BVB-Trainer Klopp warnt vorm "Spitzenspiel" beim VfL Wolfsburg

Kennen sich gut: BVB-Trainer Jürgen Klopp (r.) und Wolfsburgs Manager Klaus Allofs (l.).
Kennen sich gut: BVB-Trainer Jürgen Klopp (r.) und Wolfsburgs Manager Klaus Allofs (l.).
Foto: imago
Gleich zweimal innerhalb von zehn Tagen geht es für Borussia Dortmund in den nächsten Wochen gegen den VfL Wolfsburg - zunächst am Samstag in der Bundesliga, dann im DFB-Pokal. BVB-Trainer Jürgen Klopp erwartet einen starken Gegner - und blickt mit etwas Wehmut zurück auf das Spiel gegen Real.

Dortmund.. BVB-Trainer Jürgen Klopp über...

... das 0:3 in Madrid: Wir müssen uns jetzt bewerten lassen für eine Leistung, die uns nicht so richtig gerecht wird. Weil wir es nicht so gut verteidigt haben, wie wir es hätten verteidigen können. Man hat einfach gemerkt, dass dieses erste Gegentor viel verändert hat. Es ist jetzt natürlich müßig zu sagen, wir haben ganz gut angefangen, wenn nach drei Minuten das Tor schon fällt, aber es sah ordentlich aus. Danach waren wir nicht kompakt. Wir waren beim Gegentor schon nicht kompakt, sind zu spät gekommen und waren nicht konsequent genug und geben Bale die Möglichkeit, da einfach in den Raum reinzustoßen mit seinem unglaublichen Antritt. Die anderen beiden Tore haben wir ja mehr oder weniger mit vorbereitet.

... die Chancenverwertung: Dass Real Madrid zu Torchancen kommt, liegt in der Natur der Sache. Wir haben letztes Jahr 0:2 in Madrid verloren, da hatten sie in den letzten zehn Minuten mehr Chancen als gestern im ganzen Spiel. Aber sie haben keinen reingemacht. Gestern waren sie da cooler und haben einen mehr reingemacht. Wir haben viel mehr Chancen gehabt als in dem Spiel, vielleicht sogar größere. Da waren ein paar dabei, die kann man natürlich verwerten, keine Frage. Und jedes einzelne Tor hätte uns natürlich gestern gut getan. Vom Ergebnis wäre das in Ordnung gewesen. Gegentore beeinflussen ein Spiel oft, gestern war es für eine Halbzeit ein bisschen zuviel. Wir haben in der zweiten Halbzeit viel kompakter und mit viel mehr Risiko verteidigt, waren häufiger im Eins-gegen-Eins und haben das sehr gut gelöst.

... die gewonnenen Erkenntnisse: Aus dem Spiel kann man viel mitnehmen. Was man leider auch mitnehmen muss ist das Ergebnis. Wir können besser Fußball spielen und wir können vor allem besser verteidigen.

... die bevorstehenden Spiele gegen Wolfsburg: Das sind zwei verschiedene Wettbewerbe. Wenn man im Pokal weit kommt, kann das passieren. Hätten wir die Bayern gezogen, hätten wir innerhalb von drei Tagen zweimal gegen die Bayern gespielt. Dementsprechend haben wir sogar Glück gehabt. Nicht nur, weil wir die Bayern nicht gekriegt haben, sondern auch, weil es zehn Tage dazwischen sind. Das hat für uns keine Relevanz, vor allem nicht für's erste Spiel.

... die Spielvorbereitung: Natürlich werden aber die Bilder, die wir aus dem ersten Spiel kriegen, Einfluss nehmen aufs zweite Spiel. Aber in erster Linie sind es zwei unheimlich wichtige Spiele. Ein absolutes Spitzenspiel in der Liga, Wolfsburg ist in einer guten Phase, einer guten Verfassung, sowieso eine starke Mannschaft. Die auf Abstand zu halten wäre natürlich ein großer Schritt. Und über das andere Spiel brauchen wir nicht reden, da gibt es ja nur Wohl oder Wehe, hopp oder topp.

... die Bedeutung des Wolfsburg-Spiels: Wir spielen noch gegen Leverkusen und Bayern München und dementsprechend sind alle Punkte wichtig. Bei einem direkten Konkurrenten ist doch klar, dass es hilfreich wäre, wenn wir die schlagen könnten. Aber wir müssen generell punkten. Wir haben ja Erfahrung damit, mit Vorsprung zu rechnen. Wir haben ja auch schonmal Vorsprung gehabt, die Älteren unter euch werden sich erinnern. Wenn du jetzt von sechs Spielen drei gewinnst, können die anderen mehr oder weniger machen, was sie wollen. Du musst sie nur gewinnen und idealerweise fängst du nicht erst in den letzten drei damit an. Sonst wird es ein bisschen eng.

... die Vorbereitung auf das Spiel: Ich kenne meine Mannschaft jetzt auch schon etwas länger und weiß, dass die Jungs voll im Thema sind. Die wissen, worum es geht. Wenn ich aber heute hingegangen wäre und eine Sitzung mit Wolfsburg-Bildern gemacht hätte, hätten sie mich erschossen. Da muss ich jetzt nicht mitkommen. Aber ab morgen sind wir wieder voll dabei. Und dann haben wir noch eine Nacht um nochmal zu generieren. Und dann werden wir am Samstagabend (18.30 Uhr, live in unserem Ticker) parat sein und alles rausholen was da ist.

... den Verfolger Schalke 04: Wir wollen zweiter werden, mit ist scheißegal, wer dahinter dritter wird. Ich sage nicht in jeder Sitzung: "Denkt dran, die Blauen sitzen uns im Nacken!" Ich versuche Dinge zu sagen, die der Mannschaft helfen und nicht solche, die sie glauben lassen, ich hätte einen Lattenschuss. Deswegen ist das auch nicht wirklich mein Thema. Das ist eine gute Mannschaft, leider auch. Wir wollen am Ende Zweiter werden. Wenn wir Dritter werden, werden wir uns nicht so kritisieren, dass wir nicht mehr laufen können, aber jetzt wollen wir erstmal Zweiter werden. Aber es ist nicht so, dass ich diesen einen Punkt Vorsprung auf Schalke ständig zur Motivation einbaue.

 
 

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