Borussia Dortmunds variable Sechs auf der Sechs

Sebastian Kehl und Sven Bender sind die defensive Variante im Dortmunder Mittelfeld. Spielen Ilkay Gündogan oder Moritz Leitner wird es offensiver.
Sebastian Kehl und Sven Bender sind die defensive Variante im Dortmunder Mittelfeld. Spielen Ilkay Gündogan oder Moritz Leitner wird es offensiver.
Borussia Dortmund ist im zentralen, defensiven Mittelfeld nicht mehr so leicht auszurechnen. Kehl/Bender, Bender/Gündogan, Leitner/Kehl, Bender/Leitner – das sind nur vier Varianten des BVB in dieser Saison.

Dortmund.. Borussia Dortmund ist im zentralen, defensiven Mittelfeld nicht mehr so leicht auszurechnen. Auf jeden Fall nicht für die Medien und die Gegner. Kehl/Bender, Bender/Gündogan, Leitner/Kehl, Bender/Leitner – das sind nur vier Varianten, mit denen der amtierende deutsche Meister in dieser Saison bereits aufgelaufen ist.

Der BVB hat keine Ergänzungsspieler mehr auf der Sechs

In der Meistersaison mussten die Journalisten in Dortmund nicht lange überlegen, wenn es um die Aufstellung im defensiven Mittelfeld des BVB ging. Sven Bender überzeugte auf der „Sechs“, wurde zum Nationalspieler – Nuri Sahin spielte an Benders Seite auf der Schaltposition ein weltklasse Jahr, so dass Real Madrid die Fühler nach dem türkischen Nationalspieler ausstreckte und den 23-Jährigen nach der Meisterschaft sogar in die spanische Landeshauptstadt lotste. Bender und Sahin waren gesetzt. In 30 Partien dominierten sie das Mittelfeld und wurden Aushängeschild für das schnelle Umschaltspiel des deutschen Meisters. Erst am 31. Spieltag wurde das Erfolgsduo gesprengt und Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, der übrigens in die Saison mit der Formation Sebastian Kehl und Sahin gegangen war, wurde zu einer Änderung gezwungen. Der Deutsch-Türke musste mit einem Teilriss des Innenbandes verletzt für die verbleibenden Saisonspiele passen. Antonio da Silva rückte auf und der Brasilianer war einer von drei Backups auf der „Sechs“, zu denen neben da Silva und Kehl auch Markus Feulner zählte.

Verschiedene Pärchen und unterschiedliche Spielsysteme

Typische „Backups“, also Ergänzungsspieler, hat die Borussia in dieser Spielzeit nicht mehr auf der Position – aber ihr fehlt auch ein weiterer dominanter Spieler wie Sahin. Coach Klopp wäre aber kein Meistertrainer, hätte er nicht auch dafür eine Lösung. Der Trainer setzt einfach auf verschiedene Pärchen und unterschiedliche Spielsysteme – mal mit nur einem Mann auf der „Sechs“, mal mit deren drei – und nur Bender scheint dabei die Konstante im Dortmunder Mittelfeld zu sein. „Ich weiß nicht, ob ich die einzige feste Größe bin“, erklärt der Nationalspieler bescheiden. Aber die Statistik spricht gegen diese Aussage: nur zwei Spiele fehlte Bender verletzt. Für gewöhnlich übernehmen Sebastian Kehl, Ilkay Gündogan, Antonio da Silva, zuletzt Moritz Leitner und sogar Mario Götze den Part neben Benders. „Natürlich hatte ich schon einige Spieler an meiner Seite, aber das ist für mich überhaupt kein Problem“, so Bender. „Die Mannschaft trainiert die ganze Woche zusammen“, und er habe im Training schon mit jedem Spieler zusammengespielt.

„Die Variabilität zeichnet uns aus“

[kein Linktext vorhanden] Moritz Leitner wusste zuletzt gegen Piräus in der Champions League und beim 5:1-Sieg gegen Wolfsburg auf der offensiven „Sechs“ zu überzeugen und der etwas defensivere Kehl rückte wieder in zweite Glied. „Die Jungs im Mittelfeld machen ihre Sache mit ihren Dribblings und Eins-gegen-Eins-Situationen sehr gut“, analysiert Außenverteidiger Marcel Schmelzer und lobt damit auch den leichtfüßigen Leitner. („Ein richtig guter Kicker, ein kleiner Zocker“, sagt Mats Hummels.)

Jürgen Klopp kann mit seinen Spielern wesentlich variabler auftreten und sich auf den jeweiligen Gegner einstellen. „Diese Variabilität zeichnet uns aus“, so Bender. „Wir haben eine enorm hohe Qualität in unserem Kader, jeder kann jeden ersetzen.“ Auf die Medienvertreter wird Klopp bei seiner Auswahl allerdings keine Rücksicht nehmen.

 
 

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