BVB-Profis sahen ein gutes Spiel - ab der 25. Minute

BVB-Kapitän Sebastian Kehl schreit die
BVB-Kapitän Sebastian Kehl schreit die
Foto: imago
Freude über das gelungene Comeback, aber Ärger über die schwache Anfangsphase - so ließ sich nach dem 3:2-Sieg von Borissia Dortmund beim VfB Stuttgart die Gemütslage der BVB-Akteure zusammenfassen. "Man fühlt sich erstmal zum Kotzen", sagte Mats Hummels über die Anfangsphase. Die Stimmen.

Stuttgart.. BVB-Trainer Jürgen Klopp: In der zweiten Halbzeit haben wir toll reagiert. Dann kommt die Rote Karte noch dazu, und die Temperaturen helfen natürlich der Überzahlmannschaft. Das haben wir ausgenutzt und 3:2 gewonnen - verdient gewonnen, denke ich.

VfB-Trainer Huub Stevens: Wir wissen, das Dortmund gut ist in den Umschaltsituationen. Da standen wir nicht gut - und das wird sofort abgestraft.

Mats Hummels: Ich glaube nicht, dass wir schlechter waren in den ersten 20 Minuten, aber wir haben halt 0:2 zurückgelegen durch drei Chancen. Wir haben aber auch nicht gut gespielt und die Tore zu einfach hergeschenkt. Danach haben wir das Spiel komplett in der Hand gehabt. Viele Situationen - bis auf die kurz nach dem 3:2 - gab es nicht mehr für Stuttgart und wir hatten einige Chancen und hätten auch schon früher den Ausgleich schießen können. Deswegen denke ich, dass wir das verdient gedreht haben.

Hummels zum frühen Rückstand: Man fühlt sich erstmal zum Kotzen natürlich, weil das nicht das ist, was man sich vorgenommen hat. Wir treffen auf eine Stuttgarter Mannschaft, die verunsichert ist, wollten ihr keinen Grund geben, sie aufzubauen - das haben wir dann grundlegend anders gemacht. Das war natürlich sehr unglücklich von uns aber wir haben Moral bewiesen und gezeigt, dass die Einstellung immer in Ordnung ist bei uns.

Hummels zur möglichen Ablenkung durch das Real-Spiel: Das ist kein Gedankengang, den ich nachvollziehen kann. Du spielt hier vor 50.000 gegen eine gute Mannschaft bei super Atmosphäre. Ich verstehe nicht, wie man auf die Idee kommen könnte, das auf die leichte Schulter zu nehmen.

BVB-Torschütze Reus will seinen Dreierpack nicht überbewerten

Nuri Sahin: Für mich war es in den 60 Minuten auf der Bank ein komisches Spiel. Wir sind früh in Rückstand geraten durch zwei Tore, sind dann gut zurückgekommen, haben gedrückt und wurden auch belohnt. Ein verrücktes Spiel, was wir aber verdient gewonnen. Ein gutes Spiel von uns - bis auf die ersten 30 Minuten.

Sahin zu seinem Bank-Platz: Wir haben sehr viele Spiele und jeder verdient es auch zu spielen. Und gerade in so einer Phase muss man auch rotieren. Wir können leider nicht viel rotieren, aber das heute war in unserem Sinne.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: Die ersten 20 Minuten hatten was von Sommerfußball von unserer Seite und wir haben da kräftig mitgeholfen, dass der VfB in Führung gehen konnte. Das war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber hinterher war es dann eine gute Reaktion.

Marco Reus: In der zweiten Halbzeit war es ein gutes Spiel von uns, in der ersten Halbzeit nicht so. Wir haben die Stuttgarter ein bisschen eingeladen, wollten eigentlich davon profitieren, dass sie kein Selbstvertrauen haben, aber das ist uns in den ersten 30 Minuten nicht gelungen. Das 2:0 war ein kleiner Weckruf, dann haben wir besser ins Spiel gefunden, mehr Chancen herausgespielt und am Ende auch verdient 3:2 gewonnen.

Reus zu seinem Dreierpack: Es kommt mir nicht auf Tore an, wichtig ist, dass ich meinen Rhythmus wiederfinde und mich weiterentwickle, dann kommen die Tore von ganz alleine. (aufgezeichnet von Sebastian Weßling)

 
 

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