BVB-Fans geben Derbykarten zurück

Dortmund/Gelsenkirchen.. Aus Protest gegen die erhöhten Eintrittspreise auf Schalke werden viele der treuesten BVB-Fans ihre Karten für das Derby am 19. September zurückgeben. Der Gastgeber reagiert verwundert.

Die Revierderbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 sind, wenn es um die Kartennachfrage geht, die begehrtesten Spiele im deutschen Fußball. Am 19. September treffen die Rivalen in der Schalker Veltins-Arena wieder mal aufeinander. Und siehe da: Noch nie war es so einfach, Eintrittskarten für das Duell der Duelle im Fußball-Westen zu bekommen.

Warum Derby-Boykott?

Warum Derby-Boykott?
MPG

Diese seltene Gelegenheit haben die Freunde des immer wieder aufregenden Revierderbys den Fans von Borussia Dortmund zu verdanken. Sie haben beschlossen, das Derby zu boykottieren. Der Grund sind die hohen Ticket-Preise. Für einen Stehplatz im Gästeblock verlangen die Schalker 20 Euro. Sitzplätze im Gästeblock gibt es erst ab 40 Euro. Damit werden auf die erst zu Saisonbeginn erhöhten Eintrittspreise noch einmal fast 35 Prozent aufgeschlagen. Dazu kommt noch die Vorverkaufsgebühr von zehn Prozent. Die Dortmunder befinden sich mit dem Preis-Sprung in prominenter Gesellschaft: Den Topzuschlag berechnen die Schalker auch, wenn Rekordmeister Bayern München zu Gast in der Arena ist.

„Die Schmerzgrenze ist überschritten“

„Das ist unsozial. Mit dieser Preiserhöhung ist die Schmerzgrenze überschritten. Wir müssen endlich mal ein Zeichen setzen“, begründet Marc Quambusch, der mit seinem BVB sonst durch ganz Deutschland reist, den Fanboykott. Er ist Sprecher der schwarzgelben Protest-Initiative, in der sich schon 60 Fangruppierungen zusammengeschlossen haben. Sie werden etwa 1500 bereits erworbene Derby-Karten an den BVB zurückgegeben. Der Klub erstattet die Kosten und wird die Karten dann erneut in den Verkauf geben. Ein leerer Gästeblock droht am 19. September nicht, denn neue Abnehmer dürften sich schnell finden. Allerdings werden die treuen wie lautstarken BVB-Fans in der Arena fehlen, die für Stimmung sorgen.

„Wir haben die Preise nur moderat angehoben“

Beim Derby-Gastgeber kann man die Aufregung und den Boykott nicht nachvollziehen. „Wir haben die Preise nur moderat angehoben. Außerdem sind wir Vizemeister und lagen bislang im unteren Drittel bei den Preisen“, sagt Schalke-Sprecher Rolf Dittrich. Argumente, die die aufgebrachten BVB-Fans nicht beruhigen können. In ungewohnter Eintracht versuchen sie sogar, die Schalke-Fans mit ins Boot zu holen. „Sie sind Opfer wie wir, müssen den Aufschlag ja auch bezahlen“, erklärt Marc Quambusch.

Vielleicht nutzen die Schalker das nächste Derby im Februar in Dortmund zur Retourkutsche. Einen guten Grund hätten sie: Da berechnet der BVB gegen Schalke einen Topzuschlag von 20 Prozent.

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