Dortmund

BVB-Bomber Sergej W. gesteht Tat - und nennt ein tragisches Motiv

Foto: dpa
  • BVB-Bomber Sergej W. gesteht Anschlag auf Borussia Dortmund
  • Er behauptet, aus Liebeskummer gehandelt zu haben
  • Mit dem Geld aus der Aktienspekulationen wollte er angeblich seine Eltern unterstützen

Dortmund. Wie der Anwalt des BVB-Bombers erklärte, soll sein Mandant die Tat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund aus Liebeskummer geplant haben.

So habe ihn die geplante Auswanderung seiner Freundin nach Australien und die damit verbundene Trennung schwer zu schaffen gemacht.

Borussia Dortmund. Sergej W. hegte Suizid-Gedanken

Sergej W. hegte außerdem schon länger Suizid-Gedanken. Mit dem durch die Aktiengeschäfte gewonnenen Geld wollte er seine Eltern unterstützen.

-------------------------------------

• Mehr Themen:

Anschlag auf Bus von Borussia Dortmund: Warum Ex-BVB-Profi Matthias Ginter sich eine Pause vom Fußball gewünscht hätte

Prozess gegen BVB-Bomber: „Hier wird einseitig und unseriös Stimmung gemacht!“ – So zoffen sich Anwalt und Staatsanwalt vor Gericht

Kurioser Antrag im Prozess gegen BVB-Bomber: Muss die Staatsanwaltschaft abgelöst werden, weil Dortmund den Fußball zu sehr liebt?

-------------------------------------

Zuvor hatte Sergej W. die Tat gestanden. „Ich wollte einen Anschlag machen, damit der BVB aus der Champions League ausscheidet. Ich wollte aber niemanden verletzen, schwer verletzen oder töten. Ich entschuldige mich dafür“, so W. in seiner Erklärung.

Staatsanwaltschaft wirft ihm 28-fachen Mordversuch vor

W. hat laut Anklage am 11. April 2017 vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco drei Sprengkörper gezündet. Dabei waren BVB-Abwehrspieler Marc Bartra und ein Motorradpolizist verletzt worden. Die Anklage lautet auf 28-fachen Mordversuch.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen vor, aus Habgier gehandelt zu haben: „Der Angeklagte handelte, um sich zu bereichern“, heißt es in der Anklage. Sergej W. soll in der Woche vor dem Bombenanschlag für über 26 000 Euro Optionsscheine und Kontrakte gekauft haben, mit denen er an der Börse auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie spekulierte.

Plan hätte aufgehen können

Bei einem erfolgreichen Anschlag wäre das laut Staatsanwaltschaft wohl auch passiert. „Wären mehrere oder sogar alle Spieler des BVB schwer verletzt oder gar getötet worden, und wäre der Verein deshalb auf nicht absehbare Zeit nicht mehr in nationalen und internationalen Spielrunden vertreten gewesen, hätte dies die Bewertung des BVB auf dem Aktienmarkt erheblich negativ beeinflusst“, heißt es in der Anklage. (mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN