BVB macht den nächsten Schritt zum Titel

Dortmunder Jubel: Lukasz Piszczek (v.l.), Sven Bender, Neven Subotic und Torschütze Nuri Sahin jubeln mit BVB-Trainer Jürgen Klopp.
Dortmunder Jubel: Lukasz Piszczek (v.l.), Sven Bender, Neven Subotic und Torschütze Nuri Sahin jubeln mit BVB-Trainer Jürgen Klopp.
Borussia Dortmund hat den nächsten Riesenschritt zur Meisterschaft gemacht. Der BVB gewann den Bundesliga-Gipfel in München nach einer beeindruckenden Leistung mit 3:1. Die Bayern blieben vieles schuldig.

München. Die großen Propheten hatten vor dem Bundesliga-Gipfel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund gesprochen. „Wir verlieren kein Saisonspiel mehr“, hatte BVB-Profi Kevin Großkreutz angekündigt. „Ein Niederlage oder ein Unentschieden gegen Dortmund ist ausgeschlossen“, hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß klargestellt und ein klaren Heimsieg gegen den Tabellenführer einkalkuliert. Beim Abpfiff und dem Ergebnis von 3:1 für den BVB in der Allianz-Arena war klar: Großkreutz hatte Recht behalten und mit seiner Mannschaft den nächsten Riesenschritt zur Meisterschaft gemacht. Dortmund konnte mit Toren von Lucas Barrios (9.), Nuri Sahin (18.) und Mats Hummels (60.) erstmals seit Oktober 1991 in München gewinnen. Für die schwachen Bayern hatte Luiz Gustavo zwischenzeitlich das 1:1 erzielt (16.). Der BVB liegt nun 16 Punkte vor den Bayern.

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte, wie angekündigt, Mitch Langerak für den verletzten Roman Weidenfeller ins Tor gestellt. Damit hatte der BVB mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren die jüngste Mannschaft in seiner Bundesliga-Geschichte aufgeboten. Der „entsperrte“ Neven Subotic ersetzte zudem wieder seinen Vertreter Felipe Santana. Bei den Bayern konnte Trainer Louis van Gaal auf seine Inter-Mailand-Startrelf setzen und damit auf Danijel Pranjic (Adduktorenprobleme), der im defensiven Mittelfeld spielte. Luiz Gustavo lief als linker Außenverteidiger auf. Die Bayern, die sieben Mal in Folge in ihrem Stadion gewonnen hatten, wollten sich in der mit 69000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena auch sofort daran begeben, die Hoeneß-Vorgabe zu erfüllen. Schon nach einer Minute hatte Bundesliga-Debütant Langerak den ersten Ballkontakt.

Die ersten Chancen hatte aber der unbeschwert aufspielende BVB. Nachdem Robert Lewandowski noch eine Volleyabnahme über das Tor geknallt hatte (4.), klingelte es fünf Minuten später das erste Mal im Bayern-Tor. Bastian Schweinsteiger verlor im Mittelfeld den Ball an den energischen Kevin Großkreutz, der stürmte in Richtung Strafraum und legte Lucas Barrios den Ball in die Gasse. Und der Torjäger erzielte seinen elften Saisontreffer. Eine weitere Demonstration für das bekannt schnelle Umschalten bei den Borussen. Und nicht nur in dieser Szene wirkte die Bayern-Deckung unsicher und unsortiert. Wie in den beiden Vorjahren lag der BVB in München 1:0 vorne.

Und die Bayern: Die blieben spielerisch gegen die konsequent wie bissig verteidigenden Dortmunder viel bis alles Angekündigte schuldig. Von Dominanz und Spielkontrolle war nichts zu sehen. Die Superstars Franck Ribery und Arjen Robben waren völlig abgemeldet. Als die Bayern das erste Mal gefährlich vor das BVB-Tor kamen, war es bezeichnenderweise bei einer Standardsituation (16.): Ein Eckball von Franck Ribery landete bei dem am Elfmeterpunkt freistehenden Luiz Gustavo, der einen Moment später sein erstes Tor für den FCB bejubeln durfte.

Ein Rückschlag für Dortmund? Würden die Bayern, wie in den beiden Vorjahren, das Spiel drehen? Mitnichten. Denn dieses Mal legte der BVB, bestes Auswärtsteam der Liga, umgehend nach. Lucas Barrios stibitzte im Mittelfeld den Ball vom schwachen Holger Badstuber und stürmte, begleitet von Arjen Robben, in Richtung Bayern-Tor. Im Zweikampf der beiden landete der Ball bei Nuri Sahin. Der schaute, nahm am Sechzehner Maß und schoss mit dem linken Fuß wunderschön zum 2:1 für Dortmund ein. Eine beeindruckende Chancenverwertung. Sahin hatte, wie Barrios übrigens auch, schon beim 2:0-Hinspielsieg getroffen.

Und die Bayern? Die wirkten ob des erneuten Rückstands perplex. Bis zur Pause hatten sie nur noch eine gute Chance. Und etwas Pech. Mario Gomez wurde ein Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsposition abgepfiffen.

Wer nach der Pause einen Sturmlauf des Rekordmeisters erwartet hatte, wurde überrascht. Die nächsten Chancen hatte abermals der unbefreit aufspielende BVB. Für die Vorentscheidung sorgte in der 60. Minute ausgerechnet ein Ex-Bayer: Nach Ecke von Mario Götze köpfte Mats Hummels zum 3:1 ein. Es war das vierte Saisontor des Innenverteidigers, der seine Jugend beim großen FCB verbracht hatte. Die Dortmunder kontrollierten auch danach das Spiel und ließen kaum Chancen zu. Bei der besten, einem Flugkopfball von Mario Gomez (75.), durfte sich Debütant Mitch Langerak mit einer Parade auszeichnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die zufriedenen BVB-Fans längst das Meister- und das Lederhosen-Lied in der Arena erklingen lassen.

 
 

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