BVB ist in fast allen Statistiken Liga-Spitze

Thorsten Schabelon
Borussia Dortmund genoss nach dem 1:0-Sieg gegen Köln das lange Wochenende. Der Tabellenführer ist in fast allen relevanten Statistiken Liga-Spitze - und bei Transfers attraktiver Ansprechpartner.

Dortmund. Die Profis von Tabellenführer Borussia Dortmund hatten nach ihrem Heimsieg am Freitag gegen den 1. FC Köln ein angenehm ruhiges wie langes Wochenende. Nur am Samstagabend kam kurzzeitig Unruhe auf. Leverkusen, mit zwölf Punkten Rückstand so etwas wie der gefährlichste Verfolger des BVB, führte gegen Wolfsburg zur Pause 3:0. Damit hatte Bayer, wie die Borussia, 53 Saisontore und drohte einen der vielen Dortmunder Liga-Spitzenwerte zu verbessern. 45 Minuten später gab es Entwarnung. Es war beim 3:0 geblieben. Der BVB bleibt hier Liga-Spitze. Wie in fast allen weiteren relevanten Statistiken.

Borussia Dortmund war die beste Mannschaft der Hinrunde, ist die beste Mannschaft der Rückrunde, hat die meisten Siege, die wenigsten Niederlagen, ist das beste Auswärtsteam und hat auch im heimischen Signal Iduna Park den besten Punkteschnitt aller 18 Bundesligisten. Kein Team hat mehr Tore geschossen, kein Team hat weniger Tore kassiert. Der BVB ist Erster alles. „Wir haben eine gute Ausgangslage“, sagt Nuri Sahin bescheiden.

Eine gute Ausgangslage, die die Fans träumen lässt. Deren Hochrechnungen sehen vor, dass ihr BVB die siebte Meisterschaft am 29. Spieltag Anfang April beim HSV feiern kann – und damit einen Spieltag früher, als es dem FC Bayern München in den Rekordjahren 1973 und 2003 gelungen ist. Längst wird Kevin Großkreutz als Dortmunder Prophet verehrt. Der hatte vor Beginn der Rückrunde orakelt, dass der BVB kein Spiel mehr verlieren werde. Er könnte Recht behalten.

Statistiken und Zahlen, die Sportdirektor Michael Zorc zur Kenntnis nimmt. Aber nicht überbewertet. Für Zorc garantiert die gute Ausgangssituation Planungssicherheit. Der BVB wird kommende Saison in der Champions League spielen und ist nicht nur deshalb attraktiver Ansprechpartner bei Transfers. Bislang steht nur das 18-jährige Talent Moritz Leitner als Neuzugang fest. Der BVB will seine schlagkräftige Offensive weiter verstärken. Kandidaten, die ins Beuteschema des jungen, entwicklungsfähigen und bezahlbaren Spielers passen, sind Nils Petersen (22, Energie Cottbus) und Marco Reus (21, Borussia Mönchengladbach). Reus würde beim Abstieg seine Borussia verlassen. Für den gebürtigen Dortmunder liegt das Reiseziel nah.

Am Samstag geht es für den BVB erst mal nach Hoffenheim, wo Mats Hummels nach auskurierter Bauchmuskelverletzung wieder auflaufen soll. Ein Erfolg in Sinsheim hätte historische Dimensionen: Es wäre der zwölfte Auswärtssieg der Saison. Das gab es in der Bundesliga noch nie.