Dortmund

Borussia Dortmunds Matthias Sammer redet Klartext: „Spektakel hat der Mannschaft geschmeichelt“

Matthias Sammer gab eine offene und ehrliche Analyse zum Stand von Borussia Dortmund.
Matthias Sammer gab eine offene und ehrliche Analyse zum Stand von Borussia Dortmund.
Foto: dpa

Dortmund. Es sind schwierige Wochen für Borussia Dortmund. Nach der rauschhaften Hinserie steckt der BVB unter Lucien Favre in seiner ersten Krise. Hinter der Mannschaft liegen sieben Tage mit drei üblen Rückschlagen:

  • Das Aus im DFB-Pokal gegen Werder Bremen
  • Das 3:3 gegen die TSG Hoffenheim nach einer 3:0-Führung
  • Die krachende 0.3-Niederlage in der Champions League gegen die Tottenham Hotspurs

Hinzu kommt die Verletzung von Marco Reus, die den Kapitän von Borussia Dortmund noch für mindestens ein Spiel zur Pause zwingt. BVB-Berater Matthias Sammer redet nicht um die Krise herum. Im „Vodcast“ von Eurosport sprach er jetzt ausführlich über die Probleme des BVB.

Borussia Dortmund: Matthias Sammer kritisiert individuelle Fehler

„Borussia Dortmund ist ein bisschen in der Realität gelandet. Was in der Hinserie noch mit Glück zu Ende gespielt wurde, ist jetzt auch manchmal ein bisschen Pech“, sagt Sammer.

Es habe eben auch individuelle Fehler gegeben: „Und da kommt auch mal ein Punktverlust zustande.“ Allerdings stehe der BVB immer noch fünf Punkte vor den Bayern - somit sei der Vorsprung seit dem Ende der Hinrunde nur um einen Punkt geschrumpft: „Wenn du immer aus vier Spielen nur einen abgibst, kannst du immer noch vorne stehen.“

BVB kann Ausfälle nicht kompensieren

„Die, die jetzt Tränen in den Augen haben, muss ich in die Realität zurückbringen, ob sie vorher zu sehr gesponnen haben“, sagt Sammer offen.

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Das Titelrennen sei außerdem immer noch offen und spannend. Der BVB habe nun einmal unter Rückschlägen zu leiden: „Borussia Dortmund hat den Abwehrchef Akanji seit einem Vierteljahr nicht mehr und hat jetzt mit Marco Reus einen Torgaranten verloren. Das sind Säulen, das können ganz große Mannschaften aufbauen, aber nicht Mannschaften, die in der Entwicklung sind.“

„Lobeshymnen haben auch ein bisschen Einfluss genommen“

Abschreiben solle man den BVB aber noch nicht: „Ich möchte nur zu denen sagen, die die Meisterschaft schon nach Dortmund gebracht haben. Die sollen jetzt nicht sich hinstellen und draufhauen, nur weil sie beleidigt sind.“

„Vielleicht haben die Lobeshymnen auch ein bisschen Einfluss genommen“, mutmaßte Sammer, stellte sich aber gleichzeitig schützend vor die Mannschaft.

Dass Jadon Sancho und Abdou Diallo vor dem Abflug nach London ihre Ausweise vergessen hatten, könne nun einmal vorkommen, so Sammer. „Wir sollten eins nicht vergessen. Sancho 18, Diallo 22.“

Matthias Sammer: „Das Spektakel hat der Mannschaft geschmeichelt“

Die Entwicklung junger Spieler sei nun mal ein Prozess: „Denen muss man Zeit geben. Und das ist jetzt so. Das Spektakel hat der Mannschaft geschmeichelt, oder denen, die damit noch nicht umgehen können.“ Der gegenwärtige Gegenwind sei für den Reifeprozess der Spieler äußerst wichtig.

Natürlich sei Bayern aktuell der Top-Favorit auf den Titel. Sammer stellt aber auch klar: „Aber ich gebe ihnen keine Garantie.“

 
 

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