Dortmund

Borussia Dortmund: Diskriminierung im Flixbus! Fanklubreise israelischer Jugendlicher hat ein böses Ende

Foto: imago/Der Westen

Dortmund. Nicht nur in Deutschland hat Borussia Dortmund viele Fans, auch im Ausland gibt es zahlreiche Unterstützer. So auch in Israel, wo der Fanklub „Israelische Borussen“ ganz genau verfolgt, was beim Verein aus dem Ruhrgebiet los ist.

Mithilfe von Spenden schickte die Fan-Vereinigung sogar vier Jugendliche aus finanziell schwachen Familien von Haifa nach Deutschland, um ihnen einen Traum zu ermöglichen: Ihren Lieblingsverein Borussia Dortmund hautnah im Stadion zu erleben.

Borussia Dortmund: Fans Opfer einer judenfeindlichen Attacke

Doch die Reise nahm ein fürchterliches Ende. Wie die „Welt“ berichtet, sollen die Jugendlichen auf der Rückfahrt Opfer einer judenfeindlichen Attacke geworden sein.

Mit einem Flixbus sollten die vier zum Amsterdamer Flughafen fahren, um von dort zurückzureisen. „Als die Busfahrer unsere israelischen Pässe sahen, wurden sie sofort aggressiv und haben uns erniedrigt“, erklärt Reiseleiter Itamar Eli der „Welt“.

Flixbus: Israelis wird Mitnahme von Essen untersagt

Zudem habe der Busfahrer den Israelis nicht erlaubt, Essen mit in den Bus zu nehmen. Alle anderen Fahrgäste hätten hingegen Verpflegung dabei gehabt. Und auch auf der Homepage des Unternehmens heißt es: „Damit Du Dich völlig wohlfühlst und entspannt reist, darfst Du in unseren grünen Bussen auch essen und trinken.“

Eli sagt weiter: „Ich habe die Situation als beängstigend erlebt. Umso mehr, weil ich Jude bin.“

-------------------------------------------------

Mehr News von Borussia Dortmund:

BVB: Thorgan Hazard will im Sommer nach Dortmund - doch es gibt ein Problem

BVB-Schalke: ARD überträgt Revierderby live - und es gibt noch eine Überraschung

Borussia Dortmund: Wegen dieser klaren Watzke-Ansage im Titelkampf applaudieren BVB-Fans

-------------------------------------------------

Fanklubleiter zeigt sich vom Vorfall entsetzt

Denn auch der zweite Fahrer habe judenfeindlich reagiert und so getan, als ob er keine Englisch spreche – obwohl er sich mit anderen Gästen zuvor in der Fremdsprache unterhalten hatte.

Der Leiter des Fanklubs „Israelische Borussen“, Adam Lahav, zeigt sich schockiert. Er bestätigt der „Welt“ den Vorfall: „[Eli] war entsetzt, hat mir eine verzweifelte Nachricht geschrieben und mich gefragt, was sie tun sollen.“

Und: „Das ist sehr traurig, dass so etwas passieren kann. Die Gruppe hatte so ein tolles Wochenende bei uns – dann endet das mit dieser Demütigung.“

+++ Borussia Dortmund: ARD-Bericht bringt Fans auf die Palme – „Rufschädigend!“ +++

Flixbus führt Attacke auf „Sprachdifferenzen“ zurück

Flixbus erklärte auf Nachfrage der Zeitung, dass das Essen verboten worden sei, weil es sich um Fast Food gehandelt habe und führt die entstandenen Probleme auf „Sprachdifferenzen“ zurück.

„Die für uns eingesetzten Fahrer kommen aus vielen verschiedenen Ländern und haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Wir nehmen Hinweise auf Diskriminierung jeder Art sehr ernst und befördern Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung“, so Flixbus.

Eli und die israelischen Jugendlichen geben sich damit nicht zufrieden.

Flixbus: Stellungnahme zum Artikel

Nach der Veröffentlichung dieses Artikels wandte sich Flixbus mit einer Stellungnahme an diese Redaktion. Darin heißt es: „Wir haben uns umgehend an die Busfahrer gewandt.“ Die Busfahrer hätten aus Rücksicht auf die anderen Gäste darum gebeten, noch vor Abfahrt außerhalb des Busses zu essen und hätten gewartet, bis die Fahrgäste dem nachgekommen seien.

„Wenn andere Reisende dennoch Proviant dabei haben durften, kann das damit zu tun haben, dass es sich dabei um geruchsneutraleres Essen handelte. Andernfalls hätte auch ihnen die Mitnahme in den Bus verboten werden müssen“, so Flixbus.

Und weiter: „Wir sind stolz ein multinationales Unternehmen zu sein, mit einem multinationalen Team und mit Fahrern aus den verschiedensten Ländern und mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen zusammenzuarbeiten.“

Die Diskriminierung jeglicher Art gegen Fahrgäste, Fahrer oder Mitarbeiter verurteile Flixbus. (cs)

 
 

EURE FAVORITEN