BVB zieht gegen Fürth in letzter Minute ins Pokalfinale ein

Ilkay Gündogan bescherte dem BVB mit seinem Treffer in Fürth das Ticket für Berlin. Nach dem Last-Minute-Erfolg beim Zweitliga-Spitzenreiter steht Borussia Dortmund im Endspiel um den DFB-Pokal.
Ilkay Gündogan bescherte dem BVB mit seinem Treffer in Fürth das Ticket für Berlin. Nach dem Last-Minute-Erfolg beim Zweitliga-Spitzenreiter steht Borussia Dortmund im Endspiel um den DFB-Pokal.
Foto: Christof Stache/AFP
Welch’ eine Dramatik, was für ein furioses Finale: In der 120. Minute, mit der allerletzten Aktion, prallte ein Schuss des eingewechselten Ilkay Gündogan vom Pfosten gegen den Rücken von Keeper Jasmin Fejzic und von dort ins Tor. Borussia Dortmund steht nach dem 1:0-Sieg beim Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth im Endspiel um den DFB-Pokal.

Fürth. Welch’ eine Dramatik, was für ein furioses Finale. In der 118. Minute wechselte Fürths Trainer Mike Büskens seinen Torwart Max Grün aus. Er brachte Ersatzmann Jasmin Fejic, weil der Bosnier im erwarteten Elfmeterschießen gegen die Dortmunder Borussia vermeintlich der bessere Schlussmann gewesen wäre.

Doch dabei hatte sich Büskens gewaltig verzockt: Denn in der 120. Minute, mit der allerletzten Aktion, prallte ein Schuss von Ilkay Gündogan vom Pfosten gegen den Rücken von Fejzic und von dort ins Tor – und damit steht Borussia Dortmund im Endspiel um den DFB-Pokal. Am 12. Mai geht es in Berlin gegen den Sieger aus der am Mittwoch stattfindenden Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München.

Greuther Fürth gegen BVB bis in die Haarspitzen motiviert

Fürth, die mittelfränkische Kreisstadt, war schon den ganzen Tag über im Ausnahmezustand vor dem Spiel des Jahres zwischen dem Zweitliga-Tabellenführer und dem Meister aus Dortmund. Die ganze Stadt war in der Vereinsfarbe der SpVgg ausgeflaggt – Grün ist ja die Farbe der Hoffnung. Im Stadion machten die 15500 Zuschauer Stimmung wie 60.000 – bei jedem Ballgewinn eines Fürther Spielers ging auf den Rängen die Post ab.

Die Fürther waren bis in die Haarspitzen motiviert – sie wirkten so aufgedreht, als hätten sie seit zwei Tagen nur noch Energie-Drinks getrunken. Im Grunde genommen setzten sie den Meister aus Dortmund mit dessen eigenen Mitteln unter Druck: Mit frühem Attackieren und mit bissiger Zweikampfführung, und die Dortmunder zeigten sich davon durchaus beeindruckt.

BVB mit Abspielfehlern und Ungenauigkeiten

Jürgen Klopp hatte auf die Sieger-Elf vom vergangenen Samstag beim 1:0 gegen Bremen gesetzt – nur Sven Bender übernahm wieder den Platz von Ilkay Gündogan. Doch es gab ungewöhnlich viele Abspielfehler und Ungenauigkeiten im Spiel des Meisters, der die Partie nicht so in den Griff bekam, wie man sich das vorgestellt hatte. Eigentlich gab es in der ersten Halbzeit nur eine richtige Großchance für den BVB: Nach einer Flanke von Piszczek legte Großkreutz den Ball auf Kagawa zurück, doch der bekam keinen Druck hinter seinen Kopfball und vergab somit frei stehend aus vier Metern vor dem leeren Tor (31.).

In der zweiten Halbzeit häuften sich aber die Torchancen. Die Dortmunder spielten nun zielstrebiger, und Fürths Torwart Max Grün musste bei einem Kopfball von Kevin Großkreutz schon seine ganze Klasse zeigen (56.). Kurz darauf verfehlte Kagawa ebenso nur knapp das Tor wie Großkreutz mit einem 18-Meter-Schuss. Der BVB war am Drücker, die Führung schien nur eine Frage der Zeit zu sein.

Greuther Fürth drehte gegen Borussia Dortmund plötzlich auf

Doch die Fürther, denen bei allem Einsatz in der ersten Halbzeit zunächst der große Zug zum Tor gefehlt hatte, drehten plötzlich auf, machten die Partie zu einem echten Pokal-Fight mit offenem Visier. Der Zweitliga-Spitzenreiter hatte durch ihren Torjäger Olivier Occean zwei große Kopfballchancen (61., 76.) – da gefroren BVB-Chef Hans-Joachim Watzke auf der Tribüne die Gesichtszüge ein. Der Ex-Schalker Gerald Asamoah wurde erst in der 85. Minute eingewechselt – aber dabei von den Fans der SpVgg begeistert gefeiert.

Auch in der Verlängerung ließ bei den Fürthern die Kraft einfach nicht nach. Es war ein leidenschaftlicher Pokalfight, der nicht von spielerischer Klasse lebte, sondern von einer enormen Spannung. Es war dramatisch, es war leidenschaftlich – und als alle den großen Showdown, das Elfmeterschießen erwarteten, schlug Gündogan zu.

 
 

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