BVB-Coach Klopp beschreibt Stürmer Immobile als torhungrigen "Krieger"

Daumen hoch, Borussia Dortmunds Neuzugang Ciro Immobile möchte Robert Lewandowski beim BVB vergessen machen.
Daumen hoch, Borussia Dortmunds Neuzugang Ciro Immobile möchte Robert Lewandowski beim BVB vergessen machen.
Foto: imago
Es ist keine leichte Aufgabe, der sich Ciro Immobile bei Borussia Dortmund gegenüber sieht: Er muss sich an den intensiven BVB-Stil gewöhnen und gleichzeitig die Lücke schließen, die Robert Lewandowski hinterlässt. Doch der Neue gibt sich selbstbewusst.

Bad Ragaz.. An Neven Subotic ist schon so mancher Stürmer abgeprallt, der serbische Innenverteidiger von Borussia Dortmund ist als knochenharter Vertreter seiner Zunft bekannt. Selten aber sieht es so kläglich aus wie bei Ciro Immobile, der ein Dribbling versucht, dabei stolpert und vor Subotic auf die Knie geht. Kurz zuvor hat er schon den Ball freistehend am leeren Tor vorbeigelegt.

Es sind Momente, die Zweifel wecken an der Entscheidung der BVB-Bosse, 18,5 Millionen Euro für den italienischen Mittelstürmer auszugeben und ihn mit einem gut dotierten Fünf-Jahres-Vertrag auszustatten.

Doch es gibt auch die anderen Szenen. Wenn Immobile den Ball im Strafraum mit der Brust stoppt, Innenverteidiger Sokratis mit einer kurzen Körpertäuschung zu Boden schickt und das Spielgerät humorlos in den Winkel zimmert. Wenn er einen Pass mit Rücken zum Tor annimmt, sich um Pierre-Emerick Aubameyang dreht und sofort den Doppelpass sucht. "Gut!", ruft Trainer Jürgen Klopp. Szenen, in denen sich der Italiener als ballsicherer, beweglicher Stürmer präsentiert, der beidfüßig schießen und auch einen gepflegten Pass spielen kann.

"Lewandowski ist Vergangenheit, ich bin die Gegenwart"

Als variabler Spieler, der im Sturmzentrum und auf dem Flügel spielen kann - sich nun aber gehörig umstellen muss. "Die Trainingsintensität ist viel höher", sagt der 24-Jährige. "Und es ist eine andere Art Fußball zu spielen, da muss ich noch hineinwachsen."

Immer wieder nimmt sich Trainer Jürgen Klopp seinen neuen Mann zur Seite und redet gestenreich auf ihn ein. "Er versucht mir, die Dinge nach und nach zu erklären", sagt Immobile. "Dass ich locker bleiben und mir nicht viel Druck machen soll." Das allerdings ist nicht ganz leicht, wenn man auf Robert Lewandowski folgt - dem Torschützenkönig und prägenden BVB-Offensivspielers der vergangenen Jahre.

Doch der Nachfolger gibt sich unbeeindruckt: "Robert Lewandowski ist sicherlich ein großer Spieler", sagt er. "Aber er ist Vergangenheit, ich bin die Gegenwart." Und in dieser Gegenwart gilt es nun, sich im intensiven BVB-Stil zurechtzufinden, womit sich die Neuzugänge traditionell schwertun - selbst Lewandowski war vor vier Jahren keine Ausnahme. Trainer Klopp glaubt an eine schnelle Anpassung: "Er ist es gewohnt, hohen Aufwand zu betreiben", freute er sich schon bei der Verpflichtung Immobiles. Ein "Krieger" sei der Neue, "ein richtiges Kraftpaket, einer, der Tore aus allen Lagen gemacht hat".

Immobile feiert Premieren-Treffer gegen Rot-Weiss Essen

Tatsächlich kommt Immobile, 1,85 Meter groß und 78 Kilo schwer, mit der Referenz von 22 Saisontoren für den FC Turin - es war allerdings seine erste wirklich überzeugende Saison im italienischen Oberhaus. In den vergangenen vier Jahren spielte er für sechs Vereine der ersten und zweiten Liga, immer wieder verlieh ihn sein Stammverein Juventus Turin, bis er schließlich erst an den CFC Genua und dann an den FC Turin weitergegeben wurde. Dieser zahlte 2,75 Millionen Euro für 50 % der Transferrechte, die andere Hälfte blieb bei Juventus - was die Transferverhandlungen zu einer komplizierten Angelegenheit machte.

Für seinen neuen Verein, den "großen Klub Borussia Dortmund" hat Immobile bereits einmal getroffen, im Testspiel bei Rot-Weiss Essen (5:1). Gegen Chievo Verona sollen am Freitag weitere Treffer folgen (18.30/Sport 1). Denn ein deutsches Wort hat der Neuzugang bereits gelernt: Torschütze.

 
 

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