Dortmund

„Auf einmal war ich der Technokrat“ - BVB-Boss Watzke dachte vor dem Pokalfinale offenbar an Rücktritt

Borussia Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke
Borussia Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke
Foto: imago

Dortmund. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund dachte vor dem Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt offenbar an einen Rücktritt, falls das Finale verloren gehen würde.

Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Watzke habe darüber bereits mit anderen Vereinsfunktionären gesprochen. Watzke entschied sich aber dagegen. Der BVB gewann den DFB-Pokal, drei Tage später feuerte der Verein Trainer Thomas Tuchel.

Borussia Dortmunds Boss Watzke: „Als hätte Tyson dir eine vor den Kopf geballert“

Watzke schilderte im Gespräch mit dem preisgekrönten „Spiegel“-Reporter Markus Feldenkirchen noch einmal die Ereignisse rund um den Anschlag auf den Mannschaftsbus vor dem Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco im April und den Beschluss, das Spiel einen Tag später nachzuholen.

Video: BVB trennt sich von Thomas Tuchel - wir blicken zurück
Video: BVB trennt sich von Thomas Tuchel - wir blicken zurück

Viermal habe Watzke vor dem Spiel, das der BVB mit 2:3 verlor, mit Tuchel gesprochen. Immer habe Tuchel betont, dass man spielen solle. Tuchel habe sich nicht einmal eingemischt, als die Spieler Marco Reus und Gonzalo Castro in einer Mannschaftssitzung Bedenken äußerten.

Borussia Dortmunds Watzke: „Ich war auf einmal der Technokrat“

Nach dem Spiel beklagte sich Tuchel dann in der Pressekonferenz. „Das Gefühl hat sich festgesetzt, dass die Termine vorgegeben werden und wir zu funktionieren haben“, sagte Tuchel.

Im „Spiegel“-Gespräch sagt Watzke dazu: „Es war, als hätte Mike Tyson dir aus dem Nichts eine vor den Kopf geballert. Auf einmal war ich der Technokrat. Ich!“ Auch andere Führungskräfte der Dortmunder hätten sich verletzt gefühlt.

Borussia Dortmunds Watzke sieht „keinen gravierenden Fehler“

Watzke hatte vor dieser Pressekonferenz noch vor, den Vertrag mit Tuchel zu verlängern - trotz aller Bedenken im Verein. Tuchels Aussagen bedeuteten für Watzke aber eine „Zäsur“, wie der „Spiegel“ schreibt.

Watzke klage darüber, dass dass manche Fans zu einem Trainer halten würden, der nur zwei Jahre beim BVB war - und nicht zu ihm, der den BVB vor dem Untergang bewahrt habe. Watzke sagte dem „Spiegel“: „Ich sehe keine gravierenden Fehler. Ich bin da in etwas reingeraten und wusste irgendwann nicht mehr, wie ich da rauskomme.“ (aer)

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