BVB kündigt Untersuchung zu Vorwürfen gegen Ordnungsdienst an

Der BVB will die Vorwürfe des WDR gegen seinen Sicherheitsdienst eingehend prüfen.
Der BVB will die Vorwürfe des WDR gegen seinen Sicherheitsdienst eingehend prüfen.
Foto: Thomas Nitsche
Nachdem der WDR massive Vorwürfe gegen den Ordnungsdienst von Borussia Dortmund erhoben hat, will der Verein ein Gremium bilden, dass die Vorgänge untersucht. Auch die Deutsche Fußball Liga hat Kontakt zum BVB aufgenommen, um etwaige Verstöße gegen geltende Sicherheitsvorschriften zu prüfen.

Dortmund.. Kein gutes Haar lässt der WDR am Ordnungsdienst von Borussia Dortmund. Wie der Sender in seinem Hintergrund-Magazin „sport inside“ am Montag berichtete, seien die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes mangelhaft ausgebildet. Zudem verstoße der Verein gegen die seit etwas mehr als einem Jahr geltende Sicherheitsrichtlinie der Deutschen Fußball Liga (DFL).

In dieser heißt es in Paragraf 26: „Als geeignet gelten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes nur, wenn sie vor ihrem Einsatz […] ausreichend über ihre Rechte, Pflichten sowie Aufgaben, Abläufe und die wesentlichen Problemfelder während eines Fußballeinsatzes unterrichtet worden sind und ihre Eignung durch eine fachkundige Person festgestellt worden ist. Der Unterricht umfasst für den allgemeinen Ordnungsdienst mindestens zehn Stunden.“

Einem Mitarbeiter des WDR gelang es, sich erst wenige Stunden vor dem Anpfiff des Spiels des BVB gegen den FC Bayern München am 23. November beim Ordnungsdienst anstellen zu lassen. Auch die in der Sicherheitsrichtlinie der DFL vorgesehene Überprüfung eines polizeilichen Führungszeugnisses kann in so kurzer Zeit nicht geschehen.

BVB nimmt Recherche-Ergebnisse "sehr ernst"

Der BVB kündigte auf Anfrage dieser Zeitung an, die Vorgänge eingehend zu überprüfen. „Wir nehmen die Rechercheergebnisse des WDR sehr ernst, auch wenn sie sich, unter anderem was die Rekrutierung von Ordnern und Schulungen angeht, nicht mit den Angaben unseres Ordnungsdienstes decken. Wir werden deshalb unverzüglich ein Gremium bilden, das den Dingen unvoreingenommen auf den Grund gehen wird.

Dies hatten wir übrigens auch dem WDR ausführlich mitgeteilt und zugesichert, leider wurden die betreffenden Interview-Passagen allerdings nicht ausgestrahlt. Sollten sich Erkenntnisse des WDR bestätigen, und sollte innerhalb des Ordnungsdienstes gegen klare Klubvorgaben verstoßen worden sein, werden wir selbstverständlich handeln“, sagte Christian Hockenjos, Direktor Organisation beim BVB.

Ärger mit Gewerkschaften droht

Auch bei der DFL in Frankfurt sind die Vorwürfe des WDR gegen Borussia Dortmund bekannt. Auf Anfrage dieser Zeitung hieß es bei der DFL, dass man mit dem BVB diesbezüglich in engem Kontakt stünde. Ob es von Seiten der DFL Sanktionen gegen den Verein wegen der Verstöße gegen die Sicherheitsrichtlinie gebe, blieb offen. Der entsprechende Anhang IV zur Lizenzierungsordnung gibt eindeutige Anforderungen an den Ordnungsdienst in den Stadien und dessen Mitarbeiter vor. Sanktionen sieht die Lizenzierungsordnung aber lediglich gegen Verstöße gegen die finanziellen Kriterien vor.

Auch mit Gewerkschaftsvertretern wird sich die Borussia wohl auseinandersetzen müssen. Denn wie der WDR bei seinen Recherchen erfuhr, zahlt der Verein den Mitarbeitern des Ordnungsdienstes nur fünf Euro Stundenlohn. Für solche Tätigkeiten gilt nach Ansicht von Gewerkschaftsvertretern aber ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

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