BVB-Torwart Weidenfeller droht Knieverletzung

Thorsten Schabelon und Nils Hotze
Angeschlagen: BVB-Torwart Roman Weidenfeller
Angeschlagen: BVB-Torwart Roman Weidenfeller
Foto: imago sportfotodienst
Roman Weidenfeller musste am Dienstag das Training abbrechen. Der Torwart des BVB war mit Mats Hummels zusammengeprallt und hat das Knie angeschwollen. Linksverteidiger Marcel Schmelzer bleibt bis 2014.

Dortmund. Auf die frohe Kunde folgte die Schrecksekunde: Nachdem der BVB kurz nach Trainingsbeginn die Vertragsverlängerung mit Marcel Schmelzer (23) bis Juni 2014 offiziell bekannt gegeben hatte, brach Torwart Roman Weidenfeller (30) die Einheit am Dienstagnachmittag kurz vor Schluss ab.

Die dazu gehörige Szene: Nach einem zu kurz gespielten Rückpass von Markus Feulner prallt der Torwart mit Mats Hummels zusammen, wird von diesem am linken Fuß und Knie getroffen. Weidenfeller schreit auf, krümmt sich vor Schmerzen, versucht erst noch weiterzuspielen, humpelt dann aber doch vorzeitig in die Kabine.

Sein linkes Knie ist dick angeschwollen. Gemeinhin ein Indiz für einen Bänderriss. Genauen Aufschluss aber wird es frühestens am Mittwoch geben. Dann soll der Torwart um 10 Uhr behandelt und anschließend eingehend von Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun untersucht werden. Am frühen Nachmittag rechnet der BVB mit einer Diagnose. Kommt er mit einer Bänderdehnung davon, könnte es theoretisch noch bis zum Spitzenspiel am Samstag in München reichen. Andernfalls würde Ersatztorwart Mitchell Langerak (22) ausgerechnet in der Allianz Arena debütieren. Die Deutschland-Erfahrung des Australiers beschränkt sich auf 90 Minuten in der Regionalliga, absolviert in der vergangenen Woche gegen Gladbach II. Doch ein Einsatz ist noch Zukunftsmusik.

Seine Zukunftsplanung abgeschlossen hat derweil Marcel Schmelzer. Der zweimalige Nationalspieler hat seinen Vertrag wie allgemein erwartet vorzeitig bis Juni 2014 verlängert. „Ich freue mich über die Einigung, hab mir darum aber auch nie Sorgen gemacht“, sagte der Linksverteidiger.

Auch Michael Zorc war zufrieden. „Mit ihm haben wir einen weiteren wichtigen Spieler für die Zukunftsplanung langfristig gebunden“, sagte der Sportdirektor, der zuvor bereits die Garde junger Leistungsträger aus Mats Hummels, Nuri Sahin, Shinji Kagawa (alle 2013), Neven Subotic, Kevin Großkreutz, Mario Götze (alle 2014) sowie Sven Bender (2016) mittel- bis langfristig gebunden hatte. Eventuelle Interessenten müssten also einen Haufen Geld in die Hand nehmen, um einen der leistungsstarken Jungborussen, die inzwischen alle Nationalspieler sind, zu verpflichten.

Auch für Schmelzer, einer der begehrten, weil so knappen hoch talentierten Linksverteidiger, gab es Interessenten aus der Bundesliga. Aber der 23-Jährige hatte von Anfang an angekündigt, beim BVB bleiben zu wollen. Hier spielt der gebürtige Magdeburger seit 2005. Hier hat ihn Trainer Jürgen Klopp im Sommer 2008 zu den Profis geholt. Schmelzer verdrängte sein ehemaliges Idol, die BVB-Ikone Dede, wurde U21-Europameister und spielte sich in die A-Nationalmannschaft.

„Marcel hat, als Spieler und Persönlichkeit, eine der außergewöhnlichsten Entwicklungen hinter sich, die ich in meiner Trainerkarriere erlebt habe“, schwärmt sein Trainer und Förderer Jürgen Klopp.