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Borussia Dortmund: Lothar Matthäus kritisiert den Verein in Grund und Boden und vergleicht den BVB mit diesem Chaos-Club

Lothar Matthäus.
Lothar Matthäus.
Foto: firo

Dortmund. Lothar Matthäus ist bekannt für seine klare Haltung bezüglich der Vorgänge im nationalen und internationalen Fußball. Was der deutsche Rekordnationalspieler in seiner Sky-Kolumne über Borussia Dortmund losgelassen hat, wird den BVB-Anhängern kaum gefallen.

Denn Matthäus lässt kein gutes Haar am BVB, vergleicht den Klub eher mit 1860 München als mit Real Madrid und würde Pierre-Emerick Aubameyang lieber jetzt als gleich an den FC Arsenal verkaufen. Auch die Vereinsführung mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc bekommt ihr Fett weg.

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Dem BVB fehlen Führungsspieler

Bezogen auf Roman Bürkis Kritik an den Pfiffen der Fans während der Partie gegen den SC Freiburg am vergangenen Samstag kommt Matthäus zu der Erkenntnis: „Michael Zorc hat richtig reagiert, als er Bürki in die Schranken gewiesen hat.“ Aber: „Viel zu lange haben die Bosse Watzke und Zorc ihre Stars in Watte gepackt und öffentlich geschützt.“ Der BVB habe nicht genügend Führungsspieler in seinem Kader, die Verantwortung übernehmen. Stattdessen macht Matthäus eine gewisse Weinerlichkeit in Dortmund aus: „Was sollen denn die Spieler von Real Madrid sagen? Die haben den Champions-League-Titel verteidigt und werden trotzdem ausgepfiffen. Wenn sich Ronaldo darüber beschwert, erklärt Zidane öffentlich, dass auch er, Ronaldo (der Brasilianer), Beckham und die anderen Galaktischen ausgepfiffen wurden und man eben das Publikum durch Leistung wieder auf seine Seite ziehen muss. Das Ergebnis sieht man am Trophäenschrank von Real Madrid.“

Stattdessen erinnere ihn die Szenerie bei Schwarz-Gelb eher an den Chaos-Klub 1860 München: „Auch da wurde jahrelang über alles gesprochen, nur nicht über Fußball. Da ist es unmöglich als Mannschaft alles auszublenden und auf dem Platz tollen Fußball zu spielen.“ Ruhe könne erst wieder entstehen, wenn das Wechseltheater um Pierre-Emerick Aubameyang beendet sei. „Wenn Thomas Tuchels Charakter nicht zum BVB gepasst hat und er deshalb gehen musste, was soll man dann erst zu Aubameyang sagen? Ganz klar: Je früher er geht, umso besser. So ein Störenfried ist Gift für jeden Klub und jede Mannschaft. Ob für 65, 68 oder 50 Millionen Euro, Auba muss weg aus Dortmund.“ Matthäus gesteht ein, auch nicht frei von Eskapaden durch seine Karriere gekommen zu sein, aber: „Ich habe es immer wieder auf dem Platz zurückgezahlt. Das kann man vom BVB-Star nun wirklich nicht mehr behaupten.“

Matthäus: "Hier wurde Geld verbrannt"

Überhaupt bemängelt der Sky-Experte die Qualität im BVB-Kader, dem ein Sturz ins Tabellen-Niemandsland drohe. Dabei müsse man auch die Transferpolitik bedenken: „Ein Yarmolenko ist bisher überhaupt kein Dembélé-Ersatz. Ex-Spieler wie Kagawa, Götze oder Sahin zurückzuholen, ist offensichtlich auch nicht die beste Lösung. Ganz zu schweigen von den 30 Millionen für André Schürrle. Hier wurde, um es hart zu sagen, Geld verbrannt. Spieler mit Charakter und höchster Qualität müssen her. In Dortmund passt aktuell nichts zusammen.“ (ab)

 

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