „Ich bin überzeugt, dass ich noch stärker zurückkommen werde, als ich es vor der Verletzung war“, so der 23-Jährige.

Vertragsverhandlungen stocken weiter

Auf den Tag, an dem er auf den Platz zurückkehren wird, warten sie in Dortmund aber auch aus einem weiteren Grund. Die Verantwortlichen des BVB brennen darauf, den Vertrag mit Gündogan, dessen Arbeitspapier im Sommer 2015 endet, zu verlängern. Zuletzt wurde der Vertragspoker begleitet von Gerüchten, nach denen Real Madrid die Fühler ausgestreckt habe nach dem gebürtigen Gelsenkirchener, der in Dortmund längst heimisch geworden ist.

Auskünfte über den Stand der Verhandlungen sind freilich von ihm nicht zu erwarten. Angesprochen darauf ist es mit seiner Verbindlichkeit schnell vorbei. Erst dann, wenn er wieder auf dem Platz steht, möchte er sich zu diesem Thema äußern. Immerhin: zu dem Satz „der BVB war immer mein erster Ansprechpartner“, kann er sich schließlich durchringen. Das ist zwar nicht viel und im schnelllebigen Fußball-Geschäft selten mehr als eine nette Floskel, dieser Tage dürfte sie in Dortmund dennoch gerne gehört werden. Macht sie es doch zumindest ein bisschen wahrscheinlicher, dass das Herz des BVB auch in den kommenden Jahren schneller schlägt. Immer im Takt von Ilkay Gündogan.

 
 

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