BVB-Weihnacht wird auf dem Platz entschieden

Christoff Strukamp
Kleine BVB-Bauchlandung gegen Kaiserslautern: Gegen Freiburg und Düsseldorf müssen sich Shinji Kagawa und Co nochmal aufraffen. Foto: Bodo Goeke
Kleine BVB-Bauchlandung gegen Kaiserslautern: Gegen Freiburg und Düsseldorf müssen sich Shinji Kagawa und Co nochmal aufraffen. Foto: Bodo Goeke
Die vierte Adventswoche hat für Borussia Dortmund leider weder besinnlich noch feierlich begonnen. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Kaiserslautern geht es nun in den Schlussspurt im Fußballjahr 2011: Zwei Siege in Freiburg und bei Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal sind wünschenswert.

Dortmund. Keine vorweihnachtliche Bescherung für die Fans von Borussia Dortmund: Der amtierende Deutsche Meister fand auf das Champions-League-Aus keine passende Antwort und musste sich mit einem 1:1 gegen die abstiegsbedrohten Pfälzer aus Kaiserslautern begnügen. Damit konnte unser Verein zwar den zweiten Platz in der Bundesliga behaupten, gleichzeitig verpasste er aber auch leichtfertig die Chance, dem FC Bayern weiterhin dicht auf den Fersen zu bleiben. Die Münchner siegten auch in Stuttgart und treten damit scheinbar unaufhaltsam das Erbe von Borussia Dortmund – den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters - an.

Auch wenn uns jetzt die Presselandschaft und alle aus dem näheren Umfeld des Rekordmeisters in den kommenden Wochen ein anderes Lied vorsingen möchten: Nein, deswegen ist die Saison noch lange nicht zu Gunsten des Branchenprimus’ aus dem Norden Österreichs entschieden. Sie legt mit dem Schlusspfiff am kommenden Wochenende nur eine kurze Weihnachts- und Winterpause ein – eine, die unserem BVB nur allzu gelegen kommt.

Das magere 1:1 gegen die ‘Roten Teufel’ hat, allen Bemühungen zum Trotz, gezeigt, dass die Elf von Jürgen Klopp auf der Zielgeraden dieses phantastischen Fußballjahres 2011 langsam aber sicher auf dem Zahnfleisch geht. Zu schwerwiegend sind die Ausfälle der taktgebenden Schaltzentrale im Mittelfeld, die inzwischen mit Sebastian Kehl, Sven „Manni“ Bender und Moritz Leitner drei Ausfälle zu beklagen hat und durch Toni da Silva und den langsam wieder in Form kommende Ilkay Gündogan nicht gleichwertig ersetzt werden kann. Dies ist ein bloße Feststellung, keinerlei Vorwurf.

Dabei hat der BVB in den nächsten zehn Tagen noch zwei überaus wichtige Pflichtspiele zu bestreiten. Das erste am kommenden Samstag beim SC Freiburg. Bei den Breisgauern ist der BVB nach den beiden Unentschieden in Mönchengladbach und gegen Kaiserslautern praktisch zum Siegen verdammt. In der darauf folgenden Woche geht es zum letzten Pflichtspiel des Jahren an den Rhein. Auf dem Weg ins Viertelfinale des DFB-Pokals muss Borussia dann die Fortuna aus Düsseldorf ausschalten.

Siege für Europa

Genau diese beiden Partien sind es, die über die Stimmung unter dem schwarz-gelben Weihnachtsbaum entscheiden könnten. Hier müssen Götze, Hummels und Co. die Ansprüche des BVB, eine weitere direkte Qualifikation für den Europapokal, spielerisch und ergebnistechnisch untermauern.

Hier kann der Deutsche Meister die richtige Antwort auf die zum Teil lächerliche Untergangsstimmung in der Boulevardpresse, die auf unseren Verein nach dem bitteren und verdienten Aus in der Champions League niederprasselte, finden. Gewinnt der BVB in Freiburg und Düsseldorf, stehen zehn ungeschlagene Bundesligaspiele in Folge auf der Habenseite des BVB, dazu die erste Qualifikation für ein Pokal-Viertelfinale seit dem Finaleinzug 2008. Dieser Erfolg würde so manche Weihnachtskerze in und um Dortmund dieses Jahr sicher noch etwas heller leuchten lassen, denn der BVB ist kurz davor, ein wirklich grandioses Sport- und Geschäftsjahr zu beenden.

Wirtschaftlicher und sportlicher Erfolg

Ein Jahr, an dessen Spitze zwar immer der Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft im Mai stehen wird, das aber auch zahlreiche andere erfreuliche Tage für uns bereithielt. Angefangen vom wirtschaftlichen Erfolg des Vereins bis hin zur sportlichen Entwicklung einer Mannschaft, um die uns nicht wenige Fußball-Fans in Deutschland und Europa beneiden. Bei all den weitreichenden Analysen im Fernsehen, in den Zeitungen und in den Kneipen des Kreuzviertels: Manchmal fehlt mir ein Stück weit die Bewunderung, die ich empfinde, wenn ich auf die Tabelle schaue. Dort verzeichnet der BVB trotz des Abgangs eines Ausnahmespielers wie Nuri Sahin die wenigsten Niederlagen aller Teams und steht seit dem 9. Spieltag (2:0 in Bremen) durchgehend unter den ersten Drei.

Ja, der BVB kann stolz auf sich und die bisherige Hinrunde sein. Und so wichtig die beiden folgenden Partien auch sind: Wenn ich an den 14. Mai, an München, London und das Derby denke, beschleicht mich das Gefühl, in diesem Jahr schon ein paar mal Weihnachten gefeiert zu haben.

(12.12.11 – Christoff Strukamp – www.die-kirsche.com)