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Borussia Dortmund gibt Marschrichtung für die Rückrunde vor – ein Experte hat gewaltige Zweifel

Borussia Dortmund und Lucien Favre stehen womöglich vor einer ganz besonderen Rückrunde.
Borussia Dortmund und Lucien Favre stehen womöglich vor einer ganz besonderen Rückrunde.
Foto: imago/Kirchner-Media

Dortmund. Seit vielen Jahren haben Bundesliga-Fans sich nicht mehr so sehr auf die Rückrunde gefreut wie in diesem Jahr. Nachdem der FC Bayern in den vergangenen Saisons von einem Gähn-Titel zum nächsten geeilt war, fragt ganz Fußball-Deutschland sich in dieser Spielzeit: Kann Borussia Dortmund den Titel holen?

Sechs Punkte Vorsprung hat der BVB auf die Münchner. Die Statistik spricht ganz klar für Borussia Dortmund. Noch nie hat ein Bundesliga-Herbstmeister einen Vorsprung verspielt, der größer als drei Punkte war.

Borussia Dortmund denkt von Spiel zu Spiel

Doch mit solchen Rechenspielchen will Lucien Favre sich nicht beschäftigen. „Jaja, wir kennen die Tabelle“, sagt der Trainer von Borussia Dortmund, der die klare Marschrichtung des BVB vorgibt: „Wir müssen weiter hart trainieren und richtig trainieren. Wir konzentrieren uns immer auf das nächste Spiel – mehr nicht!“

Auch Marcel Schmelzer will vom angeblichen Druck im Titelkampf nichts hören. Für den Linksverteidiger gilt das bekannte Motto: Wir schauen von Spiel zu Spiel. „Der einzige Druck, den wir spüren, ist der Druck, den wir uns selbst machen“, sagt Schmelzer: „Und dieser Druck sieht einzig und alleine so aus, dass wir gegen Leipzig zum Rückrundenstart direkt wieder da sein wollen.“

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Magath: Große Gefahr für BVB

Ein alter Bekannter aus der Bundesliga kann zwar nachvollziehen, warum Favre diese Marschrichtung vorgibt, hat jedoch große Zweifel daran, dass Borussia Dortmund diese Vorgabe konsequent umsetzt.

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Felix Magath schreibt in einer Kolumne für den „kicker“: „Eine Gefahr für die Borussia liegt darin, dass sie nicht nur gegen die fünf Topteams der Liga verlieren kann, sondern dass es ihr auch gegen Mainz oder eben Düsseldorf passieren kann. Andererseits sind sie in der Lage, jede Bundesliga-Partie für sich zu entscheiden. Deshalb kann ich meinen Kollegen Lucien Favre bestens verstehen, dass er gebetsmühlenartig die totale Konzentration auf das jeweils nächste Spiel einfordert.“

Magath: Borussia Dortmund fehlen die Routiniers

Magath weiter: „Wir haben es damals beim FC Bayern genauso praktiziert, als wir nach der Hinserie 2005/06 sechs Punkte mehr als der Hamburger SV auf Platz 2 hatten. Da hilft nichts anderes, als ganz einfach von Spiel zu Spiel zu denken, weil sich jede nicht gewonnene Begegnung fatal auswirken kann.“

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Doch der frühere Bundesliga-Trainer meint auch: „Erfahrene Profis wie Kahn, Lizarazu, Pizarro oder Scholl wussten mit dieser Situation umzugehen. Solche Routiniers hat der aktuelle BVB nicht in seinen Reihen. Deshalb habe ich Bedenken, dass die jungen Dortmunder öffentliche Diskussionen, die entstehen, wenn das Plus auf ihrem Konto kleiner wird, ignorieren können.“

 
 

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