Das sind die zehn größten Duelle zwischen dem BVB und Bayern München

Das Duell Borussia Dortmund gegen den BVB - in den vergangenen Jahren ist daraus DAS Duell im deutschen Fußball geworden. Doch schon immer gab es packende Auseinandersetzung zwischen dem FCB und dem BVB - wir blicken auf die zehn größten, intensivsten und kuriosesten Begegnungen zurück.

Provokationen, Platzverweise viele Tore und ein legendärer Pfostenschuss - die Begegnungen zwischen dem BVB und Bayern München liefern immer wieder viel Gesprächsstoff - wir haben die zehn größten Duelle ausgewählt.

Die legendären Duelle im Überblick 

3. April 1999: Dieses Spiel bietet alles: Ein früher Platzverweis gegen Bayerns Samuel Kuffour. Eine 2:0-Pausenführung des BVB durch Doppelschlag von Heiko Herrlich. Dann Gelb-Rot gegen Dortmunds Stefan Reuter, 2:2-Ausgleich durch Zickler und Jancker und dann hält Oliver Kahn noch einen Elfmeter von Lars Ricken.

In Erinnerung bleibt der Bayern-Torwart aber vor allem wegen anderer Szenen: Nach eine bereits abgepfiffenen Aktion schnappte sich Kahn den Ball und sprang in bester Karate-Manier mit ausgestrecktem Bein auf BVB-Stürmer Chapuisat zu - traf ihn aber nicht. Später kniff er noch Andreas Möller ins Ohr und nachdem Herrlich ihn im Luftduell gerempelt hatte, biss er diesem in den Hals. Kahns lapidarer Kommentar: „Der Trainer hatte gesagt, wir sollen uns am Gegner festbeißen. Das habe ich beherzigt."

12. Mai 2012: In Berlin erlebt der FC Bayern München die ultimative Demütigung: Nachdem der BVB schon den Meistertitel verteidigt hat, nimmt er den Rekordmeister im Pokalfinale nach allen Regeln der Kunst auseinander. 5:2 heißt es am Ende, dreimal trifft Robert Lewandowski. Einzig Bayerns Arjen Robben hat so etwas wie ein Erfolgserlebnis: Er verwandelt in einem wichtigen Spiel einen Elfmeter - das gelingt ihm in dieser Saison nicht allzu oft.

9. August 1986: Wer heute den Namen Frank Mill hört, hat sofort diese Szene vor Augen, die Mutter aller Großchancen: Mill bestreitet zum Saisonauftakt sein erstes Spiel für den BVB, ausgerechnet gegen die Bayern. Beim Stand von 1:1 taucht er nach langem Pass allen vor Bayern-Torwart Pfaff aus, umspielt diesen locker - und hat auf einmal ganz viel Zeit. Mill gerät ins Nachdenken, will es besonders kunstvoll machen, stolpert, sieht Pfaff von hinten heranrauschen und setzt den Ball aus zwei Metern überhastet an den Pfosten. Das Spiel endete 2:2, Mill schoss in der Saison noch 17 Tore - und wird doch immer wieder auf den Pfostenschuss reduziert. "Immerhin", sagt er heute, "jede Oma, jede Wurstverkäuferin kennt diese berühmte Szene."

19. April 1997: Eine weitere berühmte Szene lieferten Lothar Matthäus und Andreas Möller ab. Der Dortmunder - noch bestens wegen seiner "Schutzschwalbe" gegen den Karlsruher SC in Erinnerung - hatte damals eine gewisse Neigung entwickelt, beim Schiedsrichter Beschwerden einzulegen. Irgendwann wurde es Matthäus zu bunt, er nannte Möller eine "Heulsuse" und wischte sich die imaginären Tränen aus dem Gesicht. Die Reaktion des Dortmunders traf ihn unvorbereitet: Statt zu heulen platzierte Möller seine Hand wenig liebe- und dafür um so schwungvoller auf der Wange des Münchners.

25. Mai 2013: Wer sich nur ein wenig für Fußball interessiert, wird dieses Duell nicht vergessen haben: Der BVB und die Bayern trafen im Champions-League-Finale aufeinander - und das ausgerechnet in Wembley, dem englischen Nationalheiligtum, was die Engländer mächtig wurmte. Und es wurde ein intensives Duell: Nach einer Stunde traf Mandzukic zum 1:0 für die Bayern, nur acht Minuten später glich Gündogan per Elfmeter aus - und dann kam Robben. Sein Treffer zum 2:1 in der 89. Minute stürzte die BVB-Profis ins Tal der Tränen - da konnten auch die über 10.000 Fans nicht wirklich trösten, die ihre Helden nach der Rückkehr aus London im Signal Iduna Park empfingen.

11. April 2012: Am 30. Spieltag stieg die vorentscheidende Partie um die Deutsche Meisterschaft: Titelverteidiger Borussia Dortmund empfing Bayern München. Die Gäste lagen vor dem Spiel mit drei Punkten Rückstand auf Tabellenrang zwei, mussten also unbedingt gewinnen, um sich die Meisterschaftschance zu erhalten. Doch es waren die Dortmunder, die in Person von Lewandowski zuerst trafen. Und kurz vor Schluss folgten die Szenen, die in keinem Saisonrückblick fehlten: Bayern-Rechtsaußen Robben wurde von BVB-Torwart Weidenfeller im Strafraum von den Beinen geholt, Weidenfeller hielt gegen Robben und BVB-Verteidiger Subotic baute sich direkt vor dem Münchner auf und brüllte diesem wohl nicht nur seine Erleichterung ins Gesicht.

7. April 2001: Das Spiel endete 1:1 - doch das interessierte später kaum noch jemanden. Denn Fußball gespielt wurde höchstens am Rande, wie schon der Statistik-Bogen nach der Partie verriet: 13 gelbe Karten waren dort vermerkt; Lizarazu, Evanilson und Effenberg mussten den Platz vorzeitig verlassen. Effenberg hatte Dede einen Ellbogencheck verpasst und verabschiedete sich mit Luftküssen aus dem Westfalenstadion - der Tiger verstand sich eben schon immer auf Deeskalation.

9. November 2002: Nach dem 12. Spieltag stand BVB-Stürmer Jan Koller im Fachmagazin "kicker" in der Elf des Spieltags. Das wäre nicht weiter ungewöhnlich gewesen, wäre er nicht auf der Position des Torhüters eingetragen gewesen. Und das war nicht etwa Folge einer geistigen Umnachtung der zuständigen Redakteure, sondern eines äußerst kuriosen Spitzenspiels. Schon nach sieben Minuten fälschte Koller - da noch auf der angestammten Position - einen Schuss von Marcio Amoroso ins Bayern-Tor ab. Doch schon in der 41. Minute musste BVB-Spieler Thorsten Frings mit Gelb-Rot vom Platz. Nach etwa einer Stunde drehte ein Bayern-Doppelpack das Spiel und BVB-Torhüter Jens Lehmann beschwerte sich derart vehement darüber, dass auch er die Ampelkarte sah. Weil BVB-Coach Sammer sein Wechselkontingent aufgebraucht hatte, musste der lange Koller ins Tor und machte das nicht einmal schlecht: Flanken fischte er sicher herunter und kurz vor Schluss hielt er einen Schuss von Michael Ballack fest - nur bei den Abwürfen wirkte er seltsam ungelenk.

23. April 2008: Es war gar nicht das DFB-Pokalfinale selbst, was zum modernen Klassiker geriet: 1:2 unterlag der BVB dem FC Bayern - so weit so gut. Doch in der Pressekonferenz am folgenden Mittwoch verlor BVB-Trainer Thomas Doll - gelinde gesagt - ein wenig die Fassung und ließ eine fünfminütige Wutrede vom Stapel. Einen der vielen rhetorisch und anatomisch fragwürdigen Höhepunkte dokumentieren wir im Folgenden ungekürzt:

"Wenn man was Schlechtes sehen will, sieht man was Schlechtes. Wenn man die andere Seite sehen will, kann man vielleicht auch mal die andere Seite sehen. Und das ist das, was mich so ärgert. Wir sollen jetzt am Freitagabend ne Mannschaft auf dem Platz bringen, die hier durchs Feuer geht, wo aber acht Mann eigentlich gar keine Rolle mehr spielen. Da lach ich mir doch den Arsch ab! Echt! Und das ist das, was mich ärgert. Und wir brauchen uns hier nicht hinsetzen jedes Mal, ob ein Kehl am Wochenende spielt, ob der am Wochenende spielt, ist doch alles blablabla ist das doch. Alles blablabla ist das." Zum Saisonende bot der Trainer dann seinen Rücktritt an - und BVB-Boss Hans-Jachim Watzke soll nicht allzu lange überlegt haben, bevor er annahm.

27. November 1971: Was soll man zu so einem Spiel großartig sagen? Der BVB wurde an der Grünwalder Straße so richtig in seine Einzelteile zerlegt. 11:1 hieß es am Ende aus Sicht der Münchner, es trafen: viermal Müller, zweimal Uli Hoeneß, zweimal Roth, je einmal Hoffmann, Beckenbauer und Breitner. Ein schwacher Trost: Die Bayern schossen in der Saison insgesamt 101 Tore, es kamen also auch andere Mannschaften ordentlich unter die Räder. Gar kein Trost: Es war nicht die höchste BVB-Bundesliga-Niederlage aller Zeiten. Die erlebten die Dortmunder in der Saison 1977/1978: ein 0:12 bei Borussia Mönchengladbach.

 
 

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