BVB investiert fünf Millionen Euro ins Stadion

Die Meistermannschaft von Borussia Dortmund ist im Urlaub. Jetzt gönnt sich auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ein paar freie Tage. Vorher spricht Watzke noch über die Nachfolge(r) von Nuri Sahin und ein ambitioniertes Investitionsprogramm.

Dortmund. Erstmals seit Jahren gönnt sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke einen zweiwöchigen Urlaub. Den Chef des Deutschen Meisters zieht es auf eine ruhige italienische Mittelmeer-Insel. Vor der Abreise gab er noch ein Interview.

Herr Watzke, können Sie sich jetzt ein wenig Ruhe gönnen?

Hans-Joachim Watzke: Auf jeden Fall, ich nehme mir die Zeit, um den Kopf nach all diesen Ereignissen wieder frei zu bekommen. Die aufregende Meistersaison habe ich für mich verarbeitet. Stand heute, da habe ich mich mit Michael Zorc und Jürgen Klopp verständigt, sind die Personal-Planungen für die neue Saison auf der Aufnahme-Seite abgeschlossen. Auf der abgebenden Seite, Stichwort Florian Kringe und Dimitar Rangelov, könnte sich noch was tun.

Nuri Sahin hinterlässt im Meister-Mittelfeld eine große Lücke. Kann er ersetzt werden?

Watzke: Nuri Sahin 1:1 zu ersetzen, ist, so glaube ich, nicht möglich. Wir haben in Ilkay Gündogan und Ivan Perisic zwei herausragende Mittelfeldspieler geholt. Sie sind beide jung, haben beide Potenzial, aber man darf beide nicht mit Erwartungen überlasten. Wir hoffen, dass sie sich bei uns schnell und gut einleben. Dann schauen wir mal.

Wird ein Spieler auf die Sahin-Position rücken oder ist ein System-Wechsel denkbar?

Watzke: Das entscheidet der Trainer. Und Jürgen Klopp wird sich da seine Gedanken machen und sich was einfallen lassen.

Ihr Kader steht also. Aber der BVB, das haben Sie angekündigt, wird die Einnahmen aus TV-Geldern und Champions League nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investieren.

Watzke: Das ist richtig. Wir haben ein Fünf-Millionen-Investionsprogramm für den Signal Iduna Park aufgelegt. Da besteht Renovierungsbedarf. Es gibt neue Anzeigetafeln, neue Böden im Hospitality-Bereich, neue Sitzschalen auf einem Teil der Tribünen, eine neue Mixed-Zone und neue Schiedsrichterräume. Im nächsten halben Jahr tut sich eine Menge in unserem Stadion. Und das, nachdem wir erst im April unser neues, drei Millionen Euro teures Trainingszentrum für die Profis eröffnet haben.

Nach der Saison ist auch vor der Saison: An den amtierenden Meister werden hohe Erwartungen gestellt.

Watzke: Es wird ein extrem schwieriges Jahr. Alle Gegner wollen gegen den Meister besonders glänzen. Und ich warne davor, die Mannschaft mit Erwartungen zu überfrachten und Luftschlösser zu bauen. Es gilt, vernünftig zu bleiben. Damit ist der BVB zuletzt gut und erfolgreich gefahren. Wir freuen uns auf die Champions League. Aber am wichtigsten ist und bleibt die Bundesliga.

In der Vorbereitung geht es im Supercup am 23. Juli im ersten Revierderby zu Schalke 04, dem Pokalsieger.

Watzke: Wir motivieren unseren Konkurrenten zu Höchstleistungen. Das war ja schon 1997 so, als sie den Uefa-Pokal gewonnen haben. Eines ist sicher: Ich werde unser neues Briefpapier erst nach dem 23. Juli drucken lassen.