Dortmund

Spiel in Fürth zeigt: Borussia Dortmund braucht einen neuen Stürmer

Maximilian Philipp ist aktuell einer von zwei Kandidaten für das BVB-Sturmzentrum - fühlt sich aber anderswo wohler.
Maximilian Philipp ist aktuell einer von zwei Kandidaten für das BVB-Sturmzentrum - fühlt sich aber anderswo wohler.
Foto: rtr

Dortmund.  Die Stimme klang leicht brummelig, aber Michael Zorc lächelte, als das Gespräch im Fürther Sportpark Ronhof auf Axel Witsel kam. „Dafür haben wir ihn nicht geholt“, sagte er. Der Sportdirektor von Borussia Dortmund sprach über die fünfte Minute der Nachspielzeit, als der BVB in letzter Verzweiflung alles nach vorne warf gegen den Zweitligisten Greuther Fürth und der Ball hoch und weit in den Strafraum flog.

Dort stand Witsel, wo ein Mittelstürmer eben stehen muss, und vollstreckte in bester Torjäger-Manier zum 1:1 – was die Dortmunder in die Verlängerung rettete und das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal verhinderte.

Das Problem: Der Belgier ist kein Mittelstürmer, sondern Mittelfeldspieler, ein defensiver noch dazu. Er ist fürs Toreverhindern gekauft worden. In Fürth allerdings erwies es sich als Problem, dass bislang niemand fürs Toreschießen geholt wurde. Erst in der Nachspielzeit der Verlängerung traf Kapitän Marco Reus zum erlösenden 2:1, nachdem er einige hochkarätige Chancen ausgelassen hatte.

Und weil der BVB schon in den jüngsten Testspielen gegen Lazio Rom (1:0) und den SSC Neapel (1:3) mit Toren geizte, kochte die Stürmerfrage wieder auf. „Heute war es ein Schritt nach vorne, was das Herausspielen von Torchancen angeht“, wandte Reus zwar zurecht ein. „Ich sage immer, es ist besser, sie zu haben und nicht zu nutzen, als sie gar nicht zu haben.

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Paco Alcacer vom FC Barcelona eine Alternative?

Am Ende aber zählen die Tore. Nur mit den Aushilfsstürmern Reus und Maximilian Philipp sowie dem faktisch aussortierten Alexander Isak in die Saison zu gehen, wäre ein großes Risiko, das wissen die BVB-Bosse. „Wir haben ja gesagt, dass wir weiter die Augen offenhalten“, meint Zorc. „Es sind noch zehn Tage Zeit.“

Ein heißer Kandidat: der Spanier Paco Alcacer vom FC Barcelona. Der wäre mit einer Größe von 1,75 Metern und 71 Kilo Gewicht nicht gerade ein Sturmtank – was aber kein Ausschlusskriterium ist. „Für mich ist entscheidend, ob jemand die Dinger reinmacht, nicht ob er bullig ist oder nicht“, sagt Zorc, ohne konkret über Alcacer zu sprechen.

Der ist bisher aber nicht als serienmäßiger Torjäger aufgefallen, in 199 Pflichtspielen gelangen 62 Treffer – sehr ordentlich, aber nicht überragend. Nicht nur das macht eine Verpflichtung des 24-Jährigen problematisch.

Alcacer günstiger als Liverpools Origi

Dass er in seinem Vertrag bis 2021 eine Ausstiegsklausel über 100 Millionen Euro hat, ist dabei noch das geringste Problem: Derlei Klauseln sind in Spanien vorgeschrieben – oft sind es Fantasiewerte, die mit späteren Transfersummen wenig zu tun haben. Den Marktwert des Angreifers siedelt man in Dortmund eher bei 25 Millionen Euro an. Auch eine Leihe wäre denkbar.

Damit wäre Alcacer, der in Barcelona kaum noch zum Einsatz kommt, günstiger als Divock Origi. Den Belgier hat der BVB ebenfalls auf dem Zettel, der FC Liverpool allerdings taxiert ihn auf gute 30 Millionen Euro. Der Haken bei Alcacer: Der klubnahen Zeitung „Mundo Deportivo“ zufolge bevorzugt er einen Wechsel zu Betis Sevilla.

 
 

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