BVB beantragt die Vorverlegung des Derbys gegen Schalke

Auch am 25. März werden Fans von beiden Vereinen das Derby im Stadion sehen.
Auch am 25. März werden Fans von beiden Vereinen das Derby im Stadion sehen.
Foto: Hans Blossey
Nachdem der Vorschlag eines Ausschlusses der Gästefans vom Tisch ist und die Anhänger des FC Schalke 04 das Derby am 25. März in Dortmund besuchen dürfen, will der BVB die Anstoßzeit vorverlegen. Ziel ist, die Anreise der Fans im Hellen stattfinden zu lassen und nur die Abreise in der Dunkelheit.

Dortmund. Nachdem der FC Schalke 04 sich bereits am Dienstag öffentlich zu Wort meldete und sich gegen einen Ausschluss der Gästefans beim anstehenden Revierderby am 25. März in Dortmund aussprach, hat sich jetzt auch der Gastgeber Borussia Dortmund zu Wort gemeldet. Die Dortmunder bestätigen, dass das Duell der beiden Revierklubs vor den Augen von Anhängern beider Vereine stattfinden wird. Allerdings nicht ohne Einschränkungen.

Weil das Spiel an einem Dienstag stattfindet, ist der Anstoß von der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf 20 Uhr festgelegt. Der BVB hat sich nun dazu entschieden, darauf hinzuwirken, dass der Anpfiff schon eher erfolgt. Dazu hat Borussia Dortmund am Mittwoch einen Antrag bei der DFL eingereicht, "den Anstoß des Spiels auf eine noch nicht näher bestimmte Zeit vorzuverlegen, um die Zugangsphase bei Tageslicht durchführen zu können", heißt es in der Pressemitteilung des BVB.

Außerdem haben sich die Dortmunder entschlossen, die Kapazität des eigenen Stadions einzuschränken. Bei Bundesligaspielen haben normalerweise rund 80000 Fans Platz im Stadion. Um aber Pufferzonen zwischen den Fans der beiden Vereine einrichten zu können, wird der BVB "sowohl in Schalker Fanblöcken als auch in angrenzenden Bereichen der Dortmunder" eine Kapazitätsverringerung durchführen.

Durch das Sperren einzelner Bereiche wird so eine Sicherheitszone geschaffen. Wie viele Karten Borussia Dortmund deshalb nicht in den Verkauf geben wird, ist noch unklar. BVB-Pressesprecher Sascha Fligge teilte auf Anfrage dieser Zeitung aber mit, dass die Anzahl in jedem Fall im vierstelligen Bereich liegen werde. Zunächst müsse der Verein sich mit der Polizei kurzschließen, wie viel Platz nötig sei, um eine wirksame Sicherheitszone einzurichten.

Ausschluss von Gästefans fand keinen Konsens

Der BVB verwies aber auch deutlich darauf, dass man in Dortmund den Ausschluss der Gästefans für die nächsten anstehenden Derbys favorisiert hätte. Allerdings fand der vom BVB und den Polizeipräsidien in Dortmund und Gelsenkirchen unterstützte Vorschlag "nicht den zu einer Durchsetzung aus unserer Sicht erforderlichen Konsens", so Borussia Dortmund in seiner Mitteilung.

Die Dortmunder Polizei ist indes von der Vereinbarung der beiden Revierklubs nicht begeistert und macht daraus auch keinen Hehl. "Wir bedauern, dass Schalke 04 nicht auf ein Kartenkontingent für Gästefans verzichtet, weil es unsere Arbeit im Stadion deutlich erleichtert hätte", sagt Cornelia Weigandt, Pressesprecherin der Dortmunder Polizei.

Eine Prognose, ob sich durch einen Ausschluss der Gästefans die Lage rund um das Stadion herum verschärft hätte, weil sich Anhänger auch ohne Eintrittskarten auf die Auswärtsfahrt begeben hätten, wagt Weigandt aber nicht. "Wir beziehen uns ausschließlich auf die Lage im Stadion. Aber natürlich beziehen wir alle Informationen, die wir rund um die Anreise von Fans zu einem solchen Spiel haben, in alle unsere Überlegungen mit ein."

Wichtige Mitteilung an die Besucher kurz vor dem Spiel

Die Infrastruktur rund um das Dortmunder Stadion erschwert die polizeiliche Arbeit ohnehin seit Jahren, weil eine klare Trennung der Fans beider Lager nur sehr schwer zu realisieren ist und es gerade bei An- und Abreise der Besucher immer wieder zu Zusammenstößen gekommen ist. Um trotzdem ein möglichst umfassendes Sicherheitskonzept erarbeiten zu können, werden sich Vertreter beider Vereine und der Polizei bis zum Derby am 25. März noch mehrfach zusammensetzen. "Viele Dinge sind auch noch nicht abschließend besprochen. Wir werden für die Besucher des Spiels wichtige Informationen rechtzeitig vor dem Spiel verkünden", macht Weigandt deutlich.

 
 

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