Borussia Dortmund: Das BVB-Motto im Europa-League-Rückspiel - Bloß nicht verlieren

Die Mannschaft des BVB beim Training in Italien.
Die Mannschaft des BVB beim Training in Italien.
Foto: dpa

Reggio nell’Emilia. Diesen Satz einen emotionalen Ausbruch zu nennen, wäre in der Tat übertrieben. Aber er dokumentiert, dass sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einer Ungerechtigkeit ausgesetzt sieht. Der erste Mann im schwarz-gelben Staate erreichte als Erster aus der Reisegruppe von Borussia Dortmund den heimischen Flughafen. Und er gab kurz vor dem Abflug nach Italien die Richtung vor.

„Ich kann das mit dem spielerisch höchsten Niveau nicht mehr hören“, reagierte er auf die Frage, warum der BVB trotz ästhetischer Schwächen zuletzt so gute Ergebnisse eingefahren hatte. „Wir haben in der Hinrunde gegen Leipzig (2:3) ein überragendes Spiel gemacht, aber alle haben nur gefragt, wie man das Spiel verlieren kann.“ Jetzt gerade macht es der BVB umgekehrt: holt Ergebnisse und keine Schönheitspreise.

Aus Watzkes Sicht am liebsten auch am Donnerstagabend (21.05 Uhr / Sport1 live), wenn der BVB in der Zwischenrunde der Europa League bei Atalanta Bergamo antritt, um einen 3:2-Sieg aus dem Hinspiel zu verteidigen, um ins Achtelfinale einzuziehen. Sein Motto: Bloß nicht verlieren!

Schmelzer zurück im Kader

„Das Wichtigste ist, dass wir nicht verlieren, dann kommen wir weiter“, sagte Watzke. Denn für den im DFB-Pokal ausgeschiedenen und in der Liga abgehängten BVB ist die Europa League die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison.

Doch das Weiterkommen könnte sich als eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe erweisen.

Einigermaßen beglückt wird Trainer Peter Stöger feststellen, dass sein Kapitän Marcel Schmelzer zurück ist („Er ist eine Option“). Der Linksverteidiger wird nach überwundener Wadenverletzung erstmals in diesem Jahr im Dortmunder Kader stehen, vielleicht sogar von Beginn an spielen, weil sich sein Vertreter Jeremy Toljan zuletzt defensiv als Sicherheitsrisiko entpuppte.

Mitten im schwarz-gelben Spiel aber, wo Julian Weigl oder Nuri Sahin sonst tadellos das Geschehen dirigierten, tut sich nun ein Problem auf, ein Strategen-Problem. Weigl erhielt zuletzt trotz schwacher Leistungen den Vorzug, fehlt aber in Italien gelbgesperrt. Sahin wäre der natürliche Ersatz, erwies sich aber bei seinem letzten Einsatz gegen den SC Freiburg (2:2) ebenfalls als fehlerhaft.

In diesem sensiblen Bereich des Spiels hat Stöger ohnehin zuletzt Mängel festgestellt, weil es dem BVB an körperlicher Wucht fehlt.

„Wenn die Offensive nicht für Entlastung sorgt, dann ist es nicht unser Spezialgebiet, sich dagegenzustellen und die Angriffe aufzufangen“, sagt Stöger. Spieler mit Robustheit und Vehemenz fehlen ihm auf der Position, deshalb sei es „leichter das Spiel selbst zu gestalten“. Ball halten, Angriffe initiieren – das hält den Gegner fern vom Tor. Nur wer soll das übernehmen?

„Wir haben zwei, drei Optionen, die alle funktionieren können“, sagt Stöger und zieht offenbar auch in Betracht, „die Systematik umzustellen“ und eine „offensivere Variante“ zu wagen. Die hieße dann vermutlich: Gonzalo Castro zusammen mit Mahmoud Dahoud.

Über Ergebnisse zur Ästhetik

Ob das gegen diesen im Hinspiel starken Gegner funktioniert? Watzke ist zuversichtlich. „Die Abwehr steht und vorne haben wir genug individuelle Qualität, ein Tor zu schießen.“

Über Ergebnisse zur Ästhetik. „Wenn wir Spiele gewinnen, haben wir auch mehr Selbstvertrauen. Das wird sich Woche für Woche verbessern, wenn wir den Flow mitnehmen.“ Wenn.

 
 

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