Warum Borussia Dortmund Finaltorschütze Ivan Perisic einst abgab

Einst beim BVB, nun im WM-Finale: Ivan Perisic.
Einst beim BVB, nun im WM-Finale: Ivan Perisic.
Foto: Martin Meissner / dpa

Dass Ivan Perisic ein herausragender Fußballer ist, bewies er wieder einmal im Finale der Weltmeisterschaft 2018 – obwohl er mit Kroatien 2:4 gegen Frankreich verlor. Wie er den Ball mit dem rechten Fuß mitnahm und mit dem linken ins Tor jagte, das hatte große Klasse.

Und wieder tauchte unwillkürlich die Frage auf: Wie kann es sein, dass dieser Perisic sich einst bei Borussia Dortmund nicht durchsetzen konnte, dass er im Januar 2013 nach anderthalb Jahren beim BVB zum VfL Wolfsburg floh?

Als Perisic im Alter von 22 Jahren für 5,5 Millionen Euro vom FC Brügge zum BVB kam, war er auch schon ein technisch starker Fußballer. Aber es fehlte ihm an Konstanz, was für einen jungen Fußballer nicht unbedingt ungewöhnlich ist.

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Stark ins Gewicht fiel aber eine andere Schwäche: Perisic hatte Schwächen in der Rückwärtsbewegung, im Gegenpressing und dem Defensivzweikampf wies er deutlich Luft nach oben auf.

Und genau das waren die Fähigkeiten, die der damalige Trainer Jürgen Klopp von allen seinen Spielern sehen wollte. Der Gegenpressing-Fanatiker Klopp konnte offensive Schwächen bei seinen Spielern stets tendenziell leichter verzeihen als defensive.

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Deswegen war Perisic auf dem Flügel oft nur Ersatz, während Kevin Großkreutz oder Jakub Blaszczykowski in der Startelf standen. Spieler, die nicht die technische Brillanz eines Perisic hatten, die aber verlässlich stark gegen den Ball arbeiteten.

Ivan Perisic bei Borussia Dortmund: „Hält er die Fresse, ist das am Ende meistens besser“

Unübersehbare Risse bekam das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler, als sich Perisic in kroatischen und deutschen Medien über seine geringen Einsatzzeiten beklagte und Klopp mangelnde Unterstützung vorwarf. „Öffentliches Beschweren ist Kindergarten“, konterte der Trainer – und wurde noch deutlicher: „Ein Fußballprofi ist unzufrieden, wenn er nicht spielt“, so Klopp. „Hält er dann die Fresse, ist das am Ende meistens besser. Trainieren, hart arbeiten und in die Mannschaft spielen.“

Wenig später war die Zeit des Kroaten in Dortmund vorbei, für rund acht Millionen Euro wechselte er im Januar 2013 zum VfL Wolfsburg. Dort spielte Perisic deutlich häufiger, 2015 zog er für schon 19 Millionen Euro Ablöse zu Inter Mailand, wo er seitdem zu den unumstrittenen Leistungsträgern zählt – ebenso wie im Nationalteam.

 
 

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