BVB- und Schalke-Fans werden bei Revierderby strikt getrennt

Melanie Meyer
Borussia Dortmund und Schalke 04 wollen am 25. März beim Revierderby ihre Fußballfans voneinander fernhalten.
Borussia Dortmund und Schalke 04 wollen am 25. März beim Revierderby ihre Fußballfans voneinander fernhalten.
Foto: Friso Gentsch
Das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 steht zwar erst in einem Monat an, doch bereits jetzt hat der „Arbeitskreis Derby“ ein neues Anreisekonzept veröffentlicht. Die Eckpfeiler: Trennung der Fanlager, Reduzierung des Kartenkontingents und verstärkte Kontrollen der Gästefans.

Dortmund. Szenen wie im Oktober 2012, als konspirativ angereiste rivalisierende Schalker und Dortmunder Fangruppen an verschiedenen Stellen der Stadt gewaltsam aufeinander trafen, sollen in Zukunft nicht mehr möglich sein. Deshalb hat der im Anschluss an die Ausschreitungen gegründete „Arbeitskreis Derby“ bereits jetzt, knapp einen Monat vor dem Revierderby in Dortmund (25. März, 20 Uhr, live in unserem Ticker), ein neues Anreisekonzept vorgestellt. „Die Geschehnisse 2012 haben gezeigt, dass ein anderer Weg eingeschlagen werden muss, um mehr Sicherheit zu garantieren“, sagte Andreas Wien, Leiter des Vorbereitungsstabs der Polizei Dortmund.

Dazu haben er und die weiteren Mitglieder des Arbeitskreises – bestehend aus Vertretern beider Vereine, der Bundespolizei, der Stadt Dortmund und den Stadtwerken DSW 21 – ein erstes „Maßnahmenbündel“ erarbeitet.

Das betrifft zunächst die Anreise der jeweiligen Fans. Anders als üblich erreichen die Sonderzüge nicht die Haltestelle „Signal Iduna Park“, sondern ausschließlich den Dortmunder Hauptbahnhof. Bereits dort werden beide Fanlager strikt getrennt: Während die BVB-Fans über den Haupteingang zu einer U-Bahnstadion geleitet werden, werden die Schalke-Fans über den Nordausgang zur U-Bahn geführt.

Trennung rund ums Stadion

Auch rund um das Stadion können sich die Gruppen dank einer intensiven Erschließung der örtlichen Gegebenheiten nicht direkt begegnen: Die Dortmunder Fans werden zur Haltestelle „Stadion“ und die Schalke-Anhänger zur Station „Westfalenhallen“ gefahren und von ihrem jeweiligen Standort zum Stadion geführt. Auch bei den Parkplätzen für alle Bus- oder Autoreisenden gibt es eine klare Trennung. Ein weiteres Novum ist die Sperrung der Fußgängerbrücke Lindemannstraße über der B1 und der Grünanlage an der Signal-Iduna-Versicherung südlich der B1. So sollen zu lange Wege, auf denen sich die Gruppen begegnen können, vermieden werden.

Um sicher zu stellen, dass die strikte Trennung auch realisiert wird, ist es nun an den Vereinen, das neue Konzept bekannt zu machen. „Wir werden unsere Kanäle wie das Fan-Magazin, aber auch Facebook und Twitter nutzen, um unsere Fans umfassend zu informieren“, sagt Volker Fürderer, Direktor für Fanbelange beim FC Schalke 04.

Am Tag selbst, das betont Andreas Wien, sei jedoch auch „eine Vielzahl von Polizeibeamten“ in der Stadt, um für Aufklärung zu sorgen und die Wege zu sichern. Und wenn es doch zu konspirativen Anreisen kommt? „Es wäre blauäugig von der Polizei mit so etwas nicht zu rechnen“, sagt Wien und hält sich mit weiteren Planungen bedeckt.

Vorkontrollen der Gästefans

Zum Thema Sicherung setzt der Arbeitskreis zusätzlich auf eine Maßnahme, die zuletzt 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft angewandt wurde.

„Im Bereich der Westfalenhallen werden rund 20 Vereinzelungsspuren einrichten“, sagt Christian Hockenjos, Direktor Organisation bei Borussia Dortmund. Das heißt konkret: Die dort ankommenden Gästefans durchlaufen bereits vor dem Erreichen des Stadions eine erste Vorkontrolle.

„Wir werden jeden kontrollieren. Natürlich geht es da auch um das Aufspüren von Pyrotechnik oder ähnlichem“, sagt Hockenjos. Warum die Kontrolle nur bei den Gästefans stattfindet, erklärt er umgehend: „Probleme gehen der Erfahrung nach oft von den gegnerischen Fans aus. Daher werden diese gesondert kontrolliert. In Gelsenkirchen wären die Dortmunder die Gästefans und würden kontrolliert.“

Knapp 3000 Karten weniger im Verkauf

Durchgeführt werden die Kontrollen von BVB-Ordnern, die jedoch von der Polizei unterstützt werden. „Insgesamt haben wir 1000 Ordner im Einsatz. Das sind rund 200 mehr als bei sonstigen Partien und liegt vor allem an der Umsetzung der Vorkontrollen“, sagt Hockenjos.

Maßnahme Nummer drei im Sinne einer erhöhten Sicherheit betrifft das Kartenkontingent. „Das haben wir um circa 3000 Tickets gekürzt, sodass wir bei 77 000 verkauften Karten ausverkauft sind“, sagt er. Ziel sei es, einen „signifikanten Puffer“ im Stadion zu gewährleisten. Betroffen sind einige Stehplätze im Gästeblock, aber auch bei den Dauerkarten- oder Südtribünenplätzen wird die Anzahl reduziert.

Grundsätzlich empfehlen die Vertreter des Arbeitskreises „frühestmöglich anzureisen“. Denn zusätzlich zu der außergewöhnlichen Sicherheitsbelastung fällt die Anreisezeit mit dem täglichen Berufsverkehr zusammen. Bereits ab 16.30 Uhr starten Stadt und Polizei das „volle BVB-Programm“, sodass ab diesem Zeitpunkt alle Sonderbahnen im Einsatz sind.

„Am Ende“, sagt Stadtsprecher Michael Meinders, „soll es einen Sieg für die friedlichen Fußballfans geben.“