BVB entzaubert St. Paulis Derby-Helden

Stefan Reinke
Der BVB bleibt das Maß aller Dinge in der Bundesliga.
Der BVB bleibt das Maß aller Dinge in der Bundesliga.
Foto: REUTERS
Tabellenführer Borussia Dortmund ist wieder auf Kurs. Mit einem hochverdienten 2:0-Sieg schickte die Elf von Jürgen Klopp den FC St. Pauli nach Hause. Der Erfolg des BVB war zu keiner Zeit in Gefahr.

Dortmund. Der BVB kann noch gewinnen. Nach zwei Remis in Serie hat sich der Tabellenführer gegen den FC St. Pauli berappelt und den Aufsteiger mit 2:0 besiegt.

Die Borussen begannen bis auf den gelb-rot-gesperrten Neven Subotic mit der Aufstellung aus dem Kaiserslautern-Spiel (1:1). Der FC St. Pauli musste unter anderem auf den verletzten Derbysieger Gerald Asamoah, den gesperrten Zambrano verzichten. Im Tor stand Thomas Kessler, Fin Bartels und Moritz Volz rotierten auf die Bank. Den Schwung des Derbysiegs unter der Woche gegen den Hamburger SV wollte Pauli-Trainer Holger Stanislawski offenbar mitnehmen und stellte seine Mannschaft durchaus offensiv auf, mit Matthias Lehmann als Staubsauger vor der Viererkette und hinter einem insgesamt offensiv ausgerichteten Mittelfeld – zumindest auf dem Papier.

Denn auf dem Rasen sahen sich die Hamburger von Beginn an im Würgegriff der Dortmunder Offensive. Auf neuem Rasen und vor ausverkauftem Haus ließen es die Borussen stürmisch beginnen. Schon in der zweiten Minute hatte Kevin Großkreutz die erste Großchance, scheiterte doch am gutaufgelegten Thomas Kessler. Der Stimmung im Stadion tat’s gut, beide Seiten lieferte sich auf den Rängen einen stimmgewaltigen Kampf. Anders auf dem Platz, wo nur der BVB den Ton angab.

BVB erspielte sich zahlreiche Chancen

Die Dortmunder erspielten sich wieder zahlreiche Chancen, der FC St. Pauli suchte die Lücke und versuchte immer wieder, Entlastungsangriffe zu starten, die jedoch von der aggressiven Deckung des Tabellenführers zumeinst im Keim erstickt wurden. In der 22. Minute war es wieder Kevin Großkreutz, der – diesmal von halblinks – an Kessler scheiterte. Und sechs Minuten später vergaben Barrios und Großkreutz gleich im Doppelpack. Götze setzte Barrios mit genialem Steilpass in Szene, doch der paraguayische Nationalspieler scheiterte am hervorragend parierenden Kessler. Den Nachschuss vergab Großkreutz kläglich. Da wurde selbst das Dormtunder Publikum unruhig, das in dieser Saison so geduldig mit dieser jungen Mannschaft war. In der 31. Minute war es wieder der Keeper, der sein Team im Spiel hielt. Nuri Sahin fasste sich ein Herz und zog aus 25 Metern ab, doch Kessler fischte den Ball aus dem Winkel.

Das Tor lag förmlich in der Luft. In der 39. Minute war es dann endlich soweit: Mario Götze auf den halblinks postierten Nuri Sahin. Der Türke mit schöner Flanke vor den Fünfmeterraum auf Barrios, der aus der Drehung und im Rutschen mit links zum 1:0 vollstreckte. Mit der verdienten Führung ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel versuchte es Holger Stanislawski noch etwas offensiver und brachte Fin Bartels für Sukuta Paso. Doch ehe der Wechsel irgendwie Wirkung zeigen konnte, stand es schon 2:0 für den BVB. Barrios war durch den Strafraum gewuselt und wollte in die Mitte flanken. Den Ball erwischte allerdings Ralph Gunesch und versenkte ihn im eigenen Netz.

In der Folgezeit kamen die Paulianer zu einigen Angriffen, doch die einzige Torchance hatte Takyi, dessen Schuss allerdings kein Problem für Weidenfeller darstellte. Die Borussen erspielten sich noch Torchancen, die allesamt durch Großkreutz, Barrios, Sahin und Lewandowski ungenutzt blieben. Auch der eingewechselte Toni da Silva prüfte Kessler noch (83.), konnte aber auch nicht erhöhen.

Doch der Sieg des BVB war zu keiner Zeit in Gefahr. Den Borussen reichte eine der weniger glanzvollen Saisonleistungen, um gegen Aufsteiger St. Pauli zu gewinnen. Am Ende konnte Jürgen Klopp noch Markus Feulner (für Lewandowski) und Marco Stiepermann (für Sahin) etwas Spielpraxis gönnen. Wichtig war der Sieg allemal. Die Dortmunder festigten ihren Vorsprung in der Tabelle – angesichts der kommenden Auswärtsaufgabe immens wichtig. Denn am nächsten Spieltag muss der BVB nach München. Dort könnte eine Vorentscheidung im Titelrennen fallen.