Dortmund

BVB-Prozess: Aubameyang drohen keine Konsequenzen - Sergej W. bietet Bartra Schmerzensgeld an

Pierre-Emerick Aubameyang soll noch vor Gericht erscheinen.
Pierre-Emerick Aubameyang soll noch vor Gericht erscheinen.
Foto: dpa

Dortmund. Fußball-Star Pierre-Emerick Aubameyang fehlte als Zeuge im BVB-Prozess - ein Ordnungsgeld muss er aber nicht zahlen.

„Es gibt jetzt ein aussagekräftiges Attest“, teilte Richter Peter Windgätter am 6. Verhandlungstag im Dortmunder Schwurgericht am Freitag mit.

Mannschaftsarzt attestiert Aubameyang Verhandlungsunfähigkeit

Laut Windgätter werde das Gericht daher auf ein Ordnungsgeld, das bis zu 1000 Euro betragen könnte, verzichten. Aubameyang sollte ursprünglich am Montag als Zeuge in dem Prozess um den Bombenanschlag auf den BVB erscheinen.

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In einer vom BVB-Anwalt vorgelegten ärztlichen Bescheinigung wurde dem Fußballer vom Mannschaftsarzt Verhandlungsunfähigkeit „aus medizinischen Gründen“ attestiert. Die Staatsanwaltschaft nannte die Bescheinigung äußerst dürftig.

Oberstaatsanwalt Carsten Dombert machte am Freitag deutlich, dass er vom Gabuner auch nach dessen Wechsel am Dienstag zum FC Arsenal London eine Aussage in dem Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter Sergej W. haben wolle.

Aubameyang soll noch einmal geladen werden

„Die Staatsanwaltschaft wird nicht auf den Zeugen Aubameyang verzichten“, sagte Dombert. Das Gericht soll ihn noch einmal laden. Dombert: „Entweder kommt er selber, oder wir machen das in Form einer Videovernehmung.“

Anders als Aubameyang hatte dessen Ex-Teamkollege Marc Bartra am Montag ausgesagt.

Der mutmaßliche BVB-Attentäter Sergej W. hat den beiden Verletzten des Sprengstoffanschlags vom 11. April 2017 Schmerzensgeldzahlungen angeboten.

Sergej W. bietet Bartra und Polizisten Täter-Opfer-Ausgleich an

Am sechsten Verhandlungstag im Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht erklärte Verteidiger Carl Heydenreich am Freitag: „Wir bieten dem Spieler Marc Bartra und dem verletzten Polizeibeamten einen Täter-Opfer-Ausgleich an.“

Das sei mit der Familie von Sergej W. besprochen worden. Ein Täter-Opfer-Ausgleich wird bei der Urteilsfindung in der Regel strafmildernd gewertet. Sergej W. hat zugegeben, den Anschlag am 11. April 2017 verübt zu haben.

Bartra bei Anschlag schwer verletzt

Er habe aber niemanden töten oder schwer verletzen wollen. Der damals für Borussia Dortmund spielende Verteidiger Marc Bartra hatte im Bus einen offenen Bruch des rechten Unterarms erlitten.

Ein Polizist, der den Tross auf dem Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco mit dem Motorrad begleiten sollte, wurde mit einem Knalltrauma ins Krankenhaus eingeliefert. (dpa)