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Borussia Dortmund – BVB-Liebling Weidenfeller weist Hoeneß zurecht

Borussia Dortmunds Legende Roman Weidenfeller.
Borussia Dortmunds Legende Roman Weidenfeller.
Foto: dpa

Dortmund. Die unsägliche Torwart-Debatte in der deutschen Nationalmannschaft: Jetzt schaltete sich eine Torwart-Legende von Borussia Dortmund ein – und wie!

Roman Weidenfeller zeigte klare Kante. Der ehemalige Torwart von Borussia Dortmund wie Uli Hoeneß nach dessen scharfer Kritik an DFB und Marc-Andre ter Stegen ordentlich zurecht.

Borussia Dortmund: Weidenfeller kontert Hoeneß

„Ich finde, dass er sich ganz klar im Ton vergriffen hat“, sagte Weidenfeller bei RTL: „Er setzt damit auch den DFB sehr stark unter Druck. Ich glaube, da ist er einfach übers Ziel hinausgeschossen.“

Weidenfeller über den Kampf im DFB-Tor: „Ich weiß, wie Manuel Neuer die Mannschaft mitreißen kann. Er war auch ein sehr großer Garant dafür, dass wir 2014 Weltmeister wurden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass ter Stegen als Herausforderer in den letzten zwei Jahren wirklich sehr stark hält.“

Die Debatte um ter Stegen: Das war passiert

Nach den Länderspielen gegen Holland (2:4) und Nordirland (2:0) wurde Marc-Andre ter Stegen in einer Medienrunde von einem spanischen Journalisten gefragt, warum er schon wieder nicht gespielt habe. Schließlich zeige er beim FC Barcelona doch immer so beeindruckende Leistungen.

Ter Stegens harmlose Antwort: „Ich kann nicht erwarten, dass ich mehr Einsätze im DFB-Team bekomme. Ich versuche in jedem Spiel die beste Version von mir zu sein, um Joachim Löw die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen. Aktuell spielt Manuel Neuer, und er macht das gut. Ich warte auf meine Chance und will als Nummer eins im Tor stehen. Die Länderspielreise war ein harter Schlag für mich persönlich.“

Manuel Neuer war von der Aussage, und im Speziellen vom letzten Satz, nicht begeistert. „Ich weiß nicht, ob uns das weiterhilft“, sagte der Bayern-Keeper.

Hoeneß-Brandrede

Uli Hoeneß wurde wesentlich deutlicher. „Ich finde, das ist ein Witz“, schimpfte der Bayern-Boss: „Ich finde es unmöglich, dass man so ein Thema in die Öffentlichkeit bringt. Ter Stegen hat überhaupt keinen Anspruch dort zu spielen.“

Hoeneß weiter: „Ich hätte auch vom DFB mehr Unterstützung erwartet. Zuerst die unmögliche Ausbootung von drei Bayern-Spielern. Und jetzt dasselbe mit Manuel Neuer. Dass man zulässt, dass ein Mitspieler in die Öffentlichkeit geht mit einem Thema, das er nur mit Jogi Löw zu besprechen hat. Das ist nicht in Ordnung. Wir haben da eine klare Meinung und werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler ohne Grund beschädigt werden.“

Der Bayern-Präsident redete sich förmlich in Rage: „Ter Stegen ist ein sehr guter Torwart. Aber Manuel ist doch viel besser und viel erfahrener. Da gibt es doch keine Diskussion, für irgendjemanden auf der Welt daran zu zweifeln, dass Manuel Neuer bei uns in Deutschland im Tor steht. Und er kann so lange spielen, wie er gesund ist. Er wird immer der Beste sein. Da gibt es überhaupt keine Diskussion. Wir werden den Leuten beim DFB schon mal ein bisschen Feuer geben. Das können wir.“

Ein paar Tage späte legte Hoeneß nach: „Wir haben ja schon mal so ein Chaos erlebt. Das war während der WM 2006. Da war der Herr Bierhoff auch mitverantwortlich bei Oliver Kahn und Jens Lehmann. Das will ich dem deutschen Fußball ersparen.“

Ter Stegens Antwort

Ter Stegen reagierte auf die Hoeneß-Kritik fast schon lakonisch: „Du kannst keinen Konkurrenz ausrufen und dann erwarten, dass Spieler, die nicht spielen, glücklich über die Situation sind. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut und wie ich mich verhalten habe, dann sind solche Aussagen unpassend.“ (dhe)

 
 

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