BVB-Meisterfeier verschoben

Mohamadou Idrissou (rechts) schoss Gladbach zum Sieg. (Foto: imago)
Mohamadou Idrissou (rechts) schoss Gladbach zum Sieg. (Foto: imago)
Borussia Dortmund verliert bei Borussia Mönchengladbach durch das Tor von Mohamadou Idrissou mit 0:1. Der Vorsprung des BVB auf den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen ist auf fünf Punkte geschmolzen.

Mönchengladbach.. Für Borussia Mönchengladbach war es ein kleiner Schritt Richtung Klassenerhalt. Für Borussia Dortmund war es ein kleiner Rückschritt auf dem Weg zum Titel. Mit 1:0 (1:0) bezwangen die Rheinländer aus dem tiefsten Tabellenkeller den Spitzenreiter aus Westfalen. Dass sie die Meisterschaft an diesem Samstagabend nicht würden gewinnen können, das wussten Trainer Jürgen Klopp und seine Mannschaft schon vorher. Dass der Abstand zu Bayer Leverkusen in der Tabelle aber auf fünf Punkte schrumpfen würde, ausgerechnet beim Letzten, damit dürften sie kaum gerechnet haben.

Die linke Seite des BVB hatte vor dem Spiel am längsten Rasenkontakt gehalten. Warten auf das Nachmittagsergebnis aus der Nachbarschaft. Klopp, Sportdirektor Zorc und einige Kollegen waren schon wieder in den Umkleidebereich zurückgekehrt, als Marcel Schmelzer, der Verteidiger, und Kevin Großkreutz, der Offensive, das wichtige Resultat des Nachmittags noch sacken ließen. Alle hatten sie die Partie von Bayer Leverkusen gegen die TSG Hoffenheim auf der Großleinwand im Borussia-Park verfolgt. Der Sieg der Rheinländer änderte die Ausgangsvoraussetzung für den eigenen Auftritt: Es ging nicht mehr um die vorzeitige Sicherung der Schale. Schmelzer, Großkreutz und der Rest nahmen es ohne besondere Gefühlsäußerung auf. Der BVB-Trainer hatte es ja auch schon Tage vor dem Anpfiff verkündet: Vor allem und wie immer geht es für uns um die eigenen drei Punkte.

Große Chance durch Hummels

Wenn es schon um die Saisonausbeute gegangen wäre, hätte das aber möglicherweise für ein anderes Spiel gesorgt. In der ersten Halbzeit begegneten sich der Tabellenletzte der Bundesliga und der souveräne Tabellenführer eine Viertelstunde lang auf einer Ebene. Danach bekam das Schlusslicht die Partie immer besser in den Griff. Nicht ohne Dortmund eine Großchance zu erlauben. In der 30. Minute hob Mats Hummels den Ball über die Gladbacher Defensive hinweg auf Robert Lewandowski. Torhüter Marc Ter-Stegen eilte dem polnischen Stürmer entgegen. Der reagierte mit einem Heber Richtung Tor. Und erst in letzter Sekunde konnte Tony Jantschke von der Linie retten. Zwei Minuten zuvor aber hatte Juan Arango den Gladbach-Kollegen Marco Reus mit einem weiten Pass bedient. Und der zielte nur knapp vorbei. Und in der 36. Minute war es wieder Arango, der den Ball vor das Tor der Dortmunder brachte. Diesmal zu Mohamadou Idrissou. Und der ließ den in diesem Moment unglücklich langsam und träge wirkenden Neven Subotic hinter sich und konnte lange überlegen. Wohin mit dem Ball?

Idrissou entschloss sich dazu, ihn ins Netz zu schießen. Vorbei an Roman Weidenfeller, den Torhüter, der bis zum diesem Zeitpunkt erst 19 Gegentreffer auf seinem Gesamtspielzeitkonto hatte. Bei 21 steht der Rekord von Ex-Bayern-Hüter Oliver Kahn. Dieses 1:0 für den Letzten aber war nicht unverdient gegen die mit Verletzungssorgen angereiste westfälische Borussia. Stratege Nuri Sahin wird bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen. Ihn ersetzte Antonio da Silva auf der Sechserposition neben Sven Bender. Und auch auf Torjäger Lucas Barrios verzichtete Klopp noch, weil er für die folgenden drei entscheidenden Begegnungen „nicht ins Risiko“ gehen wollte. Barrios nahm lediglich auf der Bank Platz.

Doch auch der Gastgeber präsentierte sich nicht vollständig. Igor de Camargo und Dante, die Stammkräfte, fehlten. Und in der zweiten Hälfte erhöhte der BVB das Tempo und den Druck auf die Defensive, die Trainer Lucien Favre zusammengestellt hatte. Dass die zweite Hälfte aber mit einem echten Feuerwerk begonnen hatte, war für alle Beteiligten keine Freude. Rund 20.000 Fans unter den 52.000 im Borussia-Park waren aus Dortmund angereist. Eine Kurve besetzten sie vollständig. Und dort wurden auch bengalische Feuer abgebrannt. Dass die Täter über die Videoüberwachung ermittelt würden, kündigte die Polizei schon während der Partie an.

Lattentreffer von Götze

Das Feuerwerk auf dem Platz hätte den Borussen-Fans eigentlich ausreichen müssen. In der 55. Minute köpfte Hummels den Ball nach Ecke von Mario Götze über das Gladbacher Tor. Wenige Minuten später hätte er beinahe auf der eigenen Seite den eigenen Torhüter Weidenfeller mit einem Kopfball in bedrängter Situation überwunden. Bis zum Abpfiff blieb es die einzige Chance -- für Gladbach. Dortmund dagegen brachte Mohamed Zidan für Jakub Blaszczykowski und doch noch Barrios für Lewandowski. Und Götze scheiterte in der 68. Minute aus der Distanz nur am Lattenkreuz. Und Schmelzer traf zehn Minuten später von der linken Seite aus nur den rechten Außenpfosten. Die Chancen waren da, für den Spitzenreiter. Barrios-Kopfstoß in der 84. Minute. Ter-Stegen hält. Subotic mit einem Kracher aus der Distanz in der 88. Minute. Ter-Stegen hält.

Und am Ende hatte dieser 18-Jährige die Gladbacher im Rennen gegen den Abstieg gehalten – und mit dafür gesorgt, dass die Dortmunder Borussia ihre erst vierte Niederlage in dieser Saison kassierte. Eine empfindliche, aber keine katastrophale.

 
 

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