Borussia Dortmund steht kurz vor dem Aus

Hier erzielt Arsenals Van Persie das 2:0 für die Londoner. Roman Weidenfeller ist machtlos.
Hier erzielt Arsenals Van Persie das 2:0 für die Londoner. Roman Weidenfeller ist machtlos.
Foto: Imago
Nach der 1:2-Niederlage bei Arsenal London steht Borussia Dortmund kurz vor dem Aus in der Champions League. Überschattet wurde die Niederlage zusätzlich durch die schlimme Verletzung von Sven Bender. Auch Mario Götze musste verletzt raus.

London.. Auf dem englischen Zeitungs-Boulevard geht es in der Regel nicht gerade originell zu, wenn deutsche Fußball-Mannschaften zu Gast auf der Insel sind. Dann werden Fußballer in Montagen gerne in Uniform mit Stahlhelm abgebildet, und natürlich ist vom deutschen Panzer die Rede. Vor dem Champions-League-Spiel von Arsenal London gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund aber verzichteten die englischen Medien auf die üblichen Spielchen – und zwar aus Selbstsicherheit.

Es wurde nämlich hauptsächlich darüber spekuliert, auf welchen Gegner Arsenal im Achtelfinale der Königsklasse treffen könnte. England ging fest davon aus, dass die Londoner zum 13. Mal in Folge die erste K.o.-Runde erreichen würden. Und so kam es dann auch: Arsenal besiegte den BVB mit 2:1 (0:0) – die Dortmunder haben damit nur noch eine theoretische Chance auf den Verbleib in der Königsklasse: Sie müssen im abschließenden Gruppenspiel Marseille mit vier Toren Unterschied schlagen und zugleich darauf hoffen, dass Piräus gegen Arsenal verliert.

Klopp setzte auf Bayern-Startelf

„Wir haben uns gegen Piräus die Chance aufs Achtelfinale wieder erarbeitet, die wollen wir hier nutzen“, hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp vorher gesagt. Er setzte exakt auf die Mannschaft, die am Samstag das Spitzenspiel der Bundesliga mit 1:0 beim FC Bayern gewonnen hatte. Der war von Anfang an anzumerken, dass sie auch bei Arsenal auf Sieg spielen wollte. Und das, obwohl die Gastgeber eine stolze Heimserie vorzuweisen hatten: mit 42 Europapokalspielen gegen ausländische Teams ohne Niederlage. Entsprechend irritiert wirkten die Londoner, als sie früh unter Druck gesetzt wurden. Zumal auch gut 8000 BVB-Fans unter den knapp 60 000 Zuschauern die akustische Hoheit hatten und ihre Mannschaft vorbildlich unterstützten.

Dennoch blieb Arsenal auch selbst gefährlich. Die erste richtig gute Chance des Spiels hatte London in der 20. Minute: BVB-Torwart Roman Weidenfeller rettete mit einer tollen Reaktion gegen den durchgeeilten Theo Walcott.

Doppelschock nach 28 Minuten

Dann kam der Doppelschock für den BVB: In der 25. Minute musste Sven Bender raus, in der 28. Minute Mario Götze. Bender hatte bei einem Sturz von Thomas Vermaelen dessen Fuß an den Kopf bekommen – dabei verschob sich der Kiefer, Bender musste in eine Klinik eingeliefert werden. Die erschütternde Diagnose: Doppelter Kieferbruch! Bender war nicht transportfähig, wurde in London operiert und fällt nun wochenlang aus.

Götze musste aufgeben, weil er schon in der neunten Minute mit Alex Song zusammengerasselt war und einen Schlag oberhalb des Knies abbekommen hatte. Für Bender kam Moritz Leitner, Götze wurde durch Ivan Perisic ersetzt. „Wir haben gut ins Spiel gefunden, sind aber durch die Wechsel aus dem Rhythmus gekommen“, analysierte BVB-Manager Michael Zorc und kritisierte: „Beim letzten Pass hätten wir oft ruhiger sein müssen.“

Van Persie trifft doppelt

Arsenal erarbeitete sich zunehmend mehr Spielanteile, und beinahe hätte Robin van Persie wie im Hinspiel kurz vor der Pause das 1:0 erzielt. Doch diesmal riskierte Weidenfeller Kopf und Kragen und bereinigte die Situation. Doch vier Minuten nach dem Wechsel war er machtlos: Alex Song vernaschte an der linken Außenlinie gleich drei Dortmunder – Kevin Großkreutz, Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek stellten sich dabei alles andere als clever an. Songs ganz feine Flanke aus dem Fußgelenk köpfte van Persie zum 1:0 ein.

Klopp reagierte, wechselte Lucas Barrios als zusätzliche Offensivkraft ein. Doch auch diese Option brachte keinen Erfolg: In der 86. Minute wurde ein Eckball per Kopf verlängert, der Ball landete erneut bei van Persie, der sich die Chance nicht entgehen ließ. Erst in der Nachspielzeit erzielte Shinji Kagawa das Anschlusstor. Versöhnlich konnte es den BVB nach einem Abend der Enttäuschungen aber nicht mehr stimmen

 
 

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