BVB nach 1:3 in Piräus am Tabellenende

Frank Lamers
Wieder verloren: Sven Bender (v.l.), Mats Hummels, Shinji Kagawa und Ilkay Gündogan vom BVB.
Wieder verloren: Sven Bender (v.l.), Mats Hummels, Shinji Kagawa und Ilkay Gündogan vom BVB.
Dem deutschen Meister Borussia Dortmund droht in der Champions League das frühe Aus. Der BVB verlor bei Olympiakos Piräus mit 1:3 und fiel auf den letzten Platz der Gruppe F zurück. Als Gewinn kann nur verzeichnet werden, dass es friedlich blieb.

Piräus. Am Tag des Generalstreiks gegen Lohn- und Rentenkürzungen hat ein multinationales Grüppchen im griechischen Auftrag einfach solide Arbeit verrichtet. Mit 3:1 (2:1) siegte Olympiakos Piräus im dritten Gruppenspiel der Champions-League gegen Borussia Dortmund. Die Hoffnung des amtierenden deutschen Meisters, auch auf höchster Fußballebene lange mithalten zu können, ist damit dahingeschmolzen. Als Gewinn für alle konnte am Mittwochabend aber verzeichnet werden, dass es im Georgios-Karaiskakis-Stadion nach den gewalttätigen Ausschreitungen während der Proteste friedlich blieb.

Eine sportliche Offensive hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp vom einzigen Null-Punkte-Ensemble der Gruppe F erwartet. Als Bollwerk, an dem die Attacken abprallen sollten, präsentierte er seine Mannschaft auf dem Aufstellungsbogen dennoch nicht, wohl auch, weil er beim Viererabwehrverbund auf die Bestbesetzung zurückgreifen konnte. Innen agierten Mats Hummels und Neven Subotic, auf den Außenpositionen die rechtzeitig gesundeten Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer. Der bei der 0:3-Niederlage von Marseille noch aufgebotene Kapitän Sebastian Kehl musste dagegen auf der Bank Platz nehmen. Für ihn spielte der nach vorne orientierte Ilkay Gündogan an der Seite von Dauerläufer Sven Bender.

BVB nach dem Gegentor wie erstarrt

Der Traum vom kontrollierten Überrennen der Griechen währte allerdings nicht lange. Dortmund zog an. In der vierten Minute prüfte Ivan Perisic, der in der Dreierkette hinter Spitze Robert Lewandowski den Vorzug vor Kevin Großkreutz erhalten hatte, Olympiakos-Torhüter Franco Constanzo. Der bestand. In der fünften Minute hob Perisic-Nebenmann Shinji Kagawa den Ball übers Piräus-Tor. Und dann konterten die Gastgeber. Minute acht. Ivan Marcano schlägt eine Flanke von links, in der Mitte fliegt der Ball über den Schopf von Hummels hinweg, dahinter verliert Schmelzer den Zweikampf mit Jose Holebas. Und der köpft ein. 1:0.

Danach wirkten die Borussen gegen biedere Griechen wie erstarrt. Bälle ins Aus. Bälle ins grüne Nichts. Abstimmungsprobleme. Dass sie dennoch zum Remis kamen, überraschte. Lewandowski brachte den Ball zu Mario Götze, den stärksten seiner Kollegen. Der revanchierte sich mit einer Vorlage. Der Pole verwandelte sie in der 26. Minute mit dem rechten Fuß ins linke untere Eck zum 1:1. Mit dem zweiten Torschuss des Teams von Trainer Ernesto Valverde in Runde eins war der Ausgleich aber schon wieder dahin. Konter in der 40. Minute. Rafik Djebbour umkurvt im Strafraum den wieder unkonzentrierten Subotic, der noch weniger konzentrierte Hummels rutscht weg. 2:1 für den griechischen Rekordmeister.

Kuba, Leitner und Großkreutz kamen in der zweiten Hälfte

Klopp schickte in der zweiten Halbzeit Jakub Blaszczykowski für Kagawa und Moritz Leitner für Gündogan auf den Rasen, später auch noch Großkreutz für Götze. Für den Spielfluss ergab sich daraus: wenig. In der 78. Minute machte Piräus deshalb alles klar. Nach einem Freistoß hielt Francois Modesto den Kopf hin. 3:1. Vergessen werden sollte allerdings nicht, dass das, was im Karaiskakis-Stadion wie eine auf Königsklassenniveau normale Partie anmutete, im Schattenfall der Gewalt des langen Athener Tages ausgetragen wurde.

Unbeeinflusst dürften die Köpfe der BVB-Akteure von den Streikereignissen zumindest nicht gewesen sein. Hans-Joachim Watzke erklärte: „Unsere Spieler haben das natürlich auch mitbekommen.“ Und die Frage danach, ob Europas Fußball-Union eine Absage in Betracht hätte ziehen müssen, beantwortete der Geschäftsführer der Borussia ausweichend: „Man hätte sich vielleicht vorher mehr Gedanken darüber machen sollen.“ Als Ausrede für die Niederlage ist das nicht zu werten. Watzke äußerte sich vor dem Anpfiff.