BVB muss gegen Fortuna von Festtag auf Alltag umschalten

Sebastian Weßling
Robert Lewandowski erzielte gegen Real Madrid vier Tore - gegen Düsseldorf wird er möglicherweise geschont.
Robert Lewandowski erzielte gegen Real Madrid vier Tore - gegen Düsseldorf wird er möglicherweise geschont.
Foto: afp
Nach dem rauschhaften 4:1-Sieg im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid steht für den BVB wieder der Liga-Alltag auf dem Programm: Am Samstag geht es in der Bundesliga zu Fortuna Düsseldorf. Weil am Dienstag schon das Rückspiel gegen Madrid ansteht, wird der BVB wohl wieder mächtig rotieren.

Dortmund. Es ist der größtmögliche Kontrast: Am Mittwochabend spielte Borussia Dortmund das Halbfinale in der Champions League, der größten Bühne, die der Weltfußball zu bieten hat; gegen Real Madrid, einen der größten Vereine weltweit. Und am Samstag: Bundesliga-Alltag gegen Fortuna Düsseldorf, die in den Niederungen des Abstiegskampfes festhängen und vor gar nicht allzu langer Zeit ihren Stolz noch daraus zogen, größter Verein der vierten Liga zu sein.

Und dann ist da noch die unterschiedliche Ausgangslage: „Wenn wir einen Platz abrutschen, hat es natürlich nicht die gleiche Auswirkung wie bei Düsseldorf“, sagt BVB-Trainer Jürgen Klopp über den Gegner, den nur drei Punkte und ein Tabellenplatz vom Relegationsrang trennen. So dürfte – zumindest am Donnerstag – das bevorstehende Bundesligaspiel zwischen der Fortuna und dem BVB (Samstag, 18.30/Sky, LIGA total! und im Live-Ticker) in Düsseldorf ganz anders im Fokus stehen als in Dortmund. „Möglicherweise hat Düsseldorf am Mittwoch bei jedem Tor von uns gejubelt“, mutmaßt Klopp. "Und zwar nicht, weil sie uns so toll finden, sondern weil sie gedacht haben, dass wir am Samstag weicher werden.“

Zuletzt gelang den Borussen die Umstellung von den europäischen Festtagen auf den Liga-Alltag aber stets recht gut, und das möchte der Trainer natürlich am Samstag auch sehen. Noch ist unklar, mit welchem Personal er das Auswärtsspiel angeht, sicher ist nur: Lukasz Piszczek wird nicht dabei sein. Der Rechtsverteidiger musste gegen Madrid ausgewechselt werden, weil er sich die Adduktoren auf der linken Seite leicht gezerrt hatte. Ein Einsatz gegen die Fortuna ist unmöglich, für das Halbfinal-Rückspiel gegen Real ist der Pole fraglich.

Klopp denkt über Wechsel nach

Ilkay Gündogan setzte zwar am Donnerstag wegen leichter Nackenprobleme mit dem Training aus, kann die Reise nach Düsseldorf aber in jedem Fall antreten. Ansonsten will Klopp abwarten, in welchen Zustand sich seine Spieler in den kommenden Trainingseinheiten präsentieren. „Dass wir darüber nachdenken, den einen oder anderen Wechsel vorzunehmen, ist ja klar“, sagt der Trainer. „Wie viele das werden, hängt davon ab, wer sich wie fühlt.“

Denn gegen Real betrieben die BVB-Profis einen hohen läuferischen Aufwand, einige wären sicher dankbar für eine Pause. Ob das auch für Robert Lewandowski gilt, ist fraglich, der Mittelstürmer jagt noch immer den Rekord Gerd Müllers, der einst in 16 Bundesligaspielen in Folge traf. „Auch bei ihm müssen wir erst gucken, wie es aussieht“, sagt Klopp. "Er hatte eine Oberschenkelprellung. Aber die hat sich gegen Madrid ja auch nicht so negativ ausgewirkt."