BVB lebt die Wiedergutmachung in der Königsklasse

Frank Lamers
Dortmund's Robert Lewandowski of Poland, center, celebrates with team mates after scoring during the Champions League Group D soccer match between Borussia Dortmund and Ajax Amsterdam Tuesday, Sept. 18, 2012 in Dortmund, Germany. (AP Photo/Frank Augstein)
Dortmund's Robert Lewandowski of Poland, center, celebrates with team mates after scoring during the Champions League Group D soccer match between Borussia Dortmund and Ajax Amsterdam Tuesday, Sept. 18, 2012 in Dortmund, Germany. (AP Photo/Frank Augstein)
Borussia Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski hat seiner Mannschaft in der Gigantengruppe der Champions League einen 1:0-Erfolg gegen Ajax Amsterdam beschert. Die Hoffnung der Westfalen auf ein besseres Abschneiden, auf Wiedergutmachung in der Königsklasse lebt.

Dortmund. Bis kurz vor dem Abpfiff wirkte es so, als wäre Borussia Dortmund mit dem Repertoire der vergangenen Saison auf die Gigantenbühne Champions League zurückgekehrt. Wieder bot der Deutsche Meister eine starke Leistung. Wieder besorgte er sich zahlreiche Chancen, den Sieg einzufahren. Doch nicht einmal vom Elfmeterpunkt gelangte der Ball über die entscheidende Linie. Doch dann schlug Robert Lewandowski in Minute 88 doch noch zu. Mit 1:0 (0:0) wurde die Partie gegen Ajax Amsterdam gewonnen. Und die Hoffnung der Westfalen auf ein besseres Abschneiden, auf Wiedergutmachung lebt.

"Es war das Spiel, was wir spielen wollten und was wir erwartet haben", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp. "Wir haben das über 90 Minuten richtig gut gemacht und zum Schluss ein ganz, ganz großartiges Tor gemacht."

Klopp veränderte nur eine Position

Nur auf einer Position hatte Jürgen Klopp die Anfangsformation für den Auftritt in der Königsklasse im Vergleich zu der Elf verändert, die beim 3:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen im Alltagsgeschäft Bundesliga aufgelaufen war. Diese kleine Korrektur aber offenbarte den Mut zum Kreativwirbel auf Europas Hochebene. Mario Götze behielt seine Position hinter der Solospitze Robert Lewandowski. Die rechte Offensivflanke durfte Jakub Blaszczykowski beackern. Links präsentierte der Trainer jedoch nicht Kevin Großkreutz, sondern Marco Reus, der am Samstag noch lange zuschauen musste, bevor er auf den Rasen hinaus geschickt wurde.

Dass es trotz der negativen Erlebnisse in der vergangenen Saison keine Änderung des Stils geben würde, hatte Klopp ja angekündigt: „Wir wollen unser Spiel durchziehen.“ Spannender Zusatz: „Wir sollten keine großen Fehler mehr produzieren.“ Ganz ohne Fehler funktioniert Fußball allerdings selten. Für den BVB war es nach einem dutzend Minuten so weit. Stilistisch sah alles gut aus. Dann erhielt Ilkay Gündogan den Ball, und der Fehlerteufel gesellte sich zu ihm. Ballverlust auf prekärem Terrain. Ryan Babel bekommt das Spielgerät. Neven Subotic und Mats Hummels attackieren den ehemaligen Hoffenheimer. An der linken Seite übernimmt Christian Eriksen. Doch der Däne scheitert.

Partie auf Augenhöhe in erster Halbzeit

Erste Großchance der Partie. Schwarzgelb jedoch erhielt die erste eigene große Möglichkeit bereits eine Minute später. Götze wurde aber von Niklas Moisander abgeblockt, der gemeinsam mit Toby Alderweireld die Ajax-Innenverteidigung bildete, hinter der sich häufig noch Christian Poulsen aufhielt. Der Däne mit operierte als Stabilisator. Und als der Mann, der auch den langen Ball in die Spitze probierte. Das war wenig klassisches Amsterdam. Es sorgte aber für Gefahr vor dem Borussen-Tor. Nach einer halben Stunde gelang dann Hummels eine starke Stilkopie. Langer Ball auf Lewandowski. Doch der hebt aus schwieriger Position über das Tor. Wieder eine Minute später musste Keeper Kenneth Vermeer jedoch in Aktion treten. Schuss von Reus. Gehalten. Vier Minuten später. Großchance für den niederländischen Rekordmeister. BVB-Torhüter Roman Weidenfeller muss weit hinaus auf die Wiese, um Siem de Jong zu attackieren. Der Ball gerät zu Derek Boerrigter. Doch der scheitert.

Es war eine Partie auf Augenhöhe in Halbzeit eins. Und Halbzeit zwei schließt zunächst daran. Drei Minuten sind nach dem Wiederanpfiff verstrichen. Siem de Jong zieht im Strafraum ab. Weidenfeller reagiert mit einem Titanenreflex. Pariert. Und danach beginnt er erst richtig, der Dortmunder Wirbel. 49. Minute. Lewandowski macht alles richtig im Strafraum. Die Schussbahn scheint freigeräumt. Der Pole bugsiert den Ball über das Tor. Und in der 52. Minute hat dann Reus, freigespielt von Götze, die beste unter den guten Chancen. Doch er vergibt. Das weckt Erinnerungen. Erinnerungen an die Partien der letzten Spielzeit auf Champion-Niveau. Viel getan, viel erarbeitet. Und doch sich selbst nicht belohnt.

In Minute 57 nicht einmal mit einem Elfmetertor. Ricardo van Rhijn hatte Götze gefoult. Hummels trat an, schoss lax und unplatziert. Vermeer klärte die Angelegenheit. Und erst ganz am Ende, verwandelte sich seine Lust in Frust. Lewandowski erhielt den Ball von Lukasz Piszczek. Treffer. Jubel. Grenzenloser Jubel. Endlich die verdiente Lohntüte auf dem Tisch.