Dortmund

BVB-Bomben waren mit Metallteilen gefüllt - wurden sie ferngezündet? Das ist der aktuelle Stand

An den Fensterscheiben dieses Hauses haben die Bomben Spuren hinterlassen. Die Scheiben wurden durch umherfliegende Metallteile zerstört.
An den Fensterscheiben dieses Hauses haben die Bomben Spuren hinterlassen. Die Scheiben wurden durch umherfliegende Metallteile zerstört.
Foto: IDA News
  • Drei Sprengsätze sind am Dienstag am BVB-Bus explodiert
  • Die Bomben waren mit Metallteilen gefüllt
  • Dadurch wurden die Sprengsätze viel gefährlicher

Dortmund. Der feige Sprengstoffanschlag am Dienstagabend am BVB-Mannschaftsbus. Drei Sprengsätze gingen hoch, BVB-Star Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt.

Die Sprengsätze, es waren gemeingefährliche Bomben, wie sie von Terroristen und auch einfachen Kriminellen eingesetzt werden. Es sollen Rohrbomben gewesen sein, die Schaden im Umkreis von 100 Metern angerichtet haben.

Und jetzt wissen wir auch: Sie waren zusätzlich mit Metallstiften gefüllt! Zwei Verletzte gab es - angesichts der diabolischen Bomben hätte es noch schlimmer ausgehen können. Anders als bei einer "normalen" Rohrbombe wurden hier Metallteile bei der Explosion mit unvorstellbarer Wucht herausgeschleudert. Einer der Stifte bohrte sich in eine Kopfstütze des BVB-Mannschaftsbusses.

Bombe schadet vor allen Dingen durch Füllung

Derartige Bomben sind nicht primär darauf ausgelegt, durch die Explosivkraft zu schaden. Häufig werden sie mit Nägeln oder Stahlkugeln gefüllt, die durch die Explosion tödliche Geschosse bilden.

So beispielsweise beim Bombenattentat des NSU an der Kölner Keupstraße. Dabei wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer.

Wie wurden die Sprengsätze gezündet? Das wird noch untersucht

Wie die Sprengsätze am BVB-Bus gezündet wurden, wird noch untersucht. Möglich ist, dass sie über einen Fernzünder ausgelöst wurden. Beispielsweise mit einer Fernsteuerung, wie sie für Spielzeugautos genutzt wird. Auch per Handy ist es möglich, einen Zünd-Mechanismus auszulösen, ohne in unmittelbarer Nähe der Bombe zu sein.

Die Umgebung des Hotels „L’Arrivée“ würde so etwas begünstigen. Denn hinter dem Hotel, dem Teil, der nicht an der Wittbräucker Straße gelegen ist, gibt es fast nur Wald. Und damit genug Möglichkeiten, sich zu verstecken. (jp)

Mehr zum Thema:

Feiger Anschlag auf den BVB: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen - Polizei richtet Bürgertelefon ein

BVB-Boss Watzke: „Die Mannschaft ist in einer Schockstarre“

Attacke auf BVB-Bus: Erneut ist Fußball missbraucht worden