Dortmund

Borussia Dortmund: Lothar Matthäus attackiert den BVB - und trifft den Verein an einem besonders wunden Punkt

Lothar Matthäus ließ kein gutes Haar an Borussia Dortmund.
Lothar Matthäus ließ kein gutes Haar an Borussia Dortmund.
Foto: imago sportfotodienst

Dortmund. Diese klare Ansage an Borussia Dortmund hat es in sich.

Lothar Matthäus hat den BVB scharf kritisiert. Manch ein Fan – nicht nur von Borussia Dortmund – fragt sich, ob der Rekordnationalspieler bei seiner Kritik nicht vielleicht etwas zu weit gegangen ist.

Borussia Dortmund: Matthäus mit harter Kritik

Auf die Frage des „Sportbuzzer“, wie er die erste Saison von Lucien Favre als BVB-Trainer bewertet, antwortete Matthäus: „Sehr ordentlich, aber nicht mehr. Man hat aus den Möglichkeiten am Ende einfach zu wenig gemacht.“

„Sehr ordentlich“? Favre hat aus einer verunsicherten Truppe eine Mannschaft geformt, die auch am 33. Spieltag noch Chancen auf den Meistertitel hat – für einen Lothar Matthäus ist das offenbar zu wenig.

Matthäus vermisste klare BVB-Ansagen

Der 58-Jährige traf den BVB mit einem bestimmten Kritikpunkt an einer äußerst wunden Stelle. Matthäus bemängelte die Mentalität im Dortmunder Team. Genau dieses Thema wollte die Borussia nach manchen Lustlos-Auftritten in der Vorsaison unbedingt angehen. Speziell die Verpflichtung eines Mentalitäts-Monsters wie Thomas Delaney hat dahingehend eigentlich eine starke Wirkung erzielt. Doch auch in diesem Fall hat ein Lothar Matthäus seine ganz eigene Meinung.

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„Man hatte eben auch neun Punkte und im Winter noch sieben Punkte Vorsprung“, so Matthäus. Dass es in der Winterpause eigentlich sechs Punkte Vorsprung waren - geschenkt. „Da hätte ich mir erwartet, dass mal jemand nach vorne geht, ein Zeichen setzt und sagt: Wir werden Meister!“

Matthäus poltert gegen den BVB

Aus welchem Grund der BVB seine Mannschaft voller 18- und 19-Jähriger mit einem derart überzogenen Druck hätte belasten sollen, lässt Matthäus offen. Stattdessen kritisierte er die Borussia weiter in Grund und Boden: „Um Meister zu werden, brauchst du auch die richtige Mentalität, gerade in Momenten, in denen es nicht so läuft. Und das habe ich bei Dortmund sowohl auf dem Platz als auch daneben vermisst. Denn am Ende kann mir nach dieser Saison keiner erzählen, dass man zufrieden ist, wenn man Zweiter wird. Selbst ein Kimmich hat mit 22 Jahren übrigens schon mehr Zeichen gesetzt als ein Reus, Götze oder Witsel zusammen.“

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Was der BVB braucht, ist für Matthäus „ganz klar! Man braucht Drecksäcke und Mentalitätsspieler, die die Mannschaft mitreißen – auch mal verbal. Das war in dieser Saison zu selten zu sehen. Es gab so viele Spiele, die der BVB schon im Sack hatte und dann bei einem Gegentor auseinandergebrochen ist. Da hat sich teilweise keiner mehr gewehrt.“

„Auseinanderbrechen“?

Das ist ein heftiger Vorwurf. Ist dieser Vorwurf auch wirklich berechtigt?

Matthäus hält dem BVB vor, die Borussia habe in vielen Spielen geführt, sei dann aber nach Gegentreffern „auseinandergebrochen.“

In dieser Saison kassierte Dortmund in zwölf Bundesligaspielen nach eigener Führung einen Ausgleich. Sieben dieser zwölf Spiele gewann der BVB noch. Vier Partien endeten unentschieden. Nur eines dieser zwölf Spiele verloren die Dortmunder.

Diese Bilanz ist nun wahrlich kein Ausdruck eines „Auseinanderbrechens“. Aber warum sollte man sich von Fakten verwirren lassen, wenn das Bauchgefühl doch etwas ganz anderes sagt?

 
 

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