Düsseldorf

Anhänger von Borussia Dortmund gehen mit anderen Fußballfans auf die Straße – darum geht’s bei der Groß-Demo

Fans von Borussia Dortmund gehen am Samstag gegen das neue Polizeigesetz auf die Straße. (Symbolbild)
Fans von Borussia Dortmund gehen am Samstag gegen das neue Polizeigesetz auf die Straße. (Symbolbild)
Foto: imago/Kirchner-Media

Düsseldorf. Am kommenden Samstag (7. Juli) versammeln sich Fans von Borussia Dortmund und anderer Fußballvereine in Düsseldorf zu einer großen Demonstration.

Die Anhänger wollen gegen das geplante Polizeigesetz in Nordrhein-Westfalen demonstrieren. Dieses soll die Beamten in NRW mit deutlich mehr Macht ausstatten – ähnlich wie es das neue Polizeiaufgabengesetz in Bayern bereits macht. Das ist Fans von Borussia Dortmund und anderer großer Clubs im Westen ein riesiger Dorn im Auge.

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Fans von Borussia Dortmund protestieren gegen Polizeigesetz

In Bayern kann die Polizei dank des Polizeiaufgabengesetzes (PAG) Menschen ohne richterliche Entscheidung für unbestimmte Zeit in Haft nehmen, wenn diese als Gefährder eingestuft werden. Außerdem erlaubt das PAG den Beamten, Software zur automatischen Gesichtserkennung sowie verdeckte Ermittler im Online-Bereich und im wahren Leben einzusetzen. Die bayrische Polizei darf nun bei Demonstrationen auch dann filmen, wenn gar keine Straftaten erwartet werden. Auch dürfen die Beamten Computer und Handys präventiv durchsuchen. Besonders pikant: In bestimmten Lagen darf die Polizei Explosivmittel wie Handgranaten nutzen.

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Schon vor der Einführung des neuen PAG war vielen Fußballfans klar: Das Gesetz mag augenscheinlich zur Terrorabwehr konzipiert sein, kann aber genauso im Kampf gegen Fußballfans zum Einsatz kommen. Gegen diese Polizeistaatmethoden gehen die Fußballfans am Samstag in Düsseldorf auf die Straße.

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Fanhilfe Dortmund: „Polizeigesetz eine konkrete Gefahr“

Die Fanhilfe Dortmund gab bekannt: „Während die hiesige Regierung dem breiten Widerstand Tribut zollen musste, die Verabschiedung des neuen Polizeigesetzes vorerst verschob und Änderungen ankündigte, sitzen in Bayern bereits die ersten Menschen als vermeintliche Gefahr in den Gefängnissen des sogenannten Freistaates, bei denen es sich überraschenderweise nicht um staatsgefährdende Terroristen handelt.

Hier zeigt sich, dass das neue Polizeigesetz nicht eine drohende, sondern eine konkrete Gefahr für unsere Freiheit und Rechte als Fußballfans und Menschen darstellt. Wir dürfen uns nicht von den angekündigten, kleinen Änderungen einschläfern lassen, vielmehr ist es wichtig weiterhin den Druck auf die Politik in unserem Land aufrechtzuerhalten und wenn möglich noch zu vergrößern.“

BVB-Fanhilfe bittet um friedliches Verhalten

Die Fanhilfe wies zudem ausdrücklich darauf hin: „Dies sehen nicht nur viele Fußballfans von Borussia Dortmund so, auch Fans von anderen nordrhein-westfälischen Vereinen werden sich an der Demonstration beteiligen, sei es als geschlossener Block oder als Einzelpersonen. Wir möchten daher ausdrücklich betonen, dass Rivalitäten jeglicher Art an diesem Tag nicht gepflegt werden dürfen.

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Weiterhin weisen wir daraufhin, dass wir uns an die Regeln des Veranstalters zu halten haben und uns dem Demokonsens verpflichtet fühlen. Wir haben uns in Dortmund in Gesprächen darauf geeinigt, keinen farblich geschlossenen Block zu organisieren, sondern die Wahl der Kleidung freizustellen. Selbstverständlich sind unsere Vereinsfarben aber trotzdem gerne gesehen um ein farbenfrohes Bild abzugeben und zu zeigen, dass Schwarz-Gelb nicht nur für eine Landesregierung steht, welche unsere Freiheit und Privatsphäre eklatant einschränken will.“

So verläuft die Demo am Samstag

Um 13 Uhr beginnt am Samstag die Demo vor dem DGB-Haus. Auf dem Graf-Adolf-Platz gibt es um 14.30 Uhr eine Zwischenkundgebung. Etwa eine Stunde später endet die Demo auf den Landtagswiesen mit einer Abschlusskundgebung.

 
 

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