BVB-Verteidiger Subotic trifft auf seinen Ex-Klub

Thorsten Schabelon
Innenverteidiger Neven Subotic vom deutschen Meister Borussia Dortmund läuft am Samstag gegen seinen Ex-Klub FSV Mainz 05 auf. An das letzte Duell kann er sich nicht erinnern. Dabei war das erst im Juli...

Dortmund. Den Sonntag, das 1:2 bei Hannover, wird Neven Subotic in schlechter Erinnerung behalten. Vor der Ecke, die zum Ausgleich führte, enteilte ihm Karim Haggui. Der war bei Standards nicht nur Subotics Gegenspieler, sondern dann auch der Torschütze. Vor dem 1:2 hatte der Innenverteidiger dann Pech: Er rutschte aus, kam gegen Didier Ya Konan zu spät und schon klingelte es wieder im BVB-Tor.

Zwei Situationen, die am Montag besprochen wurden, die Neven Subotic aber nicht durch die Woche begleiten. „Früher habe ich mir nach jedem Fehler gleich Gedanken gemacht. Du verlierst im Spiel die Konzentration. Und damit die entscheidenden Sekundenbruchteile“, erklärt er. Auch seine Folgegedanken halten sich in Grenzen. „Früher hat mich jedes schlechte Spiel tagelang beschäftigt. Aber das bringt nichts. Ich kann eh nichts mehr ändern“, so der 22-Jährige.

Wiedersehen in Mainz

Was im ersten Moment nach einer gewissen Lässigkeit klingt, wird im BVB-Mannschaftskreis geschätzt. Neven Subotic kann abschalten, wird nicht von Spielszenen geplagt, macht sich keinen Kopf. Und ist so schneller als andere auf neue Aufgaben fixiert. Wie die am Samstag in Mainz. Bei dem Klub, für den er im Mai 2007 in der Bundesliga debütierte.

Subotic freut sich auf das Wiedersehen, auch wenn er sich an das letzte Duell nicht erinnern kann. Das war im Juli beim Liga-Total-Cup. Der Dortmunder knallte in der neuen Coface Arena mit einem Gegenspieler zusammen, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung im Krankenhaus übernachten. „Ich wusste nichts mehr: Wo ich bin. Welcher Tag ist. Nur an unsere Meisterfeier habe ich mich erinnert“, sagt der robuste Modellathlet. Das Duell BVB gegen FSV hat er sich dann auf Video angeschaut. „Wie ein Fan. Ich wusste nicht mehr, dass ich mitgespielt habe.“ So hat er Samstag seinen zweiten Auftritt im neuen Stadion. Nur ist er irgendwie zum ersten Mal dabei.

Der Subotic übrigens, der eigentlich immer dabei ist, wenn Dortmund spielt und so oft fehlt, wie der BVB die Vereinsfarben wechselt: Fast nie. In seinen ersten drei Jahren lief er in 98 von 102 Bundesliga-Spielen auf. Er war immer von Anfang bis, abgesehen von einer Ausnahme, zum Ende dabei. In zwei seiner vier Fehlduelle saß Subotic, für einen Abwehrspieler nicht unüblich, eine Gelbsperre ab.

„Ich helfe gerne“

Dazu musste er ein Mal wegen einer – unberechtigten – Gelb-Roten Karte pausieren. Ausgerechnet auf sein 100. Erstliga-Spiel wartete der 22-Jährige dann ungewöhnlich lang: Ein Faserriss zwang ihn zur Pause. Subotic hat seitdem wieder alle Spiele absolviert. Ein Geheimnis für so viel Kontinuität hat er nicht. „Ich trainiere normal. Ich lebe normal. Ich esse normal. Sind es die Kelloggs, die ich mir einmal am Tag gönne?“, fragt er. Und schmunzelt.

Vielleicht ist es die unaufgeregte und entspannte Lebensweise im aufgeregten Fußballgeschäft, die bei Subotic ihren Teil zum Wohlbefinden beiträgt. „Ich kann nicht durch die Welt gehen und sagen, ich bin so toll“, erklärt der Serbe. Er nutzt seine Freizeit unter anderem, um sich sozial zu engagieren, unterstützt die Aktion „Kinderlachen“, besucht regelmäßig eine Kindertagesstätte. „Es ist ja nicht so, dass wir als Fußballer 40 Stunden in der Woche trainieren und keine Zeit haben. Ich helfe gerne denen, die es nicht so gut haben. Das macht mich wiederum glücklich. So habe ich es von meinen Eltern gelernt“, verrät er. Aber Achtung, Gegenspieler, keine Entwarnung. Auf dem Rasen ist der 22-Jährige wieder konzentriert und fokussiert. So wie bei seinen verwegen scheinenden, aber bekannt sicheren Tacklings, die er auch im Strafraum mit der Präzision eines operierenden Herzchirurgen beherrscht. Elfmeterpfiff unwahrscheinlich bis ausgeschlossen. „Du weißt, ja, ob du den Ball kriegst. Und wenn nicht passt, ziehe ich den Fuß zurück.“