BVB-Coach Tuchel nach 1:3 beim HSV überrascht und bedient

BVB-Trainer Thomas Tuchel war nach dem 1:3 beim HSV restlos bedient.
BVB-Trainer Thomas Tuchel war nach dem 1:3 beim HSV restlos bedient.
Foto: imago
Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel führt die 1:3-Niederlage beim HSV auf fehlende Aufmerksamkeit und Körpersprache zurück: “Die erste Halbzeit war ein dramatischer Unterschied zu unserem Anspruch.”

Hamburg. Thomas Tuchel war sprachlos. “Ich habe das nicht kommen gesehen”, fand der Trainer des Fußball-Bundesligisten keine Erklärung für die 1:3-Pleite beim Hamburger SV. Der 42-Jährige sah in den ersten 45 Minuten “einen dramatischen Unterschied zu unserem Anspruch und unserer Leistung”, vermisste von der ersten Minute an die Körpersprache und war der Meinung: “Das war viel zu wenig, um ein Freitagabendspiel zu bestreiten. Mit der Leistung , mit der Aufmerksamkeit ist nirgends etwas zu holen.”

Thomas Tuchel bei der Pressekonferenz...

... über die überraschende zweite Saisonniederlage: Glückwunsch an Bruno (Labbadia, d.Red) zum Sieg - wahrscheinlich auch zum verdienten Sieg. Wir sind mindestens 45 Minuten lange dramatisch hinter unseren eigenen Ansprüchen hinterhergehinkt.

... über die schwache erste Halbzeit: Wir waren von der ersten Minute an nicht bereit, das Spiel anzunehmen, die Intensität zu zeigen, um richtig zu verteidigen. Uns fehlte die Passschärfe, die wir bisher ausgestrahlt haben. Daher wurden wir verdient bestraft.

... über die Leistungssteigerung nach der Pause: Irgendwann war der Rückstand so groß, dass die deutlich verbesserte Leistung in der zweiten Halbzeit nicht gereicht hat. Das ist am Ende vielleicht sogar gut und heilsam. Ich hätte aber auch gerne darauf verzichtet. Aus unserer Sicht war das komplett unnötig, ich habe es aber auch nicht kommen gesehen.

... über die Vorbereitung auf das Spiel: Wir haben fleißig trainiert. Ich hatte ein gutes Gefühl, wir waren noch am Morgen aufmerksam im Training. Es hat nichts darauf hingedeutet, dass es so kommt, wie es kommt. Wir fühlen uns alle dafür verantwortlich. Jetzt müssen wir sehen, dass wir in der Europa League von Anfang an auf dem Feld stehen, wie es unser Anspruch ist.

... über die Formschwäche von Mats Hummels, ob er vielleicht sogar überspielt sei: Mit seiner Qualität und seinem Anspruch kann er viel spielen und dementsprechend auch Belastung vertragen.

... ob Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Matthias Ginter womöglich doch von den jüngsten Ereignissen in Paris und Hannover beeindruckt waren: Ich möchte nicht für sie sprechen. Ich habe es ihnen zugetraut zu spielen, wir haben ja vorher miteinander gesprochen. Daher waren wir der Meinung, dass dies die bestmögliche Aufstellung ist. Wir können und müssen besser verteidigen, müssen die Abwehrarbeit jetzt auf unser altes Niveau bringen. Da gehören nicht nur die drei genannten Spieler zu, sondern auch alle anderen.

 
 

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