Borussia Dortmund hat ein Problem

Topstürmer Lucas Barrios von Borussia Dortmund fällt bis zu sechs Wochen aus. Ansonsten aber ist die Stimmung glänzend vor dem Saisonauftakt gegen den Hamburger SV am Freitag.

Dortmund. Das Auswärtige Amt wird die Störung der Beziehungen zum südamerikanischen Paraguay noch gar nicht registriert haben. Und doch ist sie empfindlich. Lucas Barrios, der Topstürmer des deutschen Meisters Borussia Dortmund, fällt nämlich nicht nur zum Saisonstart der Bundesliga am Freitagabend im Signal-Iduna-Park gegen den Hamburger SV aus. Jürgen Klopp rechnet mit einer fünf- bis sechswöchigen Abwesenheit. Und als der Trainer des BVB dies am gestrigen Mittwoch öffentlich verkündete, sank sein Stimmungspegel ein einziges Mal unter Normalniveau.

Normalniveau bedeutet bei Klopp und im schwarzgelben Umfeld aktuell: ganz oben. Im Fall Barrios allerdings ist viel falsch gelaufen. Vor zwei Wochen hatte sich der Nationalspieler Paraguays im Finale der Copa America verletzt. Über das wahre Ausmaß des Faserrisses im Oberschenkel wurde die Borussia von den Medizinern vor Ort jedoch im Unklaren gelassen. Er war groß. Das ergab eine Kernspin, nachdem der BVB Barrios zurückbeordert hatte.

Als einziges weiteres nennenswertes Problem kann bei den Dortmundern die Anhebung des Stimmungs-Normalniveaus in schwindelnde Höhen durchgehen. Klopp erklärte offiziell „die alte Saison für endgültig beendet“. Gratulationen würden die Titelgewinnler nicht mehr entgegen nehmen. Die Konzentration gelte nun der ersten Hürde. Die will der BVB mit Robert Lewandowski als Ersatz für Barrios im Auge des Sturms und mit Chris Löwe für den verletzten, aber bereits wieder trainierenden Marcel Schmelzer auf der linken Defensivseite nehmen. Und Sven Bender wird in der Anfangself wohl an der Seite von Ilkay Gündogan auflaufen. Im Pokal durfte noch Kapitän Sebastian Kehl das Pöstchen übernehmen. Klopp findet die Entscheidung zwar „nicht so wahnsinnig leicht“. Doch Bender, Stammkraft der vergangenen Saison, ist bereits seit zwei Wochen wieder im Training. Und Kehl fehlte beinahe über die gesamte Spielzeit hinweg.

Die Qual bei der Wahl hat der Trainer aber nicht problematisiert. Er will schließlich „ähnlich guten Fußball“ sehen wie in den Monaten der Euphorie. Zuerst gegen den HSV. Dann gegen alle anderen: „Ich befürchte, die sind alle stark. Das ist die Bundesliga.“