Borussia Dortmund: Reif schießt gegen BVB: „So machst du eine Mannschaft zur Sau“

Marcel Reif hat Borussia Dortmund für den Umgang mit Jadon Sancho kritisiert.
Marcel Reif hat Borussia Dortmund für den Umgang mit Jadon Sancho kritisiert.
Foto: imago images / Poolfoto

Auch der 1:0-Sieg gegen Hertha BSC hat das Friseur-Theater rund um Borussia Dortmund nicht verstummen lassen.

Kommentatoren-Legende Marcel Reif ist nach wie vor irritiert wegen des umstrittenen Friseur-Besuchs bei Jadon Sancho und dem seiner Meinung nach zu lockeren Umgang von Borussia Dortmund mit der ganzen Causa.

Borussia Dortmund: Reif mit scharfer Kritik

„Das wundert mich“, sagt Reif in seinem Talk bei „Bild“ über das Verhalten der BVB-Verantwortlichen: „Denn ich dachte, sie hätten aus den Zeiten von Ousmane Dembélé oder Pierre-Emerick Aubameyang etwas gelernt. Aber sie versuchen es immer noch so ein wenig mit antiautoritärer Erziehung. Da kommt immer noch ein wenig Verständnis auf.“

Dembélé hatte im Sommer 2017 mit einem Trainingsstreik seinen Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Barcelona provoziert. Und Aubameyang war beim BVB so lange mit Undiszipliniertheiten aufgefallen, bis der Verein ihn an den FC Arsenal verkaufte.

Vorbild Can

Eine ähnliche Gefahr sieht Reif nun bei Sancho. Verpflichtungen wie die von Emre Can seien genau das richtige Mittel. „Sie haben einen Can geholt – auch um einen weiteren Mentalitäts-Spieler im Team zu haben“, so der frühere Sky-Kommentator: „Und Can sagt ganz klar: Wir haben Ziele, und wir müssen dies und jenes machen, um diese Ziele zu erreichen.“

Reif weiter: „Das kann man vielleicht auch mal mit ‚Hacke, Spitze, eins zwei drei‘ machen. Aber in der Regel geht es darum, einen anständigen Job zu machen. Und einen anständigen Job machst du als Berufsfußballer, wenn du diszipliniert bist. Sonst funktioniert ein Mannschaftsgefüge nicht.“

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„Dann kannst du zum Kunstschwimmen gehen“

Einzelgänger hätten im Fußball nichts verloren, sagt der 70-Jährige: „Dann kannst du Tennis spielen gehen oder Golf oder Kunstschwimmen. Wenn du Teil einer Mannschaft bist und du benimmst dich so wie Sancho – und zwar nicht zum ersten Mal – so machst du eine Mannschaft zur Sau. Das ist brandgefährlich.“

Für Borussia Dortmund sei dies eine gefährliche Situation, findet er: „Zum einen weiß ich nicht, ob es bei Sancho darum geht, auf diese Weise wieder einen Wechsel zu erzwingen. Zum anderen weiß ich nicht, ob die BVB-Bosse für Sancho noch den Preis bekommen, den sie ausrufen. Denn die interessierten Vereine werden sich denken: ‚Wir haben auch eine Kabine. Und da kommt jetzt ein kleiner Wunderspieler, der muss noch eine Menge lernen.‘ Auf diese Art wird’s bei den großen Vereinen schwer.“ (dhe)

 
 

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