Castro will um Platz in der Nationalmannschaft kämpfen

Gonzalo Castro hat sich beim BVB mittlerweile eingelebt.
Gonzalo Castro hat sich beim BVB mittlerweile eingelebt.
Foto: dpa
  • Nach Startschwierigkeiten hat sich Gonzalo Castro beim BVB blendend eingefunden.
  • Mit seinen Leistungen im Mittelfeld will er sich auch für die Nationalmannschaft empfehlen.
  • Verbiegen lässt sich der Allrounder jedoch nicht.

Dubai. Wenn in Dubai die Sonne untergeht, kühlt es sehr schnell ab. Tagsüber ist es wohlige 25 Grad warm, in der Sonne vielleicht noch ein paar mehr, unter der sich die Bundesliga-Fußballer von Borussia Dortmund in dem arabischen Emirat auf die Rückrunde vorbereiten. Gonzalo Castro lässt sich bei den Vormittagstrainings jedenfalls nicht anmerken, dass ihm die Hitze zu schaffen machen würde.

Der 28-Jährige hat sich nach Startschwierigkeiten blendend eingefunden im Team von Trainer Thomas Tuchel, sodass er eigentlich schon wieder für höhere Weihen infrage käme. Auf die Frage, warum er bisher nur fünf Länderspiele absolviert, fängt Castro an zu lachen: “Wie oft mir die schon gestellt wurde. Im Leben kommt es leider nicht immer so, wie man es sich wünscht. Aber natürlich ist die Nationalmannschaft weiter mein Ziel.”

Castro schließt einen Positionswechsel aus

Schon zu seinen Leverkusener Zeiten, also vor dem Wechsel für elf Millionen Euro im vergangenen Sommer nach Dortmund, wurde zurecht und häufig diskutiert, warum der Anruf des Bundestrainers so lange ausblieb. “Ich habe Woche für Woche versucht, mit guten Leistungen Argumente zu sammeln”, erklärt Castro, “ich glaube, das ist mir auch jahrelang gelungen, sonst wäre ich jetzt nicht in Dortmund. Wenn der Anruf kommt, freue ich mich.”

Um im Sommer bei der Europameisterschaft in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) dabei zu sein, will sich der Mittelfeld-Allrounder jedoch nicht verbiegen: Castro galt auch mal als Kandidat für den Rechtsverteidigerposten, auf dem seit Philipp Lahms Rücktritt eine riesige Lücke klafft, während das Angebot in der Zentrale doch recht üppig ist. “Es entspricht aber nicht meinem Naturell, die Position zu wechseln, nur um dadurch dann in der Nationalelf zu spielen. Dazu bin ich zu stolz, dazu spiele ich zu gerne im Mittelfeld.”

Kein optimaler Start beim BVB

Eine Entscheidung, in der er sich kurz nach seiner Ankunft in Dortmund bestätigt gesehen haben dürfte. “Wir haben doch in Odds gesehen, wie gut ich als Außenverteidiger bin”, sagt er und lacht. Er meint damit das Qualifikationsspiel zur Europa League, das der BVB nach 0:3-Rückstand noch zu einem 4:3 umbiegen konnte, in dem Aushilfsverteidiger Castro allerdings bis zur Pausenauswechslung völlig von der Rolle war.

Der Start in Dortmund sei nicht optimal gewesen, “ich hatte aber schon viel schlimmere Phasen in meiner Karriere”, erzählt Castro, “als ich 18 Jahre alt und Shootingstar in Leverkusen war, musste ich unter Michael Skibbe damals nach einem Dreivierteljahr zur zweiten Mannschaft. In jungen Jahren ist es schwieriger, so etwas zu verarbeiten, als wenn man ein paar Jahre Erfahrung hat.”

In der neuen Umgebung angekommen

BVB-Coach Thomas Tuchel kann den Sohn spanischer Eltern immer noch flexibel in der Schaltzentrale als Sechser oder Achter einsetzen. “Aber mit der Zeit entwickelt man sein eigenes Spiel”, sagt Castro, warum er sich in der Abwehrreihe nicht mehr wohl fühlte, “deshalb habe ich irgendwann gesagt, dass ich das nicht mehr will. Ich will den Ball, im Mittelfeld ist mehr los.” Die Technik und das Ballgefühl bringt der U-21-Europameister von 2009 allemal mit, um sich seinen Platz in der Dortmunder Elf zu sichern.

Inzwischen hat Gonzalo Castro auch die Hindernisse überwunden, die ihm aus seiner Sicht einen Stotterstart bei Schwarzgelb beschert haben könnten: “Ich bin ein Typ, der nicht sofort offen auf jeden zugeht. Es hat daher vielleicht etwas länger gedauert, bis ich mich zurecht gefunden habe.” Die neue Umgebung hat er nun aber genauso schnell verinnerlicht wie die neue Art und Weise, Fußball zu spielen. Ob ihm die aber noch zu einem sechsten Länderspiel verhilft, liegt nicht in seiner Hand.

 
 

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